Kreditversicherungen: UniCredit und Deutsche Bank als Verlierer

Verlierer bei den Kreditausfallversicherungen sind die UniCredit, die Deutsche Bank und die BNP Paribas. Die größte Schlappe muss die österreichischen KA hinnehmen. Die Gewinner sind die britischen Banken.

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Die kontinentaleuropäischen Banken zahlen, die Institute von der Insel streifen ein. So kann man das Ergebnis vorwegnehmen, welches sich durch die Entscheidung der ISDA ergibt (Erklärung im Original hier). Das Bankengremium hatte am Freitag festgestellt: Griechenland ist pleite.

Insgesamt sind 3,2 Milliarden Euro an Kreditversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) fällig. Nach jetzigem Kenntnisstand ist einer der größten Verlierer die österreichische Bad Bank KA Finanz. Sie hat am Schuldenschnitt teilgenommen (hier) und muss nun zusätzlich 500 Millionen an CDS bezahlen. Genauer gesagt: Der österreichische Steuerzahler muss eine Milliarde Euro aufbringen, um den Schaden zu begleichen. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter hatte noch vor einigen Wochen stolz erklärt, dass Griechenland für Österreich ein gutes Geschäft sei, weil der österreichische Staat Zinsen aus den Krediten einstreifen könne.

Ebenfalls schmerzhaft ist die Pleite für die ohnehin schon gebeutelte italienische Großbank UniCredit: Sie wird nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) etwa 240 Millionen an CDS auszahlen müssen. Die Deutsche Bank muss 77 Millionen berappen, die französische BNP Paribas etwa 74 Millionen Euro.

Die Sieger sitzen, wie so oft bei Sportwetten, auf der Insel: Die britische HSBC darf sich auf einen Gewinn von 194 Millionen Euro freuen, die verstaatlichte Royal Bank of Scotland wird 177 Millionen Euro einstreifen.

Die ISDA hatte den Credit Event zunächst nur für die Bonds unter griechischem Recht festgestellt. Jene nach internationalem Recht dürften kommen Woche folgen. Der CEO des ISDA, Robert Pickel, sagte, die Feststellung der Pleite und die Auslösung der CDS werde den Markt der Kreditversicherungen stabilisieren. Bill Gross von Pimco sieht das ganz anders: Weil dauernd die Regeln verändert wurden, werde der konfuse Prozess nachhaltige Schäden im Markt der Staatsanliehen hinterlassen.

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Kommentare

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  1. Ariovist sagt:

    Dr. Jörg Haiders letzte Rede vor seinem mysteriösen, höchstwahrscheinlich politisch veranlassten gewaltsamen Tod, Zitat: „…Was wir brauchen ist der Schutz vor mafiösen (Anm.: Anlage-) Produkten, denn in Wirklichkeit sind die Banken eine riesige Mafia, die die ganze Welt mit diesen Produkten von Amerika weg mit diesen Produkten vergiftet hat. Heute will keiner verantwortlich sein; ausgetragen wird es wieder auf dem kleinen Mann, denn der wird Arbeitsplätze verlieren, sein Einkommen verlieren, die großen Herren sind sicherlich nicht gestraft…“ http://www.youtube.com/watch?v=w36ygLrnxlI&feature=related

    Ich denke, das haben wir schon einmal gehört und ist bekanntlich auch nicht gut ausgegangen. Geändert hat sich nichts!

  2. flonic sagt:

    Hört doch auf, es dreht sich nur noch alles im Kreis. Ein durch und durch undemokratisches System wie die EU, ohne Legitimation durch das Volk, das Entscheidungen über Millionen Menschen trifft muss irgendwann scheitern.

    In Deutschland und in vielen anderen Ländern auch, wurde das Volk nicht nach seiner Meinung gefragt. Es hat dies politisch gewollte einfach zu Schlucken.

    Und wenn sich heute Politiker und Banker hinstellen und von Alternativlos und Systemrelevant schwafeln, muss ich sagen: Es gibt NICHTS „Alternativloses“ und „Systemrelevantes“. Das ist dreist-dumme Volksverblödung.

    Man sollte Banken und Staaten pleite gehen lassen, wenn es angebracht erscheint. Privatleuten und Unternehmen (ohne Finanzbranche) kann man die Bareinlagen garantieren. Der Rest ist weg und löst sich in Luft auf. Game over. Wie es die Römer schon machten mit der Verbrennung der Schuldbücher. Dann und wirklich erst dann kann man wieder neu anfangen.

  3. FDominicus sagt:

    Wenn der DB 77 Millionen weh tun, dann frage ich mich wo die Peanuts geblieben sind….

