Italien: Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

Italien befindet sich in einer Rezession: Die Wirtschaft schrumpft und die Arbeitslosigkeit nimmt dramatisch zu – vor allem unter den Jugendlichen. Um seinen Wachstumsplan zur Liberalisierung des Dienstleistungssektors durchzusetzen, will Mario Monti nun die Vertrauensfrage stellen.

Den neunten Monat in Folge sinken die Auftragseingänge in den italienischen Unternehmen. Die italienische Zentralbank rechnet sogar mit einem Rückgang des Wachstums um 1,5 Prozent in diesem Jahr. Die am Donnerstag veröffentlichten Arbeitslosen-Daten zeigen zudem, dass die Arbeitslosigkeit in Italien mit 9,2 Prozent auf einem neuen Rekordhoch ist. Im Dezember lag die Arbeitslosenquote noch bei 8,9 Prozent. Und auch die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 31,1 Prozent besorgniserregend.

Die wirtschaftliche Situation des Landes zeigt, wie notwendig der heute zur Abstimmung stehende „Wachstumsplan“ für den Dienstleistungssektor ist. Bereits am 20. März hatte der italienische Premier Mario Monti den Plan vorgestellt. Und seitdem sei er zusehends verwässert worden, so das Bruno Leoni Institut. Das Paket umfasst eine Liberalisierung von Branchen wie Apotheken, Taxis, Banken und Rechtsanwälten, die zwingend ist, um die italienische Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, dass die Maßnahmen definitiv in der zweiten Hälfte des März vom Senat genehmigt werden müssen.

Um seinem Wachstumsplan Nachdruck zu verleihen, hat Mario Monti nun angekündigt, über das Paket die Vertrauensfrage zu stellen.

 

Kommentare

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  1. davide sagt:

    Ich glaube Monti kann es schaffen er geht neue Wege und steht sich auch durch.
    natürlich wirds nicht einfach diese Sparmassnahmen durchzuführen aber die Italiener werden weiterhin wege finden ihre Dolce Vita auch zu finazieren sonst wärens ja auch keine Italiener.Der italiener ist anpassungsfähig wie keine andere mir bekannte Nation.

    Es ist keine Lösung Leiharbeiter einzuführen.
    Es ist keine lösung ich AG zu gründen .
    jeder muss mit sein auskommen ,ein leben in würde führen zu können.
    hier zu lande wo alles Boomt und brächtige ist ,ist leider auch nur mehr schein als sein .uns wird in den nächsten Jahren eine Altersarmut einholen die natürlich keiner Voraussehen konnte.Die krankenkasse die heute Überschuss verzeichnen sind Morgen pleite.
    Wünschenswert wäre ein Nachhaltige politik die uns nicht heute zu Gewinner macht und morgen zu loser

  2. Thomas Bunzel sagt:

    Ihr lieben Italiener , wenn ihr schlau seid , dann versucht so schnell wie möglich diese Bilderberger marionette los zu werden , bevor ihr weiter entrechtet werdet , und ihr vielleicht irgentwann euer Bargeld verliert !
    Das ist nur ein Tipp von mier !!!

  3. Livia sagt:

    Die ganze Produktion in Italien liegt am Boden! Ohne Produktion werden aber keine dauerhaften und eintauschbaren Werte geschaffen. Da der Globalismus und auch die EU die Länder daran hindert, ihre Produktion durch Zölle vor Wettbewerbsvorteilen anderer Weltregionen zu schützen, die man selber nicht hat oder nicht haben möchte, kommt es zu einer realen Wettbewerbsverzerrung, die die Produktion zum Erliegen bringt.
    Dem Land geht es nicht besser, wenn dann im Dienstleistungssektor die Arbeit durch „Liberalisierung“ auf so viele Personen aufgeteilt wird, daß keiner mehr davon leben kann! Dann (kann) auch keiner mehr Steuern zahlen, sondern muß aus Steuermitteln Zuschüsse bekommen. Unser „Jobwunder“ basiert zum großen Teil auf diesem Umstand.
    Der Unterschied zwischen uns und den Südländern ist doch der, daß sich dort die Älteren nicht aus ihren Positionen verjagen lassen und die Jungen arbeitslos sind; während bei uns die Altersdiskriminierung stillschweigend geduldet bis gefördert wird, während die Jungen wegen mieser Bezahlung oft mit mehreren Jobs rund um die Uhr beschäftigt sind. Man weis eben genau, daß die Jungen keine Zeit haben sollten, auf die Straße zu gehen und die Alten es ohnehin eher nicht tun!

  4. Murksel sagt:

    Zitat:
    Die wirtschaftliche Situation des Landes zeigt, wie notwendig der heute zur Abstimmung stehende „Wachstumsplan“ für den Dienstleistungssektor ist. Bereits am 20. März hatte der italienische Premier Mario Monti den Plan vorgestellt. Und seitdem sei er zusehends verwässert worden, so das Bruno Leoni Institut. Das Paket umfasst eine Liberalisierung von Branchen wie Apotheken, Taxis, Banken und Rechtsanwälten, die zwingend ist, um die italienische Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.
    ———————————–
    Verstehe den Artikel nicht.
    Eigentlich haben wir doch inzwischen gelernt, dass diese ganze Liberalisierung und Deregulierung nicht zu mehr Wachstum führt. Eher das Gegenteil tritt ein.

