China will Währung internationalisieren

Ende März will China mit den anderen BRICS-Staaten vereinbaren, die Renminbi-Kredite auszuweiten. Ein weiterer Schritt in Richtung Internationalisierung der eigenen Währung. Aber auch ein Versuch, sich unabhängiger von den USA und Europa zu machen.

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In Zeiten der Rezession in Europa und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch in den USA setzt China vermehrt auf den Handel mit den anderen BRICS-Staaten (wobei eine Ankurbelung des Binnenmarktes ebenfalls gut für das Land wäre – hier). Erst kürzlich musste die chinesische Regierung aufgrund der angeschlagenen Wirtschaft die Wachstumsziele kürzen (hier). Um nun die Handelsbeziehungen mit den anderen BRICS-Ländern weiter zu stärken, will China die in Renminbi gezeichneten Kredite an Russland, Brasilien Indien und Südafrika erweitern. So erweiterte die China Bank of Development auch vor kurzem einen Kredit in Höhe von 30 Milliarden Dollar an das staatliche Unternehmen Petróleos de Venezuela, die größte Erdölgesellschaft Lateinamerikas. Die Hälfte davon soll in Öl zurückgezahlt werden.

Dies ist vor allem aber als weiterer Schritt in Richtung Internationalisierung der chinesischen Währung zu sehen. In Zeiten, wo viele Länder sich unabhängiger vom Dollar machen wollen, indem sie beispielsweise ihre Ölvorräte in anderen Währungen verkaufen, und die Euro-Krise den Euro schwächt, könnte der Renminbi eine Alternative sein. Zumal beispielsweise bisher nur 13 Prozent des Handels zwischen China und Asien in Renminbi abgewickelt wird. Das Potential ist jedoch viel größer. Die HSBC schätzt, dass der Anteil der chinesischen Währung am regionalen Handel bis 2015 auf bis zu 50 Prozent ansteigen könnte. Schwierig ist jedoch noch immer die Geldpolitik des Landes. Die starken Eingriffe (die nicht zuletzt die chinesische Wirtschaft immer wieder treffen – hier) werden beispielsweise von den USA stark kritisiert.

Am 29. März soll in New Delhi ein entsprechendes „Memorandum of Understanding“ von den Ländern unterzeichnet werden, erfuhr die FT von Insidern. Geplant ist auch, dass die anderen beteiligten Länder ebenfalls Kredite in ihrer jeweiligen Währung ausweiten. Vertreter der fünf Nationen riefen bereits im April vergangenen Jahres nach einem breiter angelegten, internationalen Währungssystem.

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Kommentare

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  1. Grauber sagt:

    Mutiger Artikel, Dank an die Redaktion.

    Sie beschreiben das Ende des Petro-Dollars, den Zerfall des Dollars und den wahren Anlass für den dritten Weltkrieg.

    AIPAC setzt Obama bereits längere Zeit unter Druck – und das im Wahlkampfjahr.

    Es gibt nur eine einzige Chance, diesen Irrsinn zu verhindern – in den USA eine Energiequelle zu erschliessen, die ÖL bei weitem in den Schatten stellt und deren alleiniger Produktionsort die USA sind.

    Präs. Obama sagte am 8.3.2012 auf einer LKW-Schau, dass Öl der Treibstoff der Vergangenheit sei –

    Gemeint ist LENR “ Low Energy Nuclear Reaction “
    Dr Andrea Rossi, Prof Levi, Universität Bologna.
    Das Gerät heißt ECAT und liefert netzunabhängige, saubere thermale Energie.
    10 KW bis 1 MW – Informieren Sie sich selbst.
    Weitere Produzenten – Fa Defkalion, Griechenland

    LENR, entdeckt von Stanley Pons, Martin Fleischmann und niedergemacht von eben jenem militärisch-industriellem Komplex, der viele Namen trägt, auch AIPAC .

    Mitt Romney hat diese Technologie auf seine Wahlkampf-Fahne geschrieben, National Instruments (Texas ) hat die Elektronik gebaut und Siemens kann noch Turbinen dazuliefern.
    Das italiänische Patent liegt vor, das US-Patent läuft.

    Veröffenlicht Obama diese Technologie nicht bald, wandern wir alle, aufgrund von Fanatismus bald in die Steinzeit.