  4. Goldhamster sagt:

    So ist das: Das aktuelle System hat fertig, die Systemlinge schwimmen mit. Für alle die denken können: Raus aus Papier, rein in Gold/Silber. Wer dem nicht folgt wird enteignet. Hört zu:

    Hans Bocker: Geld lügt, Gold ist ehrlich
    http://alpenparlament.tv/playlist/120-geld-luegt-gold-ist-ehrlich

  5. Selbstdenker sagt:

    Land in Sicht!
    Neue Finanzprodukte für den Aufschwung!

    http://www.youtube.com/watch?v=_P_KAy_gGd0

  6. k.h.a. sagt:

    Zwar werden bei den Beteiligten wie auch in der Politik ständig die Regeln geändert, um mit den sich ständig verändernden Realitäten jedenfalls auf den ersten Blick fertig werden zu können, die ISDA konnte allerdings in diesem Falle des vermutlich durch die Auktion am 19.3.2012 bestätigten ca. 50%-Aufwandes für die Auszahlungen der CDS noch halbwegs ordentlich über die Runden kommen, rsp. ihre Mitglieder, soweit sie zahlen müssen.
    Dort entsprechen sich daher Chancen, Risiken und das Ergebnis einigermaßen bei halbwegs geringen Volumina. Für Steuerzahler ist es ein Vorteil, weil insoweit jedenfalls für ihn keine weiteren direkten Kosten zur Sanierung des Systems anfallen. Indirekte natürlich schon, denn soweit nationale Banken bluten müssen – auch bei CDS-Auszahlungen – sind sie selbstverständlich dabei: über Steuerausfälle, Unterstützungszahlungen und evtl. Verstaalichungen. Nebst allem Anderen!

    In der Politik hingegen:

    – 90%-Zustimmung zur Herstellung eines halbwegs stabilen Recovery-Status nebst Freiwilligkeit ist verfehlt.
    – Politik dürfte daher kein zweites Rettungspaket auf den Weg bringen.
    – Kurz werden die Bedingungen form-, frist- und umstandslos verändert, man schert sich nicht drum.
    – Nun reicht 85%.
    – Freiwilligkeit braucht man nicht.
    – Selbst unter CAC-Anwendung kommen nicht die erforderlichen 107 Mrd. Erlaß, sondern nur 105 zustande. Egal, das Geld muß weg.
    – So wird bezahlt ohne daß eine jegliche Bedingung erfüllt wäre, unter der Parlament und Regierungen einst zustimmten.

    Wer so wirtschaftet, gehört unter zivilen Bedingungen ins Gefängnis – Veruntreuung, pp scheinen einschlägig.

  7. Ariovist sagt:

    Die UNO ist der Schlüssel zur privaten Weltherrschaft einer kleinen Gruppe von Multi-Milliardären. Die Verschwörung gegen die freien Völker der Welt ist keine abstruse Theorie, sondern eine aufgrund Tausender von Eckdaten zusammengetragene Gewissheit. Am Plan zur Weltherrschaft arbeiten beispielsweise folgende Gruppen: CFR, UNO, Bilderberger, Trilaterale Kommission, um nur einige wenige aufzuzählen (Zitat aus „Recht+Freiheit). Man könnte das Netzwerk getrost mit einer Krake symbolisieren, deren zentralen Mahlzähne die private englische „Nationalbank“, die Bank of London und die ebenfalls private „Nationalbank“ der USA, die FED bilden, welche ihre Völkerkapital absaugenden Tentakel langsam über den ganzen Globus auszubreiten begonnen hat. Alles wurde in ihren Think Tanks weit vorausschauend geplant und umgesetzt; alles stepp by stepp. Leider sind wir traditionsgemäß so erzogen worden, dass wir unseren Regierungen vertrauen können und leben großteils noch in der Überzeugung, dass sie sich auch um unser Wohl kümmern. Eine solche Annahme ist aber ein gewaltiger Trugschluss. Unter der Oberfläche der offiziellen Politik laufen komplizierte soziologische und ideologische Vorgänge ab. Die Politiker sind nichts anderes als Marionetten, die aus dem Hintergrund heraus dirigiert werden. Was wurde uns alles von den Systemmedien vorgegaukelt und versprochen, um uns in die Europäische Union zu locken, welche sich längst als Trojanisches Pferd der Weltelite entpuppt hat, aus dessen Bauch sozialfaschistische Krieger stürmen. Jetzt ist zwischenvölkische Umverteilung angesagt. Allein für Banken und sonstige Zocker sind bisher unter dem Titel „Griechenlandrettung“ Zahlungen und Solidarbürgschaften von über eine Billion ( 1,,000,000.000,00 ) Euro geleistet bzw. abgegeben worden; mehr als das VIERFACHE des Gesamtschadens, den der Tsunami samt den Explosionen aller vier Reaktoren in Japan ausgelöst hat. So kann es nicht weitergehen: Wir werden alle zügig verarmen und auf niedrigem Level gleichgeschaltet unter den wachsamen kalten Augen der sich weiter aufblähenden und immer wieder die Farben wechselnden Krake als Sklaven und Organspender existieren müssen. Die wenigen Beherrscher dieser Krake werden fortan im dauernden Luxus ungestört leben können.

