Schuldenschnitt: Deutscher Anlegerverein rät zum Nein

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz rät Investoren von kurzfristigen Anleihen, das Angebot für den freiwilligen Schuldenschnitt nicht anzunehmen. Die Laufzeit für die neuen Anleihen würde bei ihren Papieren einen höheren Verlust bedeuten.

Aktuell
Griechenland: Erste Banken beteiligen sich am Schuldenschnitt

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat am Montag eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie den Anleger, die griechische Staatsanleihen mit einer kurzen Laufzeit halten – Fälligkeit 2012 – von einer Beteiligung am griechischen PSI abraten. Die Anleger sollen beim freiwilligen Schuldenschnitt auf mindestens 53,5 Prozent verzichten. Da die „neuen Anleihen Laufzeiten von 30 Jahren haben werden“, wird der Verzicht gerade für diejenigen, so Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW, „deutlich höher ausfallen“.

Das Risiko sei für diese Anleger „überschaubar“. Stimmten tatsächlich zwischen 75 und 90 Prozent der privaten Gläubiger dem Angebot der griechischen Regierung zu, könnte die „collective action clauses“ in Kraft treten. Wer zuvor dem PSI nicht zugestimmt hätte, würde behandelt, als hätte er zugestimmt und würde somit nichts verlieren, erklärt der DSW in einer Pressemitteilung. Läge die Zustimmungsquote sogar bei über 90 Prozent, „wird der Umtausch freiwillig durchgeführt“, erläutert Marc Tüngler. „Im Ergebnis dürfte das bedeuten, dass sich an der Endfälligkeit der Anleihen derjenigen Investoren, die sich gegen das Angebot entschieden haben, nichts ändert.“ Bei den 2012 fälligen Anleihen bestünde „dann durchaus die Chance einer Rückzahlung zum Nennwert“, fügt er hinzu.

Nur, wer „aus Sicherheitsgründen eine Risikoreduktion“ wünsche und Anleihen mit längerer Laufzeit halte, sollte eine Annahme des Angebots in Betracht ziehen. Einerseits sei es für die Anleger interessant, weil die neuen Anleihen nach englischem Recht“ beurteilt werden und sie so gegen neue Änderungen abgesichert sind. Andererseits seien immerhin „15 Prozent des Nennwertes über PSI- oder EFSF-Anleihen abgesichert, hinter denen die Europäische Finanzierungsstabilisierungsfazilität und damit ein sicherer Schuldner steht“, erklärt Marc Tüngler.

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Kommentare

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  1. Michael sagt:

    Erstens mal ist es generell nicht sinnvoll Griechen – Anleihen freiwillig umzutauschen. Ein Schuldenschnitt ist nie freiwillig. Zweitens würden die „neuen“ Anleihen CCC-Ratings haben. Ausfallwahrscheinlichkeit binnen eines Jahres fast 100%. Man muß schon ein knallharter Zocker sein, wenn man Griechen Anleihen überhaupt halten will. Mit den Portugiesen sieht es nicht viel besser aus. Die Italiener und Spanier wurden auch nur von Mario Draghi vor dem Bankrott „gerettet“.

    Jetzt zu dern 2012-ern. Sie wurden wie irre bei Kursen zwischen 30 und 40% gekauft. Plus Stückzinsen. Sie werden statt zu 100% nur zu 50% umgetauscht. Das sind ex. Stückzinsen 20-30% Gewinn. Möglicherweise marginale Verluste. Aber so irre, ein Papier mit einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren bei Verzinsung von 2% und Rating CCC zu halten ist selbst der dümmste Bankster nicht.

    Wir können ja gern die Griechen, Portugiesen, Italiener und Spanier noch weiter durch „Rettung“ martern, aber so, wie der Euro heute funktioniert und die EZB handelt, wandle ich meine nicht unmittelbar benötigten Ersparnisse in besseres „Geld“ um.