    • NoFuture sagt:

      Den Kommentar verstehe ich nicht. Wir leben leider nicht mehr in einer Marktwirtschaft, sondern in einem für alle unüberschaubaren Dickicht von Regulierungen, Vorschriften und Gesetzen, die freies Handeln nahezu unmöglich machen. Daher ist dieser Ansatz der Deregulierung so schlecht nicht. Aber er wird deutlich nicht ausreichen. Das Problem liegt – auch in Italien – leider an anderer Stelle. Die horrende Staatsverschuldung Ist nicht mehr kontrollierbar!
      Und wer hat’s gemacht? Politiker und Banker! Ach Sorry, das ist ja mittlerweile dasselbe…

  5. Chris sagt:

    Das gleiche Spiel wie in Griechenland. Italien ist unregierbar! Erst wenn die Leute nichts mehr zu fressen auf dem Tisch haben, werden sie einsehen, daß ihre Privilegien nichts wert sind!

  6. Der Forscher sagt:

    Das einzige Mittel das es den EU Ländern wieder gut geht , ist der austritt aus dem Euro , zurück in die Nationalen Währungen .
    Oh Über die Arbeitslosigkeit wird geredet ? Wie alle Eu Länder , so schönt auch Italien die Arbeitslosenquote . 31,1% wie präzise ( grins) wartet mal ab wie schnell die auf 45-50% ist , dann tanzt das Volk auf der Strasse , doch es wird ein tanz mit Steinen und Knüppeln gegen Politiker werden .
    Celete und Ulfkotte sagte schon vor langer Zeit , es wird blutige Bürgeraufstände in ganz Europa geben. In Griechenland sind sie schon blutig , Italien, Spanien,Portugal , werden folgen .
    Frau Merkel , wird immer wieder alle versprechen an IHR VOLK brechen ( siehe 2 Rettunspacket Griechenland, ESFM ,ESM,Euurobonds usw ) sie wird allem nachgeben was die Mächtigen fordern . aber irgendwo muss die Kohle ja herkommen , darum werden die Steuerschrauben , für den deutschen Michel 2012 mächtig angezogen . OK es dauert noch was , aber irgendwann wird auch der Deutsche sich erheben , ich glaube dann war Griechenland nur ein Kaffeekränzchen , zu dem was dann hier ab geht.

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    Tatsächlich ist die im Grunde einfache Ursache der gegenwärtigen „Finanzkrise“ seit langem bekannt und auch die ebenso einfache wie einzig denkbare Möglichkeit, sie zu überwinden. Aber noch wagt sich (fast) niemand an die Vorstellung heran, dass eine wirtschaftliche Erholung in diesem System nicht mehr möglich ist. Denn eine kapitalistische Marktwirtschaft ist immer nur solange (halbwegs) stabil, wie sie noch wachsen kann. Sobald eine kapitalistisch pervertierte Marktwirtschaft anfängt zu schrumpfen, ist sie niemals mehr in der Lage, sich auf einem etwas niedrigeren Niveau zu stabilisieren, sondern sie bricht komplett zusammen! Das war noch nie anders, wie schon vor über einem Jahrhundert der Volkswirtschaftler Prof. Dr. Gustav Ruhland über einen Zeitraum von drei Jahrtausenden und anhand von 22 über die menschliche Kulturgeschichte verteilten Volkswirtschaften nachweisen konnte.

    http://www.deweles.de/globalisierung/mut.html

  8. Vanessa_ sagt:

    Wachstum im Dienstleistungssektor!? Was für ein Schwachsinn! Wie im deindustrialisierten Amerika oder UK wurde und schon vor Augen geführt, dass ohne produzierende oder verabeitende Industrie kein Staat (für alle) zu machen ist. Kein Land kann immer nur von Dienstleistungen leben, zumal das auch noch der Sektor ist, der in Deutschland die Leih- und Zeitarbeit/Niedriglohnsektor erst so wuchern ließ. Wie wäre es, wenn endlich mal einer der angeblichen Experten zugibt, dass durch fehlendes produzierendes und verarbeitendes Gewerbe der Markt/die Wirtschaft zum Erliegen kommt? Ganze Landstriche in Europa sind auch bereist fern von jeglicher anständigen Wirtschaftsgrundlage. Nur noch Großkonzerne bestimmen das Geschehen zum Wohle der selbsternannten „Eliten“.

