Händler: „Gold wird stärker in den Fokus der Finanzindustrie geraten“

Der Edelmetallhändler Christian Lechner erwartet stärkere Volatilitäten beim Goldpreis. Der Grund: Gold und Silber werden in den kommenden Jahren immer stärker das Interesse der Finanzindustrie finden. An eine künstliche Drückung des Goldpreises glaubt er nicht, wohl aber daran, dass die Banken aus Liquiditätsgründen ihre Goldpositionen verkaufen.

„Wir werden beim Goldpreis in Zukunft stärkere Schwankungen erleben, weil Gold immer mehr zu einem Finanzprodukt wird, das viele Anleger einfach in ihrem Portfolio haben möchten.“ Christian Lechner, Geschäftsführer beim Wiener Edelmetallhändler Van Goethem, geht davon aus, dass „Gold in Zukunft stärker in den Fokus der Finanzindustrie geraten wird“. Der Grund: „Anleger suchen einen Ausgleich zu den hohen Risiken, die sie mit allen anderen Anlagen haben. Das Wesentliche am Gold ist, dass man Kaufkraftschutz hat.“ Aus dieser Perspektive ist es für Lechner auch „irrelevant, ob der Goldpreis pro Unze auf 3.000 Dollar oder 50.000 Dollar steigt, denn die entscheidende Frage ist doch: Wie verhält es sich mit der Kaufkraft des Dollar in Zukunft? Gold hat nicht annähernd so ein Verlustpotenzial wie andere Investments.“

Daher hält Lechner auch nichts davon, wie gebannt auf den Gold-Kurs zu starren: Zwar seien „alle Menschen Spekulanten“, und daher existiere die unwiderstehliche Versuchung, in den Gold-Kurs Dinge hineinzuinterpretieren, um mögliche Prognosen abzugeben. Tatsächlich aber verhält es sich nach seiner Einschätzung beim Auf und Ab des Goldpreises um die klassischen Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage. Lechner: „Ich glaube nicht an die Verschwörungstheorien von der Goldpreisdrückung durch die Amerikaner oder andere Staaten oder gar finstere Mächte. Es ist viel eher so, dass Gold selbst immer stärker wie ein Finanzprodukt gesehen wird. Und daher kommt es eben zu Gewinnmitnahmen, wenn der Kurs einmal eine gewisse Höhe erreicht hat.“ Konzertierte Limitorders oder computer-getriggerte Transaktionen spielen mittlerweile im Goldhandel eine gleich große Rolle wie bei anderen Finanzgeschäften.

Von großer Bedeutung für den Goldpreis ist nach Lechners Einschätzung das Verhalten der Banken: „Wann immer viel Gold verkauft wird, sind es die Banken, die sich kurzfristig Liquidität beschaffen müssen. Das geht am schnellsten, wenn sie ihre Gold-Positionen abstoßen. Wir wissen von einigen Banken, dass sie ihre Gold-Positionen auf short gesetzt haben.“ Seit der Lehman-Pleite hätten die Banken einen ungebrochenen Liquiditätsbedarf. Und Lechner erwartet, dass „der Goldpreis noch weiter nach unten gehen wird. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Gold bis auf 1.500 Dollar pro Unze nach unten geht.“ Lechner hält diese Abkühlung für gut: „Man sieht daran, dass wir es mit einer normalen Entwicklung zu tun haben. Das Gerede von einer Gold-Blase ist lächerlich.“ Insgesamt seien die Umsätze in den vergangenen Monaten „auf einem hohen Niveau leicht rückläufig“ gewesen.

Interessant sei es zu beobachten, dass immer mehr große Vermögen „beginnen, Teile in Gold umzuschichten“. Auch bei Pensionsfonds und anderen institutionellen Anleger vermutet Lechner, dass sie schon längst in Gold investiert sind.

