EZB-Kredite: Italiens Banken holen 130 Milliarden Euro

Die italienischen Banken haben offenbar den größten Anteil des EZB-Tenders abgerufen. Auch die Spanier waren gut dabei, und interessanterweise auch die britische Lloyds Gruppe.

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Die EZB selbst wollte am Mittwoch keine Zahlen bestätigen, wie sich die 530 Milliarden Euro des aktuellen Tenders (LTRO) verteilt haben. Doch verschiedene Quellen verstärken den Eindruck, dass es – nicht unerwartet – wieder die besonders Bedürftigen gewesen sind, die zugegriffen haben. Ein Senior-Banker sagte Reuters, die italienischen Banken hätten 130 Milliarden Euro aufgegriffen. Schon im Dezember waren die Italiener mit 116 Milliarden Euro die Spitzenreiter gewesen. Allein die Intesa Sanpaolo, Italiens größte Geschäftsbank, nahm 24 Milliarden Euro auf.

Die Italiener nehmen das Geld vor allem auf, um heimische Staatsanleihen zu kaufen.
In Spanien dient das Geld neben dem Kauf von Staatsanleihen auch der Verschiebung der Strukturmaßnahmen im eigenen Bereich. Hier liegen noch keine Gesamtzahlen vor; offenbar haben sich jedoch auch kleiner Banken versorgt. So meldet die Banca Cívica, dass sie 6,1 Milliarden Euro aufgenommen hat. Die Belgier, auch ein Land mit erheblichen Bankenproblemen, melden, dass die KBC 5 Milliarden aufgenommen hat.

Offenbar ist auch die Kreditklemme in Großbritannien trotz des fleißigen Gelddruckens durch die Bank of England nicht überstanden: So reihte sich auch die Lloyds Banking Group mit einem Kredit von 11,4 Milliarden Pfund ein. Man kann es den Engländern nicht verdenken: Wetten zählen auf der Insel seit Menschengedenken zu den nationalen Sportarten. Daher konnten die Briten nicht widerstehen, das billige Geld aufzuheben – wir werden die Sportsfreunde sicher bald wieder im großen Finanz-Kasino antreffen.

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Kommentare

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  1. Vanessa_ sagt:

    Da wird seit Jahren über die hohe Staatsverschuldung lamentiert und dann werden immer neue Staatsanleihen herausgegeben? Das sind doch immer wieder neue Schulden? Was verstehe ich da falsch? Und vor allem: Warum braucht man Staatsanleihen, um die Banken zu bedienen? [Die EZB hofft, dass die Banken mit dem billigen Geld PIGS-Staatsanleihen kaufen. Ob sie das tun, ist allerdings offen. (Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9600-ezb-veruntreut-ueber-1-billion-euro)] Vielleicht würde es ja noch Sinn machen, wenn der Staat dieses Geld dann direkt in den Mittelstand investieren würde. Aber so?
    Wie sollen die Banken sich denn sanieren, völlig abgekoppelt von der Wirtschaft? Es entsteht andauernd neues Geld, dass keinem realen Gegenwert entspricht. Auf diesem Wege kann niemals etwas gelöst werden. Man schiebt nur das Unvermeidliche vor sich her, um nicht zugeben zu müssen, dass dieses Wirtschafts- und Finanzsystem, so wie es praktiziert wird, gescheitert ist. Wenn die Politikerkaste den Kreislauf des Geldes verstehen würde, müssten sie von selbst drauf kommen, dass es so NICHT funktionieren KANN. Aber bis das soweit ist, wird immer mehr und mehr europäischen Bürgern die Existenzgrundlage beschnitten mit Sparmaßnahmen, die eigentlich nichts anderes als Ausbeutung und Raubzug quer durch Europa bedeuten. Wir gehen wahrlich schweren Zeiten entgegen.

  2. Murksel sagt:

    Welch‘ ein Irrsinn !!
    Statt das die EZB den notleidenden Staaten Kredite gewährt zu 1 % um denen zu helfen , gibt die EZB das Geld an die Banken für 1 % und die Banken kaufen Staatsanleihen der kränkelnden Staaten zu vielleicht 4-8 %. Die Zinsdifferenz bezahlt der europäische Steuerzahler. Die Zinslast für die notleidenden Staaten wird immer größer !! Die kommen aus dieser Schuldenspirale nie heraus, siehe GR. Aber das ist offensichtlich so gewollt.

