Griechenland: Eurogruppe gibt grünes Licht für ersten Teil des Rettungspaketes

Die Eurogruppe hat ihre Entscheidung getroffen. Griechenland habe alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt, um den ersten Teil des zweiten Rettungspaketes zu erhalten. Damit unterstützt sie den Schuldenschnitt und begleicht die aufgelaufenen Zinsen.

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Nach einer Telefonkonferenz einigte sich die Eurogruppe darauf, den ersten Teil des neuen Rettungspaketes zu genehmigen, teilte der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker mit. 30 Milliarden Euro sind als Unterstützung des Schuldenschnitts gedacht und 5,5 Milliarden Euro für die Begleichung der aufgelaufenen Zinsen.

Zuvor teilte die griechische Regierung am Vormittag mit, dass sich genügend private Gläubiger am freiwilligen Schuldenschnitt beteiligt haben. Nun sollen die restlichen Gläubiger mit der Umschuldungsklausel (collective action clauses) gezwungen werden, ihre Anleihen zu tauschen (die Hedge-Fonds haben aber eine Gesetzeslücke entdeckt, die dies schwierig machen könnte – hier).

„Ich begrüße die deutlichen Fortschritte, die in der Vorbereitung des zweiten griechischen Rettungspaketes erreicht wurden“, heißt es in dem Statement des Vorsitzenden der Eurogruppe Jean-Claude Juncker. Er denke, dass die notwendigen Voraussetzungen vorhanden seien, „um die wichtigen, nationalen Verfahren, die für endgültige Genehmigung des Beitrags der Euro-Zonen zur Finanzierung des zweiten griechischen Anpassungsprogramm notwendig sind, zu starten“. Griechenland habe alle so genannten „prior actions in zufrieden stellender Weise umgesetzt“ (mehr zu diesen geforderten Sofortmaßnahmen – hier).

Jean-Claude Juncker führt aus, er sei von der hohen Beteiligung der Gläubiger „ermutigt“ worden. „Vor diesem Hintergrund kann die Auszahlung des Beitrags der Eurozone zum PSI in Form von EFSF Anleihen (…) sowie für die aufgelaufenen Zinsen der ausgetauschten Anleihen wie geplant stattfinden.“ Zudem freue er sich auf einen „wesentlichen Beitrag des IWF“ zum neuen Rettungspaket – dafür wollte die IWF-Chefin Lagarde allerdings auch eine Aufstockung der Rettungsschirme  – hier). Gleichzeitig forderte Jean-Claude Juncker Athen dazu auf, die Reformen weiterhin konsequent umzusetzen.

Das Statement Jean-Claude-Junckers – hier

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Kommentare

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  1. Licht4all sagt:

    Jetzt erahne ich, warum die Menschen (Michel & Co) nichts machen……………

    Infantilisierung & Volksverblödung – die ganze Wahrheit: Was Sie über das westliche Schulsystem wissen sollten

    Lesenswert!!!

  2. jay twelve sagt:

    Dieser Präzenenzfall ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. Ich kann mir gut vorstellen, wie die nächste Kandidaten entzückt sind ihre Schulden auf die EU-Steuerzahler anzuwälzen.
    Auch die sonstige Kriminelle wissen jetzt, wie man sich verhalten soll, um sraffrei zu rauben.

  3. die Enteignung sagt:

    Jean-Claude Juncker hat gesagt:

    “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

    Nicht ohne Grund haben Politiker die griechische Generäle mit NATO- Erfahrung entlassen.
    Die EU ist die schlimmste Diktatur aller Zeiten, denn niemand versteht was gerade passiert und so sollte es auch sein.

    Wenn die Enteignung Europas abgeschlossen ist und kein Geld mehr vorhanden ist, vielleicht gibt es einen Plan B- der Krieg war immer ein Glücksbringer für die Bankster- je länger er dauert desto besser. Die Chemie- und die Rüstungsindustrie wird aufblühen.
    Inflation/Währungsreset und die BRD darf wieder aufbauen.

  4. Knatterton sagt:

    Ich überlege die ganze Zeit, wer demnächst die Rettungspakete für Deutschland bezahlen wird?
    Ich bin mir aber sicher, dass die europäische Solidarität dann sehr hilfreich zur Seite stehen wird.
    Oder, vielleicht doch nicht…….? Oder………

  5. Ariovist sagt:

    Selbstverständlich wird Griechenland wieder und wieder auf Kosten der Nettozahler gehalten! Es sind höchste staatspolitische Interessen der USA, für deren Verfolgung die Höhe des jeweiligen „Rettungsaufwandes“ von untergeordneter Bedeutung ist: Die Eurokrise ist strategischer Teil der vom Council on Foreign Relations (CFR) entwickelten „Grand Area“ des amerikanischen Imperiums. Der zweite Weltkrieg war eine neue Chance und auch Herausforderung für Amerika, das größte und stärkste Imperium der Welt zu werden. Die mächtigsten Architekten dieses Reiches waren die Banker und Konzerne. Eine neue Weltordnung (NWO) mit internationalen, politischen und wirtschaftlichen Institutionen wurde in Think-Tanks entwickelt, welche alle Nationen der Erde unter der Hegemonie der USA mit dem US-Dollar (unter Federführung der FED) als einheitliches Weltwährungssystem verbinden und integrieren soll. Um bei der Eroberung der ganzen Welt konventionelle Formen des Imperialismus zu vermeiden, wird die jeweilige Vorgangsweise immer als „Befugnis internationalen Charakters“ bemäntelt ausgeübt; wie derzeit in Nordafrika.
    Längst werden die Europ. Staaten durch eine heimliche Nebenregierung der EU, nämlich der „European Round Table of Industrialists (ERT)“ regiert, welche von 17 führenden Europ. Industriellen 1983 gegründet wurde. Bereits im Frühjahr 1991 veröffentlichte der ERT einen konkreten Fahrplan für eine Europäische Währungsunion, welche wiederum eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Vertrag von Maastricht hat. Interessant sind dabei die persönlichen Überschneidungen des ERT und der Geheimnis umwitterten Bilderberg-Gruppe. Mario Monti, dzt. Italienischer Ministerpräsident, war CFR-Chef und Vorsitzender der Bilderberg-Konferenz 2011 sowie EU-Kommissar. Den EZB-Chef Mario Draghi, den nunmehrigen griechischen Präsidenten Loukas Papadimos und den italienischen Präsidenten Mario Monti verbindet allesamt eine gemeinsame Tätigkeit für die Investmentbank Goldman Sachs, welche massiv in die Finanzkrise als offensichtliche Drahtzieherin oder Erfüllungsgehilfin der Drahtzieher verwickelt ist.

    Aus der Sicht der Schattenregierung aus ERT, Bilderberger und CFR läuft alles nach Plan. Das große Elend der Griechen und dasjenige, welches noch auf uns Alle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zukommen wird, ist nicht von ökonomischer Relevanz – das ist immer nur ein zu vernachlässigender „Kollateralschade“!

  6. Toni-Ketzer sagt:

    „Übung macht den Meister“
    Das Gewicht jener s.g. Rettungspakete welcher der Steuerzahler heran trägt, wiegt schwer wie ein Amboß auf den Rücken eines Schwimmers welcher Freistil den Atlantik durchqueren soll.