Lechner ist der Auffassung, dass Gold etwa 20% jedes Anleger-Portfolios ausmachen sollte: „Das Wichtigste ist zu diversifizieren. Denn was immer kommt – das Leben wird weitergehen.“

Anders als Gold müsse Silber erst den Weg zur vollen Wahrnehmung als Geldmetall schaffen. Lechner: „Silber ist als industrielles Metall sehr konjunkturabhängig. Die Nachfrage aus der Industrie bestimmt den Preis immer noch am stärksten.“

Auf den europäischen Märkten erwartet Van Goethem die größten Entwicklungen in Osteuropa. Lechner: „Kroatien, Tschechien, Bosnien, Serbien, Bulgarien – das sind traditionell goldaffine Regionen. Zusätzlich gab es unter Tito ein Goldverbot. Wenn das einmal aus dem Bewusstsein ist, erwarten wir signifikantes Umsatzwachstum.“

Kommentare

Dieser Artikel hat 34 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Tommy Rasmussen sagt:

    25.05.2011 – Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell, einer der Architekten des Euros: „Es könnte eine Goldstandard geben, mit einem fixierten Goldpreis für die Zentralbanken, die das Gold dann als Vermögenswert bei Geschäften mit anderen Zentralbanken einsetzen könnten…..“ Für die Bevölkerungen würde dies jedoch kaum etwas ändern, denn:

    Jede Nationalbank hütet einen Goldschatz. Zum Beispiel in Form eines Zettelchens auf dem geschrieben steht, dass A viel Gold im Keller von B für 25 Jahre geleast hat, obwohl B es selbst nur in Form einer Option bei C angezahlt hat und daher im Keller von B gar kein Gold existiert. Im Jahre 201X kann B diese Option ausüben, falls er dann noch Lust hat, und bis 201X müsste C folglich das vereinbarte Goldvolumen beschaffen. B wird aber garantiert keine Lust haben, denn so wurde es vorher abgesprochen. Zwischenzeitlich kann C das an B optionierte Gold mit Genehmigung von B befristet verleihen, zB. an D, der es befristet in seine Bücher übernimmt damit die Regierung von D zum Bilanzstichtag schriftlich und legal soundsoviel Tonnen Goldreserven in ihren Büchern ausweisen kann. Danach wandert das Gold, das C niemals hatte, zu C zurück und wartet auf den nächsten Mieter. Nur eine Variante von vielen.

    Die angeblichen Goldreserven der westlichen Zentralbanken sind ein gigantischer Beschiss. Aber dieser Beschiss hat nichts mit der Papierwährung zu tun. Die Papierwährung braucht kein Gold. Die ist nämlich per Gesetz Beschiss. Ein legaler ungedeckter Scheck. Genial einfach. Einfach genial.

    07.11.2011 – Das deutsche Gold ist futsch – Leider ist davon auszugehen, dass große Teile des Zentralbankgoldes ohnedies weg sind. Seit 1996 „überredeten“ die maßgeblichen Finanzaristokraten und Privatbankiers Regierungen und Notenbanken, die physischen Bestände an Gold und Silber an ihre eigenen, zum Goldhandel zugelassenen Banken (Bullion Banks) auszuleihen. Dies betraf allerdings nicht die Zentralbanken der USA (Federal Reserve) bzw. von Großbritannien (Bank of England), die von diesen Finanzaristokraten ohnedies kontrolliert werden. Den Nationalbanken anderer Staaten wurde der Goldverleih mit dem Argument schmackhaft gemacht, dass das Edelmetall auf diese Weise immerhin Leihzinsen brächte, ansonsten jedoch zinslos in Tresoren schlummerte. Für die Bullion Banks war das auf jeden Fall ein grandioses Geschäft, weil sie nur zwischen 0,25 bis 0,75 Prozent Leihgebühren zu entrichten hatten.

    Die Geschäftsbanken liehen sich also das Gold der Notenbanken, verkauften es auf dem Markt und trieben damit die Edelmetallpreise bis zum durchschnittlichen Herstellungspreis von 255 Dollar pro Unze ( damals! ) herunter. Somit hatten sie neben dem Vorteil der günstigen Refinanzierung auch einen möglichen Spekulationsgewinn, weil der Goldpreis gefallen und eine Rückzahlung in Gold an die Notenbanken dadurch theoretisch günstiger geworden war.

    (Notfalls garantierte die Federal Reserve ihren „Freunden“, ihnen mit unlimitierten Goldbeständen auszuhelfen, sollte der Goldpreis doch steigen.)

    Auf diese Weise verliehen fast alle Notenbanken der Welt nahezu ihre gesamten Edelmetallbestände an die privaten Banken und befinden sich nun in der schwierigen Situation, kein physisches Gold mehr zu besitzen, sondern lediglich Ansprüche auf Gold.