    Kriege um Öl oder Dollar sind heute mehr sinnlos, denn je.

  2. FDominicus sagt:

    Auch die Chinesen bekommen es nicht geregelt. Eine weiter Papiergeldwährung als Kreditmittel…. Was kommt nach Betrug?

  3. isolde sagt:

    uiuiui, der imperiale $ wird immer mehr in die Mangel genommen. Kein Wunder, dass das $-Imperium versucht die Konkurenz € mit allen Tricks auszuschalten.

    der € lebe hoch, hoch, hoch…..

  4. flonic sagt:

    China ist mit seinem schnellen Aufstieg als Export-Nation und „Werkbank“ der Welt überhaupt nicht zurecht gekommen. China versuchte auf biegen-und-brechen den Außenwert Renminbi (Yuán) durch die Kopplung an den US-Dollar niedrig zu halten. Im übrigen viel niedriger als eigentlich möglich.

    Durch diese Währungspolitik versucht China den Außenhandel (Export) zu stärken bzw. aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig erzeugt China im Innenwert Inflation, da sich die Preis- und Lohnentwicklung nicht abkoppeln lässt. So etwas ist selbst China nicht möglich.

    Internationalisiert China irgendwann tatsächlich seine Währung, würde sehr wahrscheinlich der Export stark einbrechen, da der Renminbi aufgewertet werden würde. Als Nebeneffekt würden die USD-Anleihen natürlich in Renminbi deutlich an Wert verlieren. Das wäre auch das Ende des Chinesischen-Traums der Welt-Export-Macht. Nicht alles lässt sich erzwingen.

    Vorausschauendes und umsichtiges Handeln sieht aber anders aus. Aber auch in Europa und USA ist davon wenig zu erkennen.

    Die Dummen sind immer die Menschen im Land, wie hier in China.

  5. Anna1950 sagt:

    Sehr wichtiger Artikel.
    Ich habe mich erst mal schlau gemacht, was die BRICS -Länder betrifft.
    Und mir wurde klar, dass diese Länder die kommende Krise, in gegenseitiger Abstützung, am besten werden meistern können.
    Schlimm, dass Deutschland sich zu sehr in einseitige, europäische, amerikanische Abhängigkeiten gebracht hat.
    Rein wirtschaftlich betrachtet, hätte Deutschland die ihm gegebene Kraft, viel neutraler nutzen können.
    Auch militärisch. ( Nebenbei: die Kanadier wollen am Flughafen Köln Bonn für ihre Streitkräfte ein weiteres Drehkreuz aufbauen. Die Bürger hier sind betroffen, unsere Politiker nicken ab, die Medien berichten einseitig.)

    Jetzt sind wir vor einen Zug gespannt, vor den sich Politiker und Medien haben spannen lassen, mangelns Weitblick und mangelns Selbstbewußtsein.
    Jetzt müßen wir diesen untergehenden Zug auch noch ziehen.

  6. Grauber sagt:

    BRICS
    Brasilien, Venezuela, Süd-Afrika, Indien, Russland, China …
    Welch eine riesige Wirtschaftsgemeinschaft –

    Der Warenkorb an Währungen, mit dem Öl des Iran eingekauft werden kann, umfaßt auch Rubel, Yen, Rupien und nach bisherigen Absichten auch den Euro.
    Der Petro-Dollar wackelt anscheinend.

    Geplant und bereits im Bau, ist eine Pipeline von Iran nach China –

    Das Öl-Embargo der USA und Europas schadet Europa mehr, als es irgendwem strategischen Nutzen bringen könnte – Bündnistreue geht vor Vernunft, schließlich geht es ja um den Bau der Bombe, nicht wahr ?

    Wenn mal in dieser Sache nicht bereits ein „Wirtschaftskrieg“ läuft –

  7. Murksel sagt:

    Das wird den USA aber überhaupt nicht passen.
    Wenn das Schule macht wird der Petrodollar wohl ins trudeln geraten.

    Es gibt Experten die behaupten , dass der Krieg gegen den Iran geplant wird, weil der Iran sein Öl größtenteils nicht mehr in Dollar bezahlen läßt.
    Im Irak und Lybien soll das auch so gewesen sein.
    Damit gerät der US-Dollar als Leitwährung in Gefahr.