  2. conforma sagt:

    Gibt es einen Grund, per freiwilligem Schuldenschnitt direkt oder indirekt die Banken- und Finanz-Branche noch ein wenig mehr profitieren zu lassen?
    Ich persönlich als Nicht-Banken-Anleger oder Nicht-Banken-Investor würde lieber auf Summen verzichten, als diesen Finanz-Ganoven noch den Beutel voller zu machen.

    War es nicht erst gestern in einem TV-Bericht, in dem die Korrespondentin Hanni Hüsch (ich hoffe, ich treffe es korrekt) über die USA berichtet hat, dass etwa 10 bis 11 Millionen Leute von einer Zwangs-Räumung betroffen sind und das ganze Drama noch weiter geht?
    Und in den USA war maßgeblich die Deutsche Bank mit Partnern an diesen Ungeheuerlichkeiten beteiligt – ohne nennenswerte Haftung, weil in den USA mittlerweile eine Finanz-Junta die eigentliche Regierungs-Macht ausübt, gegen die nicht einmal der amerikanische Präsident stark genug anstinken kann.

    Da finde ich es vollkommen in Ordnung, dass die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz den von ihnen gemeinten Investoren rät, das Angebot für den freiwilligen Schuldenschnitt nicht anzunehmen. Die Laufzeit für die neuen Anleihen würde bei ihren Papieren einen höheren Verlust bedeuten.

    Und wenn sie doch den Schnitt annehmen, möchte ich fast wetten, dass sie dann in Betrüger-Hand landen und gnadenlos noch um den Rest betrogen werden.

    Finanzleuten und Polit-Ganoven würde ich niemals und kein einziges Mal mehr vertrauen!

  3. André Schwaermer sagt:

    Es sollte sich überhaupt mehr „NEIN“ einbürgern!

    Nein zum Schuldenschnitt, vor allem „NEIN“ zu den kaputt-spar-Auflagen der EU, die Rajoy soeben überdie Schulter rutsche liess und klar machte, was „hoheitliche Entscheidungen“ sind.

    http://uhupardo.wordpress.com/2012/03/04/rajoy-zockt-defizit-obergrenze-wird-nicht-eingehalten-und-fertig/

  4. HEISENBERG sagt:

    Ich glaube mittlerweile wissen alle das Der Euro zerbricht,das Problem ist aber, das keiner derjenige sein will dessen Name dafür im Geschichtsunterricht über Jahrzehnte hinweg genannt wird!Ich hoffe mittlerweile sogar das nicht schon wieder die Deutschen die Bösen sind!

  5. mandelkern sagt:

    Hier eine kleine Posse dazu, aus dem „Stützungstagebuch 2012“:

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=10d9c49a46&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=11499

    Im Mai 2010 rief das Handelsblatt die Initiative „Wir kaufen griechische Staatsanleihen!“ ins Leben, für die bedeutsame Persönlichkeiten wie Hans Eichel oder Bert Rürup gewonnen werden konnten.
    Wie einst bei der Jägermeister-Kampagne (….ich trinke Jägermeister, weil…) hiess es damals aus Prominenten-Mund: „Ich kaufe Griechenland-Anleihen, weil…“ und den geneigten Handelsblatt-Lesern wurde ein hellenisches Investment angepriesen wie der würzige Magenbitter.
    Ja, das waren damals Zeiten!
    da war die Krise noch jung und es war so leicht, ein europäischer Held zu werden.

    • dogbert sagt:

      Bert Rürup? Der hat doch gerade ein nettes Buch herausgebracht:
      „Fette Jahre – Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat“
      Demnach ist alles gut, wir müssen uns also irren.

      • meinung sagt:

        Er verwechselt seine Firma die er mit Maschmeyer zusammen hat,mit der deutschen realität…

      • mandelkern sagt:

        Ja, der Bert, genau.
        Co-Autor bzw. Hauptschreiber ist Dirk Heilmann (vom Handelsblatt schon wieder. )
        Das Buch soll ein erquickender Mutmacher sein in Zeiten, in denen „der Pessimismus wie Mehltau über dem Land liegt“.
        Das hat er richtig beobachtet, und hält mit dem ganz grossen Bekämpfer dagegen:
        Deutschland könnte im Jahr 2030 – von allen Staaten weltweit – das höchste Pro-Kopf-Einkommen haben. Außerdem werde auf dem Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung herrschen, und auch die Löhne könnten spürbar steigen.
        (Vorausgesetzt, es kämen keine weiteren Krisen.)