    Doch wohin ist dieses ganze physische Gold geflossen? Es ist denkbar, dass das physische Gold zwar einen neuen Eigentümer, aber die Tresorräume der Notenbanken niemals verlassen hat. Es ist nicht auszuschließen, dass die maßgeblichen Finanzaristokraten selbst diese Goldbestände zugriffssicher erworben haben und die Notenbanken nun damit erpressen, die Geschäftsbanken, gegenüber denen die Notenbanken ihre Forderungen geltend machen können, notfalls insolvent gehen zu lassen. Damit wäre eine Rücklieferung des Goldes an die Notenbanken unwahrscheinlich. Im privaten Geschäftsleben würde man von einem betrügerischen Konkurs sprechen; die Hochfinanz spricht von „Systemrelevanz“ und lässt den Steuerzahler haften.
    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2011/11/07/das-deutsche-gold-ist-futsch/

    • kneipier sagt:

      Dieser Riesenbetrug hat einen Namen:

      Leerverkäufe.

      So funktionieren Leerverkäufe:

      Bei Leerverkäufen veräußert ein Großanleger Aktien, die er gar nicht in seinem Depot liegen hat. Stattdessen leiht er sich die Papiere – meist mehrere 100000 Stück für einige Wochen – von einem anderen Großaktionär. In der Regel werden diese Geschäfte weltweit zwischen institutionellen Anlegern wie Banken und Versicherungen abgeschlossen.

      Der Verleiher erhält dann eine einmalige Leihgebühr, die je nach Angebot und Nachfrage zwischen 0,125 und 20 Prozent per anno des aktuellen Aktienkurses liegen kann. Der Vorteil des Verleihers: Er verdient zusätzlich Geld mit seinen Aktien, die sonst nur im Depot lägen. Sinkt der Aktienkurs, kann der Leiher die Papiere günstiger wiederbeschaffen und die Differenz abzüglich der Leihgebühr behalten. Steigt der Aktienkurs aber, macht er Verlust.

      Das ist der Trick, mit dem jeder am Ozzilographen und dessen Ausschlägen die Goldpreismanipulation beobachten kann.

      Ob es sich dabei um Aktien, Staatsanleihen oder Gold handelt-es ist immer ein von der Politik geduldeter Betrug.

  2. Tommy Rasmussen sagt:

    Ein Maß Bier auf dem Oktoberfest

    1961: 1Maß Bier : 1,90DM (1Unze Gold = 35$ = 143DM = 75 Maß Bier/Unze)

    2011: 1Maß Bier : 9,20 Euro/18,40DM (1Unze Gold = 1200€ = 130 Maß Bier/Unze)

  3. Sakrihittn sagt:

    Wenn man den hystorischen Wert von Gold einmal anschaut kann man erkennen das es auch einmal in die Hose gehen kann. In den 80igern ist er in wenigen Monaten von ca. 850 runter auf 400!!! danach pendelte er jahrzehnte!!!! lang zwischen 300-500. Bis 2006, da begann er wieder dramatisch bis 2011 auf über 1900 zu steigen….Wenn man also 1980 Gold um die 700-800 gekauft hatte musste man bis 2008 warten um wieder den gleichen Wert zu erhalten, fast 30 Jahre!!! Wer garantiert einem also das wenn man jetzt Gold um die 1700 kauft er nicht in einigen Monaten auf zb.1000 fallen kann. Der Werterhalt geht nur auf wenn eine Währung zusammenbricht, wenn nicht kann man auch ganz schön Pech haben mit dem sicheren Hafen.

    • leser sagt:

      Danke.
      Bisher gab es immer einen, der den fetten Verlust tragen musste. Der kann sich dann nur noch eine halbe Toga kaufen. ;-))

  4. Knatterton sagt:

    Warum wohl wird im hirn- und intellektfeindlichen mainstream der Besitz von realem Gold mit abstruser „Logik“ bekämpft?
    Könnte es sein, dass der Preis des Goldes eine Reaktion auf die Ausweitung der Papiergeldmenge darstellt und sichtbar macht, dass der König gar keine Kleider anhat?
    Da die Finanzierung der Staatsgeschäfte durch Steuereinnahmen begrenzt ist, wird die grenzenlose Kreditausweitung durch das Scheingeldsystem betrieben.
    Papiergeld kommt als zinsbeslasteter Bankkredit in das System. Die Zinsen werden über zinsbelastetes Bankkreditgeld bezahlt.
    Das Ergebnis dieses Irrsinns: Schulden müssen erhöht werden, das BSP muss laufend steigen oder das ganze blöde, für einige wenige allerdings sehr vorteilhafte, System bricht zusammen, weil die Zinsen auch mit irrealen marktfremden Zinsdrückungen nicht mehr bedient werden können.
    Dem steht Gold entgegen, weil es von keiner Zentralbank gedruckt werden kann.
    Den glücklichen Goldbesitzern kann der Staat durch Monetarisierung, d.h. die Inflationierung durch die Zentralbanken, ihren werthaltigen Besitz niemals streitg machen.
    In diesen Zeiten sollte sich niemand durch die „Finanztests“ und andere interesse- und giergeleitete Krakeler dieser Welt von der immer noch möglichen Flucht in die Sachwerte abhalten lassen.

