Griechenland: Medikamente werden knapp

Private Apotheken und öffentlichen Krankenhäusern gehen zahlreiche Medikamente aus. Die Pharmafirmen wollen diese lieber dort verkaufen, wo sie höhere Preise erzielen. Selbst Krebspatienten klagen über fehlende Behandlungsmöglichkeiten.

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Die Folgen der Schuldenkrise und der Sparmaßnahmen sind in allen Lebensbereichen der griechischen Bevölkerung zu sehen. Nun trifft es wieder den Gesundheitsbereich (zahlreiche Ärzte protestierten bereits gegen Kürzungen – hier). Im Land herrscht derzeit ein Medikamenten-Engpass. Etliche private Apotheken und auch Krankenhäuser verfügen nicht mehr über ausreichend Medikamente. Der blog keeptalkinggreece.com schreibt, dass 243 von 500 Medikamenten aus den Regalen verschwunden sind.

Antibiotika, Diabetes-Präparate und Tabletten gegen zu hohen Blutdruck, aber auch Medikamente, die zur Bekämpfung von Virus-Infektionen eingesetzt werden, sind betroffen. Der Gesundheitsminister Andreas Loverdos sagte beim Radiosender, es handele sich vor allem um günstige Medikamente. Die Pharmafirmen zögen es vor, die Medikamente im Ausland zu verkaufen, weil dort höhere Preise erzielt werden könnten. „Das ist illegal“, sagte Andreas Loverdos. Ob dagegen vorgegangen werden kann und wie dies geschehen sollte, wollte er jedoch nicht sagen.
Auch der Generalsekretär des Nationalen Pharmazeutischen Verbandes, Dimitris Karageorgiou, geht davon aus, dass hauptsächlich Medikamente zum Preis von unter zehn Euro verschwunden sind. „Der Markt erwartet, dass sich der Preis durch die neuen angekündigten Maßnahmen des Gesundheitsministeriums erhöhen wird“, vermutet er.

Aber auch Frauen mit Brust-Krebs sind von den Engpässen betroffen. Die Panhelleic Association of Women with Breast Cancer hat viele Beschwerden von Patienten erhalten, die sagen, sie hätten aufgrund des Mangels an Krebsmedikamenten in einigen öffentlichen Krankenhäusern und Apotheken nicht die notwendige Behandlung erhalten. Zudem hieß es, verweigerten private Apotheken den Patienten, ihre rezeptpflichtigen Medikamente auf Kredit herauszugeben.

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Kommentare

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  1. Oktupus sagt:

    Weniger Medikamente, das heißt: die Griechen sterben gesünder. Eine Studie in England bestätigt, daß während eines Ärztestreiks die Zahl der Bestattungen abnahm.

  2. Helene sagt:

    Ich warte auf den Tag, wo dies bei uns soweit ist.

    Wetten, daß sich damit viele Menschen seltsam entgiftet fühlen werden???

  3. FredEric Porschéé sagt:

    Ich nehme schon lange keine Medikamente mehr.
    Aus gutem Grund.
    Die sogenannte Schulmedizin ist der größte Quatsch, den es gibt.
    Reine Erfindung.
    Die Medikamente wirken zwar, aber letztlich nur betäubend, aber nicht die wahre Ursache heilend. Soll heißen: für manchen wird das Problem scheinbar gelöst. Da mag die Einnahme von Pharmazeutischen Produkten durchaus wohltuend sein. Und Hoffnung heilt ja auch!

    Ich habe selbst, durch reinen Zufall, den Zusammenhang zwischen Krankheitsbildern und ihren Ursachen entdeckt, auf einem Nebenschauplatz.
    Der Quantenphysik und der Relativitätstheorie. Ich habe durch einen kreativen Akt eine Verbindung zwischen beidem hergestellt.
    Herauskam eine neue Schreibweise der altbekannten Formel E=mc². Zu verändern in E=m (c)².
    Daurch ergibt sich eine folgenschwere Veränderung unseres Weltbildes, denn die Eigenschaften des Lichtes sind anders als gedacht. Womit auch das Weltall sich anders darstellt, als vorgestellt. Denn die Entfernung zum Mond un den Sternen sind nicht Lichtjahre , sondern „Energie-Kilometer“.
    Über den praktischen Nährwert des letzten Absatzes läßt sich ja noch streiten. Aber was den Nutzwert bei der Behandlung von Krebs und anderen schlimmen Sachen, wie Virus- Pilz- und anderen Erkrankungen betrifft: da steht eine Revolution an.
    Der Zeitpunkt scheint aber noch nicht gekommen, daß ich mit mit meiner Entdeckung nachhaltig und wirkungsvoll Gehör finden könnte. Denn dafür muß scheinbar das gegenwärtige Staats-Gesunds- Wirtschafts- Finanz-System wohl oder übel erst mal vollständig kollabieren.
    Am 21.12.2012 soll der Kalender der Mayas enden. Das wird seinen Grund haben. Angeblich rast unser Sonnensystem dann durch einen Spalt in der Milchstraße.
    Das haben Astrophysiker errechnet, nicht ich. Der Kalender der Mayas stammt auch nicht von mir. Grundsätzlich wird sich nichts ändern, auch wenn es sozialen Ärger und Aufstände oder sogar Krieg gibt. Für die Alpen bleibt alles beim Alten. Die stehen weiter in der Gegend herum. Ich halte es für mich persönlich also mit den Alpen. Für mich ändert sich quasi nichts, denn ich bin vorbereitet.
    Und wenn sich weiterhin keiner für das von mir Erkannte interessiert, ist´s auch wurscht.