    • Michele sagt:

      „Die wenigen Beherrscher dieser Krake werden fortan im dauernden Luxus ungestört leben könne“.

      Das wage ich zu bezweifeln, denn das irdische Leben ist endlich. Zum anderen stellt sich die Frage ob die Kraken sich nicht gegenseitig auffressen…

      • spion und spion sagt:

        Sehe ich auch so.
        Denkt man mal an Stalin – ohne der EUdSSR das Wort zu reden -, der hat bei der Machtübernahme erstmal die Partei gesäubert.
        Solche Säuberungsaktionen erleben wir ja hier auch.
        Die letzten beiden Bundespräsidenten z.B. sind abgesägt worden, obwohll sie freie Vasallen waren.
        Alle Nase lange stürzen Politiker über das „System“.
        Genau darum, weil es keine Richtung hat.
        Und das der EU eine „Vision“ fehlt, hat die Presse auch des öfteren bemängelt.
        Tatsächlich erleben wir nur nachrichtentechnische Redundanz.
        Seit Privatfernsehen und Internet wird alles tausend Mal gesagt.
        Aber nichts Neues.
        Meine Hoffnung ist, daß es den „Mitbürgern“ irgendwann doch mal auf- oder auf die Nerven fällt, daß wir allesamt wie der Lahme in der Wüste stets im Kreis laufen und und immer da ankommen, wo wir losgegangen sind.

        Ganz umsonst hat die von dpa, dapd und vwd gespeiste Presse nicht versucht, gute Stimmung für die EU zu verbreiten.
        Die Damen und Herren an der Spitze könnten ein Weltherrschaftsprojekt nur durchsetzen, wenn alle einverstanden sind.
        Da sie es aber nicht sind, blockiert sich das System selber.

        Im Übrigen gibt’s noch sehr viel Unkenntnis einfacher historischer Tatsachen.
        Der zweite Weltkrieg war vor allem gewonnen worden wegen der Desinformatiion und Propaganda der Alliierten.
        Damit sind die Nazis zermürbt worden.
        Und im Netz gibt’s viel davon vor allem von Seiten der Verschwörungstheoretiker.
        Sie sind wie Sand im Getriebe des Monsters, leider jedoch auch das Sand im Getriebe einer gesammelten Konterrevolution.
        In einem solchen Umfeld ist eigentlich gar nichts möglich.

    • Max Mustermann sagt:

      „Am Plan zur Weltherrschaft arbeiten beispielsweise folgende Gruppen: CFR, UNO, Bilderberger, Trilaterale Kommission, um nur einige wenige aufzuzählen (Zitat aus „Recht+Freiheit).“

      Ach, du lieber Himmel, bitte nicht schon wieder die Bilderberger.

    • squarepusher sagt:

      Sehr guter Kommentar! Und wie recht Sie haben. Das ganze ist ein böses Spiel mit unerwünschtem Ausgang.

  8. Haikubehindert sagt:

    Die CDS verteuren die Staatsanleihen ohne wirklich einen Nutzen zu erbringen.

    Griechenland geht ja noch aber …alleine die Idee mit CDS einen Bankrott Chinas versichern zu können ist schon mehr als Realitätsverlust.

    Ich vermute man kann die CDS den vielen Rentenfonts gut verkaufen -weil die den Anlegern zwangsweise hohe Sicherheiten anbieten müssen. Es ist nicht anderes als eine Art Zusatzgebühr mit der man auch noch zocken kann. Es gibt sogar CDS auf die USA … man könnte sich kugeln vor lachen.

    Ersatz für Golddeckung

    Zugleich dienen die CDS seit dem Nixon Schock als Verbürgung das hinter Fiat Money auch tatsächlich ein Wert enthalten ist -CDS ersetzen so quasi die Golddeckung.

    Hohe Staatsschulden sprechen für Vertrauensverlust trotz CDS

    Bei den sehr hohen Staatsschulden müssten CDS schon längst aufgegeben worden sein -werden aber nicht. Ein Untergang der CDS = Systemischer Kollaps -deshalb.

    Sollte nun ein Land wie Spanien vom Strudel erfasst werden, wird sich der Unsinn mit dem Vertrauen durch CDS in einem nun jahrzehnte verzögerten After -Nixon Schock entladen. Dies würde schliesslich auch den US$ erodieren lassen, nachdem der EURO sich in Draghis Vulkan entladen hat.