  5. Haikubehindert sagt:

    Quatsch mit Souce 😉

    Der Peak Gold wurde 2001 überschritten, während Erdöl gerade dabei ist. Es ist zwar noch immer möglich Gold abzubauen, aber die Energepreise machen bereits über 20% der Kosten für die Goldförderung aus. Der Reinheitsgehalt der Goldförderung sinkt aber schon seit langem- das Erz ist immer „schmutziger“. Der Energiebedarf zur Förderung steigt deshalb und somit steigt der Preis. Die steigende Bevölkerungszahl sorgt weiterhin für Verknappung von Rohstoffen (aller Art).

  6. Goldwert überlebt Jahrtausende sagt:

    an den 13.03.12 um 10:17 „Leser“:

    Mit 1 Unze Gold konnte man sich im alten Rom elegant einkleiden (Toga, Ledersandalen, etc.). Mit 1 Unze Gold kann man das auch Heute (ca. 1300-1400 Euro).
    Zeigen SIE mir eine Währung,Papiergeld,Aktie die so krisenfest und sicher über Jahrtausende ist.

    Wer Angst hat sein (PAPIER) Geld beim Goldkauf Silberkauf mittel- oder längerfristig zu verlieren, der soll ruhig sein sauer verdienten Einkommen mit der immer schneller steigenden xx% Inflation, globalen Auswirkungen der Währungskrise, oder auch 10:1 / 4:1 ? Währungsschnitt aufrauchen,

    Nicht zu vergessen:
    DER GOLDPREIS UND SILBERPREIS WIRD STÄNDIG MANIPULIERT DURCH DIE GLOBALEN BANKSTER – also nicht gleich Herzanfall bekommen, wenn wieder alle paar Wochen der Kurs um 30-100 Dollar gedrückt wird. Es geht wie immer schneller aufwärts
    und 2xxx USD sind nah.

    • leser sagt:

      Nochmal: Der Vergleich Toga früher/ heute ist ein Marketinggag. Betrachten Sie eine Aktie zu zwei Peaks und blenden die Jahre dazwischen aus, dann kommen Sie zu ähnlich lustigen Ergebnissen. Der Vergleich mit einer „Designer“-Joppe hinkt, da eine Toga vermutlich immer Maßarbeit war. Also müsste ein Maßanzug damit verglichen werden. Aber ist auch egal, da es momentan nicht opportun ist, darauf hin zu weisen, dass jeder Aufwärtstrend sein Ende findet.
      Glaube jeder was er möchte. Ich traue einer Verfünffachung eines Preises nicht. Aber so etwas ähnliches haben wir ja schon mal durch mit der Telekom-Volksaktie.
      Gut übrigens, dass es noch nie (=1933) ein Goldverbot gab.
      Aber eines ist trotz meiner Skepsis sicher: Jeder, der beim Kurs von 250 EUR Gold gekauft hat, hat bislang richtig gehandelt.

  7. kneipier sagt:

    …in den kommenden Jahren das Interesse der Finanzindustrie finden…

    ______________________

    Heilige Einfalt?

    In Deutschland ist die grösste Privatbank, Warburg, deutscher Ableger der FED, seit vielen Jahren im Besitz der UMICORE.

    Zuerst wurde DEGUSSA (Deutsche Gold-und Silberscheideanstalt)nebst eigener Bank übernommen , danach in die jetzige UMICOR überführt.

    Warburg IST die Finanzindustrie des Goldes, die hierzulande „das Rad dreht“.

    Nicht erst „in kommenden Jahren“….sondern bereits seit langer Zeit.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, die Fa. van Goethem will demnächst von echtem Gold und Silber in den „Papiermarkt“ einsteigen.