    Es geht hier eigentlich nur darum der Finanzoligarchie ein Zusatzgeschäft zu Lasten der europäischen Steuerzahler zu verschaffen. Draghi von Goldmann Sachs macht es möglich. Widerlich !!!!!!!!!!
    Und dieses Zusatzgeschäft ist wieder ohne Risiko. Denn geht ein Staat pleite zahlt wieder der europäische Steuerzahler, der zahlt in jedem Falle.
    Und der Hinweis die EZB darf kein Geld direkt an die Staaten vergeben , kann nicht mehr gelten. Die EZB tut jetzt schon Dinge die sie nicht tun darf. Und welcher Vertrag in der EU ist den überhaupt noch eingehalten worden?

    Es hilft nur die Banken zu zerschlagen in normale Geschäftsbanken und Zockerbanken. Und auch für Staatsanleihen müssen die Banken ensprechende Geldreserven besitzen; nicht wie jetzt den Wert“null“..
    Die Zockerbanken dürfen in keinem Fall mehr vom Steuerzahler gerettet werden.
    Da trägt endlich der Investor das Risiko wirklich selbst. Er muß ja nicht zocken.
    Tut er es , ist es sein alleiniges Risiko.
    Wenn das aber so weiter geht werden die europäischen Steuerzahler und Staaten ausgeblutet und versinken in Armut.

    • Murksel sagt:

      Dieses EZB-Spielchen wird mit Sicherheit dann über den ESM weiterbetrieben.
      Dem ist es ja auch erlaubt Banken zu retten (bedienen).

      Der ESM wird nicht den notleidenden Staaten Kredite gewähren zu 1 % um denen zu helfen , der ESM wird das Geld an die Banken für 1 % geben.Und die Banken kaufen Staatsanleihen der kränkelnden Staaten zu vielleicht 4-8 %. Die Zinsdifferenz bezahlt der europäische Steuerzahler. Die Zinslast für die notleidenden Staaten wird immer größer !! Die kommen aus dieser Schuldenspirale nie heraus, siehe GR. Aber das ist offensichtlich so gewollt.

      Es geht hier eigentlich nur darum der Finanzoligarchie ein Zusatzgeschäft zu Lasten der europäischen Steuerzahler zu verschaffen.
      Und mit dem undurchsichtigen , Immunität genießenden , im geheimen agierenden ESM wird es ganz leicht.
      Da werden dann , wie jetzt in GR über das Sperrkonto , erst einmal die Bankster und Investoren auf Kosten der Steuerzahler bedient. Und die europäischen Bürger dürfen langsam aber sicher Hungers sterben . Damit die Superreichen leistungslos !! ihr Einkommen vermehren können , müssen dann eben die dummen Europäer sterben. Widerlich !!!!!!!!!!

    • Ille1975 sagt:

      Die Änderungen würden wirklich etwas bringen, es ist schlichtweg niemand da, der diese auch nur ansatzweise umsetzt.

  3. schlaumeister sagt:

    Das Geld wird von der EZB per Mausklick erzeugt, kostet keinen Cent. Dagegen
    kostet ein 500 Euroschein in der Herstellung ein kleines Vermögen, nämlich 7 Cent.
    (In Worten CENT!)
    Gleichzeitig, damit das Fiat Geld auch wertvoll erscheint, werden Gold und Silber
    vom Finanzkartell pünktlich um 16 Uhr massiv gedrückt und die Long Spekulanten
    werden aus ihren Positionen gekippt, Das passierte gestern und heute steigen
    die Edelmetalle wieder langsam. Wie ein unter Wasser gedrückter Ball, der wieder ü-
    ber die Wasseroberfläche springt.

