Niederlande: Geert Wilders will Austritt aus der Eurozone

Der Euro kostet die Niederländer mehr als er ihnen nützt, denkt der populistische Politiker Geert Wilders. Deshalb sollten die Niederländer in einem Referendum über den Austritt des Landes aus dem Euro abstimmen.

Über seinen Twitter-Account vermeldete der niederländische Politiker Geert Wilders der Partei für die Freiheit (PVV), dass seine Partei den Gulden zurückwolle. So wird erwartet, dass er am späten Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz ein Referendum zum Euro-Austritt der Niederlande fordern wird. „Je eher ein Referendum über den Euro und den Gulden stattfindet, umso besser“, äußerte sich Wilders Reuters gegenüber. „Die niederländischen Bürger haben das Recht, besonders jetzt, da wir wieder vor bedeutenden Haushaltskürzungen stehen“.

Zudem hatte Geert Wilders bei dem britischen Marktforschungsinstitut Lombard Street Research eine Studie in Auftrag gegeben, die belegen soll, dass die Kosten für die Mitgliedschaft in der Eurozone größer seien als der Nutzen. Diese soll ebenfalls am Nachmittag ausführlich vorgestellt werden.

Geert Wilders ist ein bekannter Euroskeptiker, der sich gegen ein Rettungspaket für Griechenland ausgesprochen hat. Zuletzt geriet er allerdings aufgrund einer Webseite seiner Partei in die Kritik. Dort sollte es den Bürgern ermöglicht werden, sich über Osteuropäer zu beschweren.

Eine Mehrheit der niederländischen Wähler steht derzeit jedoch hinter dem Euro – aber die wirtschaftliche Lage des Landes hat sich deutlich verschlechtert (die Niederlande verfehlten das Defizitziel – hier). Vergangene Woche kündigte die Regierung an, dass sich das Land in einer Rezession befinde (Die neuen Regelungen des Fiskalpaktes könnten dem Land nach dessen in Kraft treten Probleme bereiten – mehr hier).

Aus diesem Grund nahm Geert Wilders am Montagvormittag an der Diskussion mit dem niederländischen Premierminister Mark Rutte über mögliche Ausgabenkürzungen teil. Alle Parteien und die Niederlande werden durch diese Maßnahmen „Schmerzen erleiden“, sagte Geert Wilders im Anschluss. 16 Milliarden Euro müssten eingespart werden, teilte der Premier Mark Rutte mit. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte indes im niederländischen Fernsehen, die erforderlichen Kürzungen der Niederlande sind „eigentlich nicht so groß“. „Haushaltskürzungen von 1,5 Prozent können eine Wirtschaft nicht ruinieren“. Insofern würde er die Situation nicht „dramatisieren“.

Derzeit besteht die niederländische Regierung aus einer Koalition zwischen der Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) und dem Christdemokratischen Appell (CDA). Mit Geert Wilders Partei PVV hat die Regierung exakt eine Stimme mehr als die erforderliche Mehrheit. So ist die Regierung bei wichtigen Gesetzen auf die rechts-orientierte Partei Wilders angewiesen.

Kommentare

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  1. Grauber sagt:

    Dadurch, dass Vernunft in die Hände von Populisten gegeben wird, wandelt sie sich nicht zwangsläufig zu Unvernunft.

  2. T.Euro sagt:

    Da kann man nur hoffen daß G. Wilders nicht betrunken Auto fährt und einen tödlichen Unfall hat wie z.b. Jörg Haider oder sich den Strick nimmt wie z.b. Kirsten Heisig. Wer jetzt noch glaubt das daß ein Unfall (Haider) und ein Suizid (Heisig) war dem ist nicht mehr zu helfen.

  3. Selbstdenker sagt:

    Nicht nur Geert Wilders. Es gibt noch mehr Politiker in Europa, die zum aufrechten Gang zurückkehren und ihren Beitrag leisten, dass diese unsägliche EU dahin gebracht wird, wo sie hingehört: In den Mülleimer der Weltgeschichte – je schneller desto besser.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13906498/Vaclav-Klaus-will-Europaeische-Union-zerschlagen.html

  4. Martin sagt:

    Hurraaaaaaaaaaahhhh,

    endlich ‚mal ein Mann, der die Wahrheit sagt!!!!! Mag es für die Vorderen der auch unbequem sein, es ist einfach so…….

    Ich darf daran erinnern, dass auch wir Deutsche NICHT zu dem schwindsüchtigen Euro befragt wurden. Das ist Fakt. Es war nur eine Selbstverherrlichung eines dicken Bimbes.

    Grüße aus Aachen…..
    Martin

    • Dr. Helmut Kohl sagt:

      Wer so redet ist ein Volksverhetzer und behindert nur den Aufschwung. Habe ich Euch nicht blühende Landschaften versprochen? Schaut Euch um, überall ist es am blühen und spriessen! Im übrigen, für Sie immer noch Herr Dr. Bimbes!

  5. Meinungsfreiheit sagt:

    Eine sehr gute Idee, aus dem EURO-Währungsraum auszutreten! Die Eurofanatiker sind ja schon fast faschistoide Persönlichkeiten. Die kommen mir vor wie ein Pilot, der nach Motorausfall versucht Höhe zu gewinnen durch ziehen am Höhenruder und vergißt das bei 15 Grad die Strömung abreißt und das Ganze mit Aufschlagbrand endet.

    Höre einem deutschen Politiker zu, nachdem du eine einfache Frage gestellt hast. der wird dich eine viertel Stunde „ZULABERN“ ohne auch nur im geringsten auf deine Frage eingegangen zu sein.

  6. louis-portugal sagt:

    Was isst schlimm an „populist“ ????

    • otto936 sagt:

      Das Volk könnte „falsch“ wählen :)
      Was richtig ist bestimmen unsere Eliten – wer da nicht mitmacht ist je nach Lage links- oder rechtsradikal. Das führt zu medialer Hinrichtung samt politischer Diaspora.

  7. Fokko sagt:

    Recht hat er, der Mann!

    Fokko
    http://selbstversorger-blog.over-blog.de/
    (Nich meckern über den Link. Content ohne Backlink gibbet vom Fokko nich.)