    Wohlwissend, daß jeden Tag ein Dummer aufsteht

  8. tomorrow sagt:

    Edelmetalle wie z.B. Gold gewinnen in Krisenzeiten mal mehr, mal weniger an Wert.
    Entscheidend ist jedoch, welchen Wert es tatsächlich hat. Man sollte sich mal die Geschichte zu Gemüte führen und darüber nachdenken, dass Edelmetalle kein reines Spekulationsobjekt sind, mit dem man schnelles Geld „macht“.
    Wer das will, kann Minenaktien kaufen und wieder verscherbeln.
    Physische Edelmetalle haben vergleichsweise immer ihren Wert. Das ist so und bleibt.
    Wenn es mal ganz schlimm kommt, kann man immer noch etwas im Gegenwert dazu, kaufen. Mit Aktien ist auf dem Black Market nichts anzufangen, außer ein Feuer zu entfachen.

    Wer richtig viel Geld hat, kann auch Diamanten kaufen. Aber dieser Markt wird stringent kontrolliert. Von wem ?

    • Morpheus sagt:

      Von Diamanten ist dringend abzuraten, da Schliff und Reinheit extrem den Preis variieren und nur echte Fachleute durchblicken.

      Zu Edelmetallen ist eigentlich nur eines zu sagen:

      Nur Gold und Silber sind weltweit ECHTES GELD, alles andere ist nur Kredit!!!

  9. Leser sagt:

    Gold? Wieso Gold? Geht jemand mit Hundert-Gramm-Barren einkaufen? Kann man Gold essen? Wer ist in der Lage, Gold auf Reinheit zu prüfen beim Einkauf? Alles ziemlich unpraktisch.
    Warum war der Goldpreis vor 10 Jahren bei ca. 250 Euro? Könnte er dort auch wieder hin absinken? JA, KANN ER! Wirft Gold Zinsen ab? Nein, aber okay, da ist die Sache mit dem vermuteten Werterhalt. Aber wo liegt der langfristige Goldwert? Bei 250, 500,1000 oder 2000 Euro??
    Goldanleger leben ALLEINE davon, dass es einen Käufer gibt, der Ihnen das Gold zum ähnlichen Einkaufspreis – oder besser – teurer abkauft, als sie es selbst jemandem abgekauft haben. Tolle Aussichten! Denn es wird einen geben, der den höchsten Preis zahlt und eine Menge verliert.
    Ich bin mir nicht sicher, ob Gold eine clevere Alternative ist. Das ist natürlich nicht als Plädoyer für den Euro zu werten! Der Euro ist keinesfalls noch das wert, was man landläufig vermutet. Der Euro wird gerade augehöhlt.
    Aber bei einem Anstieg des Goldpreises von 250 auf 1250 nicht von einer risikoreichen Anlage zu sprechen, wäre fahrlässig.

    • Felix sagt:

      Dann müssten Sie ja völlig ohne Versicherungen leben, die bringen ja keine Zinsen? Gold ist eine Versicherung, die idealerweise nie angefasst wird, aber im Notfall werden Sie davon mehr haben, als mit ihren Lebensversicherungvertrag, welcher nach VAG § 89 totaler Willkür unterliegt.

      Gold kann nicht auf 250 Euro sinken, weil sich der Wert des Goldes grundsätzlich aus den Beschaffungskosten bildet und darüber hinaus erst der spekulative Anteil. Und die Beschaffungskosten werden durch die globale Inflation und immer schwer zugänglichere Vorkommen nicht weniger.
      Wenn der Goldpreis unter die Beschaffungskosten gedrückt wird, wird das Fördern nicht mehr rentabel und das Angebot geht stark zurück.

      • ivan sagt:

        Kennt der @Leser denn das immer gut zum Vergleich herangezogenen Beispiel zur Werthatigkeit nicht? Für eine Unze Gold bekam man in der Antike eine Toga, ein hochwertiges Kleidungsstück, wie man heute einen hochwertigen Anzug massgeschneidert bekommt.

      • schlaumeister sagt:

        Die Lagerstätten sind schon ziemlich leergeschürft, der Abbau wird immer
        teurer. In ca. 20 Jahren dürfte so ziemlich alles Gold aus der Erde ge-
        holt sein, das man noch abbauen kann, ohne 5 km tief zu graben. Bei
        Silber ist schon in 12 Jahren dieses Limit erreicht. Gold kann man nicht
        essen, wie intelligent! Einen 500 Euroschein kann man dagegen gut
        zum Frühstück futtern, ich kann die blöden Argumente nicht mehr hören.
        Gold ist Wertspeicher. Papiergeld ist bedrucktes Schnipselpapier.

