EFSF: Erfolgreiche Auktion dank Tender

Dank der großzügigen Kredite der EZB verfügen die Banken nun über viel Liquidität. So viel, dass sie sogar EFSF-Anleihen kaufen, die kaum noch eine Rendite aufweisen. Selbst Griechenland profitierte davon. Sinkende Zinssätze machen den europäischen Staatsanleihenmarkt jedoch auf Dauer unattraktiv.

Bei einer Auktion von Anleihen im Wert von 3,4 Milliarden Euro konnte der EFSF sich über ein erfolgreiches Ergebnis freuen: Die kurzfristigen Anleihen mit einer Laufzeit von drei Monaten wurden für einen Zinssatz von nur 0,05 Prozent verkauft. Bei der letzten Auktion dieser Art lag er noch bei 0,222 Prozent.

Dank der EZB verfügen europäische Banken mittlerweile über Kredite in Höhe von mehr als einer Billion Euro. Somit haben sie einerseits theoretisch ihre Refinanzierungssorgen bis 2014 ad acta gelegt (hier) und stehen tatsächlich vor der großen Herausforderung, inwiefern sie das billige Geld investieren (die Tochterfirmen der Institute profitierten auch davon – mehr hier). Entsprechend stiegen in den vergangenen Tagen die Übernachteinlagen bei der EZB kontinuierlich (zuletzt auf 821 Milliarden Euro – hier).

Da werden sogar sechsmonatige griechische Anleihen kurzfristig interessant. Die Regierung konnte bei der heutigen Auktion ebenfalls sinkende Zinssätze erreichen: Sie fielen von 4,86 Prozent auf 4,8 Prozent – auch wenn der Schuldenschnitt noch nicht entschieden wurde (12 Banken hatten am Montag zugestimmt – hier). Kurzfristige griechische Anleihen sind allerdings nicht so stark vom PSI betroffen (deshalb riet der Deutsche Anlegerverein von einer freiwilligen Beteiligung am Haircut in diesem Fall sogar ab – hier)

Die sinkenden Zinssätze für Staatsanleihen, wie man sie bei der aktuellen Auktion des EFSF, aber auch am Beispiel Italiens sieht (hier), könnten jedoch zunehmend dazu führen, dass sich die Banken aus dem europäischen Staatsanleihenmarkt zurückziehen und sich riskanteren, lukrativeren Investitionsmöglichkeiten zuwenden.

Insofern kommen die kurzfristigen Papiere des EFSF gerade recht – sie bieten eine schnelle Möglichkeit, Geld zu parken. Aber eine längere Laufzeit zu derart niedrigen Zinssätzen würde doch deutlich deren Attraktivität senken. Mit der Möglichkeit, Kredite an die Privatwirtschaft weiter zu reichen, haben sich die Banken bis jetzt allerdings noch nicht anfreunden können (hier). Das erklärte auch den großen Ansturm von 800 Banken, die den zweiten 3-Jahres –Tender der EZB nutzten. Hier waren auch Unternehmen mit Banklizenz dabei (hier).

Kommentare

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  1. Staatsbanktott sagt:

    Wenn der Euro in ein paar Monaten Parität zum Dollar hat, dann haben sich diese halbjährigen Fetaanleihen sicherlich gelohnt. Diese ganzen Marktmanipulationen und verlogenen Medienberichte fangen an lustig zu werden.

  2. michel sagt:

    So ein Quatsch! Wenn die Staatsanleihen unatraktiv werden würden, hieße das nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage eine höhere Rendite. Flüchteten die Banken in ( noch ) riskantere Assets, würden Sie mehr Kredite an die Realwirtschaft begeben.

    • Vanessa_ sagt:

      Das „Prinzip von Angebot und Nachfrage“ wurde in unserem System schon mehrfach über Bord geworfen. Was nutzt es, wenn man die Rendite auf bspw. 30 oder gar 50 % setzt, es aber keine Käufer gibt, die erst mal diese Anleihen überhaupt kaufen können? Es wird Zeit für die Aufarbeitung der gelehrten Thesen im Bereich VWL/BWL/Finanzen.

  3. Albert Albern sagt:

    Die natürliche Evolution des Absurden an dem „Finanzsystem“:

    „Dank der großzügigen Kredite der EZB verfügen die Banken nun über viel Liquidität. So viel, dass sie sogar EFSF-Anleihen kaufen, die kaum noch eine Rendite aufweisen. Selbst Griechenland PROFITIERTE davon. Sinkende Zinssätze machen den europäischen Staatsanleihenmarkt jedoch auf Dauer UNATTRAKTIV.“

    Tja, wo müssen wir nach besseren Attraktionen suchen, damit das Geld massenhaft hin strömt???

    Das Geld will selbst dann belohnt werden, wenn es uns nicht mehr dient…