  8. Observer sagt:

    Bereits angekündigt, nun bald Realität!
    Das wird die Vorherrschaft des Dollars lösen und deren Papierschnipsel dort hinschicken, wo sie schon lange hin gehören, IN DIE HÖLLE!

    Bravo China.
    So kann die Menschheit nur hoffen, dass der Renmimbi nun schnell Boden gewinnt!

    Hier sind ein paar interessante Artikel zu lesen zu diesem Thema:
    – „Der Weltgeldbetrug“,- Kapitalismus oder Sozialismus: „Ein politisches Spiel mit falschen Alternativen!“,
    – Stimmt Hoffnungsvoll: „BRICS-Staaten bereiten Reform des Weltfinanzsystems vor!“
    http://steuerembargo.co.de

  9. Wirtschaftsinteresse sagt:

    Hinter der Akzeptanz als internationaler Währung, die auch in Reserve gehalten werden kann, stehen mehrere Anforderungen. Die wichtigste ist, dass für dieses Geld auch im Falle schwieriger Wechsel zwischen den verschiedenen Währungen (Umtausch) weiterhin sicher begehrte Waren zu bekommen sind. Das erfüllt China sicher. Eine weitere Eigenschaft ist aber auch eine gewisse Ausgeglichenheit der Bilanzen mit dem jeweiligen Handelspartnerland, denn sonst häufen sich in der ersten Phase der Internationalisierung auf einer der Seiten die Währungen des anderen an.

    Ein Problem ist auch, dass China ja eigentlich gerne seine Dollars hergeben will, damit das mit der Internationalisierung des Renmibis losgehen kann, aber eben Renmibis verteilen muss. Was das Venezuela-Geschäft mit der Renmibi-Internationalisierung zu tun hat, bleibt mir ein Rätsel. China gab Dollar und bekommt ÖL und Geld. Aber Renmibi wird es nicht zurückbekommen. Es sei denn Venezuela verpflichtet sich, wenn möglich, international freistehende Renmibi-Kontingente aufzukaufen und damit bevorzugt zu zahlen. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Es ist eh schwer mit solchen Exportüberschüssen seine Währung in die Welt zu emitieren. Immerhin zahlen die Chinesen unterm Strich kein Geld ins Ausland. Nur in Einzelposten ist die Handelsbilanz negativ. Sicherlich mit Rohstoff-Staaten wie Brasilien und Australien. Den nicht Überschuss-Anteil kann man leicht auf Renmibi umstellen. Die im Artikel genannten Banken können für ihre Länder in einer Anfangsphase das Clearing erledigen, falls Rohstoff-Verkäufer doch lieber in Dollar tauschen wollen. Andere China-Einkäufer können dann diese Renmibi-Bestände eintauschen.

    Aber über diesen einfachen Teil hinaus ist es schwer. Selbst wenn man davon ausgeht, dass nach einer zunehmenden Umstellung des Handels zwischen Rohstofflieferanten-Staaten und China auf Renmibi erfolgt ist, mehr und mehr Staaten wenigstens geringe Währungsreserven in Renmibi anstreben, ist ein Durchbruch mittelfristig schwer vorstellbar. Man muss noch andere Mittel in Peto haben. Z.B. eine Weltclearing-Stelle finden, wo jeder sicher sein kann seine Renmibis notfalls eintauschen zu können (dies könnte mit den Billionen von Dollars besichert werden). Oder eben die volle Freigabe der Währung, was wieder andere unberechenbare Konsequenzen nach sich zieht, was China ungern tut.

    In jedem Fall sind die gegenwärtigen Maßnahmen erste Schritte in beide Richtungen. Erst wenn die Möglichkeiten der Handelsfinanzierung zu Staaten, mit denen China ausgeglichene und negative Handelsbilanzen hat, ausgeschöpft sind, dann muss sich entschieden werden.

  10. Ille1975 sagt:

    Chinesen denken eben langfristig udn sind vermutlich wesentlich cleverer als USA/Europa zusammen.

    Selbst in den USA scheint sich etwas zu bewegen. Ich konnte die Meldung erst gar nicht glauben.

    http://www.mmnews.de/index.php/gold/7421-usa-utah-will-gold-als-zahlungsmittel