Sarkozy: „Griechenland-Problem ist gelöst“

Angesichts des erfolgreichen Schuldenschnitts zeigte sich der Nicolas Sarkozy äußerst erfreut. In der Finanzkrise habe sich das Blatt gewendet. Wolfgang Schäuble ist da vorsichtiger. Griechenland müsse weiter Ergebnisse liefern.

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Die Eurogruppe stimmt dem ersten Teil des Rettungspaketes zu (35,5 Milliarden Euro gibt es – hier) und der Schuldenschnitt wurde durchgezogen. Die restlichen Gläubiger sollen mit der Zwangsumschuldungs-Klausel (collective action clauses) ins Boot geholt werden. Welche Folgen das für den Internationalen Verband der Finanzinvestoren hat, soll sich noch heute zeigen. Schon tauchen neue Risiken auf (hier).

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy war dennoch sehr positiv gestimmt. „Ich möchte sagen, wie glücklich ich bin, dass eine Lösung der Griechenland-Krise, die auf die wirtschaftlichen und finanziellen Situation Europa und der Welt seit Monaten drückte, gefunden worden ist“, sagte Nicolas Sarkozy in Nizza. „Heute ist das Problem gelöst. Ein Blatt in der Finanzkrise wendet sich.“

Mit Blick auf die in schon einem Monat stattfindenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich versucht Sarkozy zu zeigen, welch große Fortschritte die Eurozone gemacht hat (die französischen Bürger sehen das etwas anders – hier). Das Problem als gelöst zu präsentieren, würde ihn an der Seite von Angela Merkel natürlich als zweite wichtige Kraft im Ringen um die Bekämpfung der Eurokrise auszeichnen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beurteilt die aktuelle Situation Griechenland etwas realistischer. Er sagte, es „wäre ein Fehler, den Eindruck zu wecken, die Griechenland-Krise sei vollständig gelöst“. Griechenland habe heute eine klare Möglichkeit erhalten, um sich zu erholen. Aber die Voraussetzung sei, dass Griechenland diese auch nutze.

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Kommentare

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  1. Gunther Schweighart sagt:

    Ich mag die Griechen. Sie sind ein wunderbares Volk mit tief verwurzelter Tradition. Es ist doch genau das, was Europa zum besten Kontinent macht.
    Kein Staat von der groesse Griechenlands kann aus so einer Schuldenlast rauskommen.
    Wenn wir immer wieder die Schuld den Griechen zuschieben, seit ende der Junta
    falsch regiert worden zu sein, ist das keine Loesung. Ich finde den Schuldenschnitt richtig. Er ist nur zu klein. Es gibt zwar etwas Luft, aber damit ist das Problem geloest. Wir haben gelernt: Gib dem Kaiser was des Kaisers ist, oder gibt dem Staat was des Staates ist. In der Bevoelkerung Griechenlands muss ein Umdenken stattfinden. Die Nehmermentalitaet sich an Staatsgeldern zu bedienen muss die neue Regierung stoppen. Wenn Generationen, die Regierenden mit einbezogen, in Familien Ihren Kindern eine Nehmermentalitaet vorgelebt haben, dann wird das Falsche fuer die nachfolgende Gereration stets als Richtig empfunden. Deshalb sind die Griechen jetzt
    so entruested. Wir auch verstehen, das dass lange dauern wird. Wir sollten nicht muede werden Griechenland weiterhin zu helfen.

  2. Ein Mecklenburger sagt:

    Es ist höchste Zeit, dass dieser Spinner endlich verschwindet. Und all die anderen Euro-Schauspieler sollten sich auch schon mal auf ihren Abgang vorbereiten, spätestens wenn die Leute demnächst feststellen werden, dass ihre Ersparnisse wegen der Inflation nichts mehr Wert sind.

  3. ### sagt:

    Das ist ungefähr so, wie wenn Schumi, auf Platz 18 liegend, in der 20. Runde an die Box kommt und sagt: Das Problem 1. Sieg ist jetzt so gut wie gelöst. Nur noch wenige Runden trennen mich vom Triumph.

  4. Margrit Steer sagt:

    Das ist doch alles ganz einfach. Wenn alle Euro-Staaten verarmt sind, und das wird kommen, dann steht unsre Merkel da und spielt wieder die große Staatsratsvorsitzende und hat endlich die Euro-Staaten im Griff.

  5. Stefan sagt:

    Er ist der Vorsprecher der Banken, City of London etc. Nicht er entscheidet, sondern er wird benutzt um etwas bekannt zu machen was andere in „La Grand Logde“ in Paris beschließen. Er kann einem leid tun, an seine Haut möchte ich nicht stecken.

  6. Buhu sagt:

    Und ein Zitronenfalter faltet Zitronen…………..

  7. cocooning sagt:

    Na wenn sich Sarkozy da mal nicht irrt… Griechische Anleihen liegen auch in den französischen Banken und den „Bad Banks“ von HRE und WestLB. Griechenland wird bis bis 2020 niemals den Schuldenstand auf 120% des BIP senken können. Die Schuldenuhr tickt weiter.
    Griechenland hat u.a. mitten in der schwersten Finanzkrise seiner Geschichte Waffen und Militärmaterial im Werte von gut einer Milliarde Euro von anderen EU-Ländern gekauft. Dies geht aus einem in Brüssel veröffentlichten Bericht über die Waffenlieferungen von und an EU-Staaten im Jahr 2010 hervor.

  8. Grauber sagt:

    Das kranke Kamel ist tot, das Problem damit erledigt.

    Dieses Jahr erledigt sich in Frankreich ein weiteres Problem, Herr Präsident.

  9. Kein Eurofreund sagt:

    Die grössten Unsinne und Lügen werden wohl in Wahlkämpfen herausposaunt. Da ist auch Sarkozy mit seinem Plappermaul keine Ausnahme.