        Die deutsche Wirtschaft ist tatsächlich gut aufgestellt derzeit, da hat er sogar recht. Wäre da nicht das kleine Problem mit dem Euro…
        Hier erweist sich Rürup überraschend als profunder Kenner:

        „Gelegentlich hat man als Politiker die Wahl zwischen Pest – das ist das Zusammenbrechen der Euro-Zone – und Cholera. Und wenn man Medizin studiert hat, dann weiß man: wenn man nur diese Wahl hat soll man immer die Cholera nehmen, weil die überlebt man zu 85 Prozent, die Pest dagegen nur zu 10 Prozent. Genau das ist der Punkt und deshalb ist die Entscheidung, die man jetzt getroffen hat, völlig richtig.“

        dann hoffen wir mal, er verwechselt da nichts!

  6. saito sagt:

    Man schwindelt sich so durch, nur um Zeit zu gewinnen. Nichts wird geregelt und schon gar nichts wird besser.
    Das dicke Ende ist absehbar.

    mit freundlichen grüßen

    • der "Schwarze Freitag" sagt:

      „Das dicke Ende ist absehbar.“

      Das Schicksalsdatum von Maya 21.12.2012 ist auch ein Freitag.

    • meinung sagt:

      noch nicht……denn es muß eine Inflationierung,Krieg oder offener Staatsbankrott geben,damit die Umverteilung von unten nach oben perfekt abläuft.
      Anders ist dieses Welt Problem nicht mehr zu lösen…

      Die Rettungschirme werden jetzt noch nicht benötigt,die braucht man wenn die Inflationierung der Schulden für die Staaten auf Hochtouren laufen.Es ist praktisch in solch einen Moment nichts mehr beschließen zu müssen…. da dann sowieso keiner mehr zustimmen würde…..ohne sein Kopf zu verlieren…die Krise hat noch nicht begonnen …….es läuft noch ein wenig……bis alle Vorbereitungen getroffen wurden sind…für die vollständige Vernichtung des gesamt Finanzsystem…und deren bekannten folgen für alle……….

      • Dalien Forester sagt:

        Das funktioniert NICHT mehr…Es wären global 99,9 % ALLER Menschen betroffen…glauben Sie das sich 99,9 % kollektiv und sofort versklaven lassen?
        Das System implodiert global und das ist ein spirituelles Ereignis das schon viele Geknechtete herbeiseh(n)en.

        • meinung sagt:

          Nein,das will ich nicht hoffen….aber an eine Kollektiven verlust für Masse schon…In letzten 100 Jahren ist dieses schon zweimal passiert……

          Ein Krieg im Iran wäre da ,sehr willkommen!!! um es krachen zulassen…

          Nur diesemal wird sich keine Nation so schnell erholen,weil diesmal eine ZENTRAL Macht installiert werden soll…die u.a dafür zuständig sein wird absolut abhängig von ihr zu sein…

          Tipp: Folge das Geld und deren Ziele
          Tipp: Mal mit Albert Pike beschäftigen

        • meinung sagt:

          Foreign Affairs 7 Febr. 2012 und Reuters 24 Oct. 2011: Im Oktober letzten Jahres kam ein kühner Vorschlag, das globale Finanzsystem zu reformieren, und zwar von der katholischen Kirche. Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Friedenargumentierte für Kapitalverkehrskontrollen (wie die “Tobin-Steuer“). Die Instabilität und wirtschaftliche Ungleichheit bedeuten, dass die Welt jetzt “ein System der Regierung für die Wirtschaft und internationale Finanzwelt braucht”. Die Staat-basierte, internationale Ordnung, wird dann eher bereit sein, ihre eigene Souveränität im Interesse des Gemeinwohls der globalen Menschheit abzutreten. Die Kirche sieht seit langem nationalstaatliche Souveränität als eine Herausforderung ihrer Autonomie.

