SNB will Spekulations-Geschäfte ihrer Führung verhindern

Mitglieder der Bankleitung in der Schweizerischen Nationalbank dürfen ab Mai privat nur noch in Devisen investieren, wenn ihr Vermögen extern verwaltet wird. Bei Selbstverwaltung ihres Geldes müssen sie mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

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Ab dem 1. Mai gelten für die Mitglieder in der Bankleitung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verschärfte Anlagekriterien hinsichtlich ihrer privaten Finanzgeschäfte. Das verschärfte Reglement sieht unter anderem vor, dass die Führungsspitze auf einen externen Vermögensverwalter zugreifen muss, wenn sie ihr privates Vermögen in Devisen investieren will. Allerdings muss die SNB einen solchen Vertrag mit einem unabhängigen Vermögensverwalter erst genehmigen.

Sobald die Mitglieder der Bankleitung ihr Geld allerdings selbst verwalten, beschränken die neuen Regeln die Anlagemöglichkeiten auf beispielsweise Spareinlagen bei der SNB, Einlagen in die berufliche Vorsorge, risikogestreute Anlagefonds oder Anlagen in Liegenschaften im In- und Ausland. Devisentransaktionen sind hier nur möglich, wenn sie nicht im Zusammenhang mit Finanzvermögen stehen, sondern beispielsweise mit Liegenschaften.

Investition in Finanzanlagen, die hinsichtlich der Aufgaben der Schweizerischen Nationalbank problematisch erscheinen, dürfen die Mitglieder der Bankleitung gar nicht tätigen – auch nicht durch einen externen Vermögensverwalter. Zusätzlich dazu verlangt die SNB nun, dass die Führungskräfte vierteljährlich ihre Vermögensverhältnisse offenlegen. Selbst die Lebenspartner oder Personen, die im selben Haushalt mit einer solchen Führungskraft der SNB leben, sind an die Regeln für die privaten Finanzgeschäfte und die Offenlegung des Vermögens gebunden.

Hintergrund der Verschärfung sind die Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand, hinsichtlich umstrittener Devisengeschäfte. Am 16. August hatte seine Ehefrau, eine frühere Hedge-Fonds-Händlerin 400.000 Franken in Dollar umgetauscht. Drei Wochen vor Ankündigung der SNB, mit Devisenkäufen den Euro-Franken-Kurs von 1,20 Franken zu halten. Rund 75.000 Franken hatte die Ehefrau von Philipp Hildebrand gemacht, als sie die Devisen am 4. Oktober wieder abstieß. Anfang Januar trat Philipp Hildebrand zurück (mehr dazu hier).

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