  4. Steuerzahler sagt:

    http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/2/29_Eveillard_-_Desperate_Central_Banks_Intervene_in_Gold_Market.html

    Jean-Marie Eveillard told King World News

    But as the Austrians (Economists) like to say, ‘If you were stupid enough to let a credit boom go on too long, then once the credit cycle turns, which it did in 2007 and 2008, you have to be careful not to try to patch things up in the short-term. Stabilizing the short-term causes tremendous danger to the medium and long-term.’

    Da versuchen Politiker mit aller Macht etwas zu verhindern, was durch das Rauzögern nur noch schlimmer werden wird.

  5. kneipier sagt:

    In der Euro-Rettung herrscht blinder ökonomischer Idealismus. Alle Länder werden über einen Leisten geschlagen. Davon, dass in Wahrheit der Steuerzahler die Banken rettet, schweigt die Politik.
    Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft Staatstitel nämlich nur in sogenannten Sekundärmärkten, nicht von den emittierenden Regierungen direkt, wie es die amerikanische Federal Reserve Bank oder die britische Bank of England tun. Das ist den Banken ganz recht, denn so verdienen sie eine schöne Marge, nämlich die Differenz zwischen den hohen Zinsen, die unter Druck stehende Emittenten bezahlen, und den niedrigen Refinanzierungszinsen, die ihnen die EZB gewährt. Die Steuerzahler, in den Schuldner- und den Gläubigerländern, bezahlen so die Rekapitalisierung der maroden Bankbilanzen, im Stillen und ohne viel parlamentarische Diskussion.
    Aber Weidmann kritisiert nicht das. Nein, es ist die angeblich großzügige Finanzierung der Regierungen, die er kritisiert, weil sie zu unerwünschtem politischen Verhalten anreize. Fokussiert auf sein Ideal der Trennung von Geld- und Fiskalpolitik, die tatsächlich nur eine Fiktion ist, scheint ihm entgangen, dass die Aufrechterhaltung der Fiktion zu Großzügigkeit gegenüber den Banken und dort zu viel unerwünschtem Verhalten anreizt.
    Quelle: FAZ

    __________________

    Weidmann ist ein Vasall des Systems, hat offenbar wenig Fachwissen und spielt mit…
    nach Merkels Pfeifen.

    Die „parlamentarische Diskussion“ wird ausgeschaltet durch Dummheit und Parteiraison.

    Wie sicher sich Schäuble gestern war, ist daran zu erkennen, daß er während der Bundestagsdebatte dort Sokido auf dem Laptop spielte.

    • eli sagt:

      Das muss er wahrscheinlich machen, weil es beruhigt. Einen Zornanfall im Bundestag kann er sich nicht leisten, zum Schluss würden die Kasperl dann nicht dafür stimmen.
      Der Wutanfall im Mai brachte für Deutschland die Falle, aus der Deutschland ohne großen Schaden nicht mehr rauskommt, ob es so oder so läuft. Beides wird fatal.

    • dogbert sagt:

      Schäuble mußte souverän auftreten. Das geringste Zeichen von Unsicherheit hätte sich evtl. auf die MdBs übertragen.

      Genauso souverän leitete Joschka Fischer die Sitzung des UN-Sicherheitsrats vor dem letzten großen Irakkrieg. Unmittelbar zuvor sagte Bush allerdings, er würde den Irak mit oder ohne UN-Resolution angreifen.

      Vielleicht erfahren wir ja irgendwann, was Schäuble zu seinen Wahnsinnstaten veranlaßt hatte.

    • kneipier sagt:

      Jedenfalls sorgte Schäuble dafür, daß die Bilder von ihm aus der Tagesschau herausgeschnitten wurden, die ihn beim Spielen zeigten:

      http://www.derwesten.de/politik/schaeuble-loest-sudoku-in-griechenland-debatte-ard-muss-bilder-loeschen-id6412684.html

      Werte Reda, ich bleibe dabei, daß das Verhalten Schäubles gerade in dieser Debatte eine ungeheure Missachtung des gesamten Parlamentes war und einen Rauswurf aus dem Plenarsaal gerechtfertigt hätte.

      Jedoch waren sich die Akteure schon vorher einig, wie die Abstimmung auszufallen hat.

      Der Inkompetenz und der Parteiraison sei Dank….