  7. G.N. sagt:

    „…weil die neuen Anleihen nach englischem Recht“ beurteilt werden und sie so gegen neue Änderungen abgesichert sind. 15 Prozent des Nennwertes über PSI- oder EFSF-Anleihen abgesichert, hinter denen die Europäische Finanzierungsstabilisierungsfazilität und damit ein sicherer Schuldner steht.“ Ja, wer mag das wohl sein?- Das heißt doch nichts Anderes, als dass wir Steuerzahler für die nächsten 30 Jahre auf die Rückzahlung der Kredite verzichten, damit die Gläubiger (Banken und Versciherungen) danach das Geld mit einem garantierten Zins zulasten der Steuerzahler zurückbekommen, für den wir auch noch haften!

  8. meinung sagt:

    nämlich den Totalverlust, wenn das Target 2 System der Bundesbank
    (Stand 547 000 000 000Euro)uneinbrignlich gegenüber der EZB wird und platzt….das bedeutet Staatsbankrott dür BRD……Aber Bürger haften auch für diese Summe selbstverständlich……

    Alles nur Zufall…….was da im Finanzsystem passiert….!!!

    • schlaumeister sagt:

      das ist die Vogel Strauß Manie: alles schön rechnen und vertuschen,
      auf die lange Bank schieben, auf die Zukunft schieben und in Bad Banks
      verschwinden lassen. Nur jetzt die nackte Wahrheit vernebeln, damit
      keiner hinter den verbrecherischen Betrug schaut. So bekommt man
      wieder 2 Monate rum. Die Endabrechnung wird wieder einmal später
      serviert.

      • meinung sagt:

        Es muß jetzt noch ein schuldiger gefunden werden für diese Schuldenorgie…z.b.
        die terroristen oder oder die Präsidenten der Nordafrikanischen Staaten oder Putin oder China oder sogar die Spekulanten…damit das versagen der letzten Jahrzenten von den Politiker überdeckt werden kann ,wenn das Sparguthaben der deutschen weg ist …….! (alles ins Casion gebracht..)

        dann kann man sagen: Wenn der Krieg nicht gewesen wäre,dann hätten wir die Krise im Griff gehabt und den Wohlstand erhalten können,aber jetzt ,ja jetzt ….können wir auch nicht dafür…..

        • mandelkern sagt:

          Ist schon ausgemacht die Schuldige, es ist Merkel selbst:

          wegen ihres „unzureichenden Krisenmanagements“, „taktierens ohne Strategie“, „Beharrens auf Stabilitätspolitik“, „Verordnung von Sparzwängen“ und dergleichen.
          Das ist nicht nur von der EZB oder aus „Partnerländern“ zu hören, sondern auch von deutschen Volkswirten, sprich:
          hätte Merkel gleich zu Beginn der Schulden-Krise unbeschränkte Haftungszusagen in Billonenhöhe gegeben, dann wären die Märkte so tief beeindruckt gewesen, dass die geblufften Investoren sich die griechischen Anleihen nur so aus den Händen gerissen hätten, für billig Zins.
          Euro-Bonds wären natürlich noch besser gewesen.
          Und alles wäre längst wieder gut, ganz ohne Gelddruckerei…

          Aber da Merkel sich lange so zugeknöpft gab und das deutsche Staatsvermögen nur stückweise preisgegeben hat, wird es jetzt richtig teuer für uns und inflationär obendrein.
          Geschieht uns recht, denkt man sich anderswo.

          • meinung sagt:

            sie durfte aber nicht!!!!

            Seehofer sagte (nachzusehen auf youtube..)wer was zu enscheiden hat ist nicht gewählt und wer gewählt ist ,hat nichts zu entscheiden….

            Tipp: Folgen dem Geld um Antworten zu bekommen…

    • G.N. sagt:

      „Bürge= Bürger“ halt, wie das Wort schon sagt. Wir haften für das Chaos, das die hochverr.. Regierung verzapft!