    Ich kann auch dieses Wort Wachstum einfach nicht mehr hören/lesen! Bestes Beispiel im Energiesektor: Wir sollen sparen und sparen und sparen. Wenn wir nun aber alle Strom sparen (Nachfrage sinkt), müßte nach dem heute gelehrten Prinzip der Marktwirtschaft (steigende Nachfrage -> steigende Preise, sinkende Nachfrage -> sinkende Preise) der Strom im Laufe der Jahre billiger geworden sein. Was ist aber die Tatsache? Er steigt kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Man erzeugt Wachstum durch Preiserhögung. Was hat das bitte mit WIRTSCHAFT im herkömmlichen Sinne zu tun? Im Handel sieht es genau so aus. Mindestens 2x im Jahr werden die Verpackungsgrößen kleiner, aber der Preis bleibt gleich oder steigt sogar dabei, und das bei so gut wie allen Produkten. Bei Kaffee wird einfach ein Zusatzstoff beigefügt, um das Zeug zu strecken. Sowas ist meines Erachtens offiziell genehmigter Betrug, um angebliches Wachstum zu propagieren!

    • Industriekauffrau sagt:

      Sehr guter Kommentar, Vanessa 🙂

      und absolut richtig was das wirtschaftliche Prinzip angeht (steigende Nachfrage = steigende Preise und umgekehrt). Jedoch gibt es auch eine andere wirtschaftlich Entwicklung, wenn man sich z.B. die Kaufkraft ansieht:

      steigende Preise = sinkende Nachfrage
      sinkende Preise = steigende Nachfrage

      Ich vergleiche die aktuelle Situation (z.B. Energie) mit einem ahnungslosen Kneipenwirt:
      „Die Kneipe handelt seit vielen Jahren nach dem selben Konzept, Kundenwünsche uninteressant und auch keine Investitionen für die Zukunft,
      FOLGE: die Gäste werden ab einem gewissen Punkt von Monat zu Monat weniger (wirtschaftliche Sättigungsphase erreicht).
      Was tut der ahnungslose Wirt? Er erhöht die Preise trotz sinkender Nachfrage.
      FOLGE: noch weniger Gäste.
      Da unser Wirt aber seine Kosten decken muss erhöht er wieder die Preise und die letzten 5 Stammgäste tragen die Last der fehlenden 50 Gäste. FOLGE: Auch der letzte gutmütige Gast kommt nicht mehr und der Wirt kann den Laden zusperren…“

      Was ist passiert? Der ahnungslose Wirt sah nur die Wirkung (stabile bis steigende Fixkosten und Umsatzverluste), jedoch nicht die Ursache (minderwertige bis fehlende Gegenleistung).

      Meiner Meinung nach versuchen u.a. die Energieversorger, usw. den Umsatzeinbruch (Sparverhalten der Konsumenten [siehe CO2-Wahn / Hartz 4, usw, ] durch Erhöhungen zu neutralisieren.
      FOLGE: es wird nochmehr gespart =>
      FOLGE: es wird noch mehr erhöht,
      …und so weiter und so fort.
      Das ganze gipfelt dann an dem Punkt, wo nicht mehr weiter eingespart werden kann und 5 Leute (ob sie es wollen oder nicht) die Kosten der gesamten Umsatzausfälle tragen müssen.

      Von Profit-Gier möchte ich lieber gar nicht reden, sonst wird mir noch übel…

    • Michele sagt:

      Richtig Vanessa!

      Dienstleitungen sind ein notwendiges Übel, im ÜBERMASS schädlich und nicht haltbar..
      Gleiches gilt für Banken, Börsen, unproduktive Staatsquoten ect. ect.

    • Michele sagt:

      Ihre übrigen Ausführungen sind die Folge der UNPRODUKTIVEN Anteile wie Prestige-Verwaltungskosten, Hohe Gewinnausschüttungen, Public Relation, Werbung, globale Transportkosten, Staats-Abgaben ect. ect.

      • Vanessa_ sagt:

        Ja, ich weiß es. Wollte nicht zu sehr ins Detail gehen. Genau das, was Sie da aufzählen Michele, wird in den staatlichen Unternehmen immer angeprangert, egal ob in Griechenland oder wo auch immer. In privatwirtschaftlichen Unternehmen sieht es allerdings ganz genau so aus. Oben wird sich bedient, dann die Investoren und den kläglichen Rest darf sich die Belegschaft/Arbeitnehmerschaft teilen. Nun gut, es gibt Ausnahmen, aber im Allgemeinen läuft es so doch ab. Deshalb weiß ich nicht, wieso immer auf staatlichen Unternehmen rumgehackt wird, wenn es in der Privatwirtschaft ganz genau so aussieht. Die verdienen sich dann auch noch durch teilweise interne, aber auch externe Leiharbeitsfirmen noch zusätzlich eine goldene Nase. Das so viele Leute das nicht sehen wollen, oder können, bleibt mir ein Rätsel.

  9. schlaumeister sagt:

    Bevor man einen Euro einführt, hätte man alle wirtschaftlichen Konditionen har-
    monisieren und gleichschalten müssen. da hätte man gleich die nationalen Wider-
    stände gesehen und wär heute noch am verhandeln. Der Euro wäre eine Utopie
    geblieben.

    • Vanessa_ sagt:

      Sie haben so Recht! Nur dann hätte man praktisch die DDR neu bauen müssen, direkt über ganz Europa erstreckt. Dagegen hätte sich ja nun sicher so ziemlich jeder zur Wehr gesetzt. Also hat man das Pferd von hinten aufgezäumt. Wie sagte mein Opa immer so schön? „Von hinten durch die Brust ins Auge“ 😉