Krise in China: Regierung kürzt Wachstumsziel

Um nicht weiter so stark von dem Export in die EU abhängig zu sein, will die chinesische Regierung den inländischen Konsum ankurbeln und kürzt für 2012 das geplante Wachstumsziel. Das Land braucht dringend eine andere Wachstumsstrategie verfolgen: Die Einkommen sind zu gering, die lokalen Regierungen sind überschuldet und die Unternehmen brauchen Finanzspritzen.

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Angesichts der Rezession in Europa, die einen Rückgang der Exporte chinesischer Produkte zur Folge hat, kürzte die chinesische Regierung am Montag das nationale Wachstumsziel für 2012 von 8 auf nur mehr 7,5 Prozent. Experten rechnen sogar damit, dass Chinas Wirtschaft ab 2016 jährlich lediglich 5 Prozent wachsen wird. Im Januar sanken die Exporte Chinas um 0,5 Prozent und der Umsatz in der Europäischen Union stieg 2011 nur noch um 14 Prozent – 2010 lag sogar der Gewinn bei 32 Prozent, so die chinesische Zollverwaltung.

Entsprechend soll der inländische Konsum angekurbelt werden, um die Abhängigkeit von den Exporten in die EU und die USA zu verringern. Doch angesichts der niedrigen Löhne im Land ist das ein schwieriges Unterfangen (Die Weltbank forderte bereits eine Umstrukturierung der Wirtschaft in Richtung soziale Marktwirtschaft – mehr hier). „Die größte Hürde, die die chinesische Wirtschaft jetzt  überwinden muss, ist, das das Einkommen der Regierung zu hoch und das der Bürger zu niedrig ist“, sagte Zong Qinghou Bloomberg. Seiner Meinung nach sollte auch die ökonomische Rolle der Regierung zugunsten der Privatwirtschaft reduziert werden.

Die Nation müsse sich zu einem „nachaltigerem und effizienterem Modell“ hin entwickeln, um eine „hochwertigere Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu erreichen“, erklärte der chinesichen Premierminister Wen Jiabao auf der Jahresztagung des Nationalen Volkskongresses in Peking ie neue Strategie. Nichts desto trotz will der Premierminister Wen Jiabao die „proaktive“ Fiskalpolitik und die „vorsichtige“ Geldpolitik fortsetzen.Das starke Eingreifen der chinesischen Regierung wirkt sich sehr stark auf die Privatwirtschaft aus. Die Häuserpreise sinken seit Monaten, die Unternehmen leiden unter massiven Liquiditätsengpässen (hier) und die lokalen Regierungen versuchen derzeit, die von der Zentralregierung in Auftrag gegeben Infrastruktur- und Bauprojekte zu dämpfen – sind sie doch hoch verschuldet (die Zentralregierung denkt sogar mittlerweile über Bailouts für lokale Regierungen nach – hier).

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Kommentare

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  1. isolde sagt:

    hier ist afganistan: ami go home…..in the holzkist, egal wie

  2. isolde sagt:

    krise in USA,
    Obama ruft die Diktatur aus.

  3. Chris sagt:

    Oh ja, eine „soziale“ Marktwirtschaft aufbauen, tolle Idee! Das war in Deutschland auch irgendwann mal geplant. Inzwischen ist es eine sozialistische Marktwirtschaft geworden, mit blockierten Arbeitsmärkten, einem insolventen Rentensystem, einem Gesundheitssystem, das auf Kosten der Ärzte lebt, EEG, korrupte Politiker, faule, überbezahlte Beamte, usw. Ja, die „soziale“ Marktwirtschaft ist eine ganz tolle Idee, man kann den Chinesen nur empfehlen das auch zu kopieren. Das wird dann das erste Mal sein, daß sich niemand über ein Plagiat beschwert!

  4. Texe sagt:

    Wäre es nicht für alle Länder besser dem Globalisierungswahn den Rücken zu kehren ?
    Wenn jeder hauptsächlich für sich sorgt und nur Übrschüsse handelt wird es nie zu solchen Verwerfungen kommen wie derzeit !

  5. Observer sagt:

    Alle BRIGS Länder haben, was den untergehenden Industrienationen zwischenzeitlich absolut fehlt: INLADSMARKT (den können sie zwischenzeitlich auch selbst bedienen) und als Wahlbrasilianer kann ich ein Lied davon singen, wie positiv sich das für eine Nation auswirkt, auch langfristig!
    Damit werden nicht nur auf Jahrzehnte hinaus, diese Länder die falsche Geld- und Fiskalpolitik überstehen, schließlich repräsentieren sie mehr als Dreiviertel der Erdbevölkerung!
    Durch die Verarmung der Bevölkerung der niedergehenden Überflussgesellschaft stellen genau die sich in ein paar wenigen Jahren in die Schlange der Dritten Welt Länder wieder hinten an und haben dadurch die gleichen Chancen auf neues Wachstum!

    So dreht sich die Welt im Kreis, solange das System nicht geändert wird
    Keiner wird es ändern, diejenigen die es dominieren schützen es und die Schafe leben einfach damit!

  6. isolde braun sagt:

    na, da hör´ ich den Westen aber schon schwer röcheln….wenn China nur mal einen Schnaufer tut.

    aber die bosse mußten ja alle hin und haben vergessen wo sie hergekommen sind.

  7. schlaumeister sagt:

    Noch schlimmer als in Deutschland, hat China auf Wachstum durch Export gesetzt.
    Die USA hat mit immer wertloseren Dollars bezahlt, die im Überfluß aus dem Nichts
    generiert werden. China hat seinen Renmimbi dagegen nochmals billigst gehalten,
    damit der Export auch immer toller funktioniert. Deutschland und China als Haupt-
    exporteure sitzen in der Falle, weil die Exporte eine Abhängigkeit erzeugten, China
    hat jetzt Billionen Schrottdollars, Deutschland hat seine Export über die Target 2
    Salden so gut wie verschenkt. Chinesen arbeiten für niedrigste Gehalter, in DE
    sind die Nettolöhne im Vergleich zu den Europleiteländer gesunken. Diese haben
    auf Pump auf unsere Kosten konsumiert.