      • Leser sagt:

        Ich plädiere nicht für Lebensversicherungen.
        Ich weise nur darauf hin, dass Gold sich inzwischen in Regionen befindet, die kaum mehr rational begründet sind.
        Die ca. 250 Eur vor zehn Jahren sind sicher auch nicht das Äquivalent der Beschaffungskosten gewesen. Selbst bei gestiegenen Beschaffungskosten dürfte der spekulative Anteil heute sehr viel größer sein als vor zehn Jahren. Und damit begeben sich Kleinanleger in gefährliche Gewässer, da sie niemals die besseren Informationen haben als die Finanzindustrie.
        Das Argument mit der Toga ist interessant. Eine Toga dürfte tatsächlich geschichtlich mit einem maßgeschneiderten Anzug zu vergleichen sein. Einen maßgeschneiderten Anzug hätten man im Jahr 2002 nicht für 250 Eur bekommen. Das Argument ist ein Marketinggag, da es die Volatilität des Goldpreises wider besseren Wissens ausblendet!
        Aber gut, ich habe gewarnt. Ich wünsche jedem, dass er nach seiner Facon glücklich wird. Nichts für ungut.

        • edith maireder sagt:

          Ich habe kurz nachgerechnet. Im Jahr 1999 hat mein Bruder maturiert und von meinem Vater einen (für damalige Verhältnisse sehr teuren) Designer- Anzug + Schuhe für den Maturaball bekommen. Das kostete damals zusammen rd. 3.200 ATS. Zufällig sind das umgerechnet ca. 230 Euro.

          Damals waren 250 Euro schon noch ein Haufen Kohle. Jetzt geht das Geld bei 3 Wocheneinkäufen drauf…

          Beim Gold kann man vielleicht sagen: Toga – Designer-Anzug – maßgeschneiderter Anzug. Finde ich nicht extrem in der Abweichung.

          Wenn ich aber nur ansatzweise die Preisentwicklungen beim Euro sehe (und sehr selten, aber doch stichprobenartig) in ATS umrechne, wird mir bange. Ich frage mich dann immer, wie die Statistiker immer zu ihren niedrigen Inflationswerten kommen. hex hex?

    • Torsten sagt:

      Geld? Wieso bunt bedrucktes Papier und der Glaube daran das es Geld ist? Deshalb empfinden Sie Geld als praktisch, weil es ALLE tun. Zwischen Wert und Preis gibt es einige Unterschiede, sehen Sie den Anstieg des Goldpreises doch einfach mal andersrum, es zeigt den Verfall des Geld-wertes, denn an einer Unze ändert sich weder Farbe noch Gewicht- sie bleibt einfach eine Unze! Bei dem herkömmlichen Geld soll es wohl auch so sein, daß die Einkaufspreise ( je nach Angebot und Nachfrage des erwünschten Produktes ) schwanken. Also ist IHRE derzeitige „Geldanlage“ wohl auch von einem Käufer abhängig- wie Sie richtig formulieren -Tolle Aussichten. Kleines Beispiel zur Erhöhung der vorstellungskraft. Derzeit werden Oldtimer als sichere Anlage angepriesen ( auch Diamanten, Immobilien, Ländereien, Holz und angeblich andere werthaltige Sachen) wer soll das dann später kaufen und womit??? Auch SIE brauchen einen Käufer !!! Was will ich mit einem Oldtimer, wenn ich mir den Sprit nicht leisten kann? Was will ich mit Diamanten wenn ich deren Wert nicht einschätzen kann? Was will ich mit Ländereien, wenn ich kein Bauer bin? Was will ich mit einer Anlage in Tropenholz, wenn der Bedarf dafür an Boden liegt? Edelmetalle sind weltweit anerkannte Zahlunsmittel ( richtiges Geld) und Wertspeicher über Jahrtausende, eben kein Spekulationsobjekt für das schnelle Geld……….

    • GUGUK sagt:

      Wie so ein „Gold kann man nicht essen“ Typ.

      Hast nicht aufgepasst, was ein Leser hier schön schrieb?

      Ein Maß Bier auf dem Oktoberfest

      1961: 1Maß Bier : 1,90DM (1Unze Gold = 35$ = 143DM = 75 Maß Bier/Unze)

      2011: 1Maß Bier : 9,20 Euro/18,40DM (1Unze Gold = 1200€ = 130 Maß Bier/Unze)

      GOLD KANN MAN ABER SAUFEN!
      VIELLEICHT HÄTTE ER AUCH NOCH EIN HALBES BACKHENDL ZUM BIER BEKOMMEN??