    trotzdem, für Neu-Gierige (oder auch Geld-Gierige, die ihre Felle schwimmen sehen):
    Nachfragen unter:
    deutschemittelstandsnachr@selbsthilfeprojektdeutschland.de

    Der göttlichen Existenz zum Gruße!

  4. isolde sagt:

    und was heißt das?

    ist einem Volk an seiner medizinischen Versorgung gelegen, verstaatlicht es seine Pharmaindustrie, privatisiert seine medizinischen Enrichtungen NICHT (CDU/FDP machen nichts lieber!!!),…

    lernen fällt schwer, aber wenn der Druck steigt, wird´s leichter…gell Michel!

  5. strong buy sagt:

    der punkt ist, dass die ausländischen pharmafirmen sich an dem schuldenschnitt beteiligen sollen. (gabs im tv), das ist der grund für den mangel.

  6. JD sagt:

    Abgesehen von einigen wenigen Fällen, istdas für die meisten Patienten eine gute Nachricht! Auch wenn es zuerst paradox klingen mag.

    Statistisch gesehen sterben weniger Menschen, je weniger (Schul)Mediziner ihre „arbeit“ verrichten, was heißt u.a. schädliche „Medikamente“ in Umlauf bringen.

    http://www.heilpflanzen-welt.de/2010-05-Aerzte-Streik-Gut-fuer-unsere-Gesundheit/

    • frame sagt:

      Solche Statistiken kenne ich auch – die Sterberate sinkt dramatisch, sobald die Ärzteschaft strikt.
      Das Gesundheitswesen ist eher ein Teil des Problems als ein Teil der Lösung, denn Symptome zu medikamentieren bringt viel mehr ein als Heilen.

  7. Fred Kirchheimer sagt:

    Könnte es auch sein, daß die Medikamente knapp werden, weil die Pharmafirmen für ihre Lieferungen zu lange kein Geld erhielten?

  8. Manuela sagt:

    Jetzt wird es schnellstens wieder Zeit zur traditionellen Germanischen Medizin ueberzuwechseln…..
    Fuer Militaerausgaben hat die Regierung aber anscheinend noch genug Geld….
    Da hilft nur noch ein Sturz der Regierung…Raus aus dem Euro…Raus aus der EU……und der Schrecken haette ein Ende….

    • gaba sagt:

      „raus aus dem euro, raus aus der EU“ – das würde genau gar nichts helfen. es geht hier primär um ein völlig an die wand gefahrenes politisches system, ineffizenz in der verwaltung, überbordende korruption und ineffizientes arbeiten. ein austritt würde die sache nur verschlimmern! so haben wenigstens die griechen, die für reformen offen sind (die versteckte mehrheit), die hoffnung, dass sich durch druck von seiten der eu das ganze doch noch zum besseren wenden könnte. als mitglied der eurozone MUSS sich gr an die regeln halten, ein austritt würde sämtliche reformbemühungen zunichte machen.

  9. Willi sagt:

    also ich hab mal gehört das Biotest denen einiges geliefert hatte, GR. nicht zahlen konnte, dann gabs einen Vergleich (also schöne Abschreibungen in der Biotest-Bilanz) und Anleihen anstatt Kohle – tja und jetzt Schuldenschnitt und aus wenig wird noch viel weniger. Ist doch kein Wunder wenn da auf Pump keiner mehr hinliefern will…
    Das ganze Kapitel Griechenland ist traurig genug! Aber es ist wie überall, solange es Vorteile gebracht hat haben alle mitgemacht. Denn wenn wir ehrlich sind die einfachen Griechen schon lange ihr tolles Parteiensystem abwählen können.