Italien: Zinssätze sinken rapide

Bei der Auktion von dreijährigen Staatsanleihen verzeichnete Italien am Mittwoch die niedrigsten Zinssätze seit Oktober 2010. Die Nachfrage war ebenfalls sehr gut.

Italien kann sich weiter über die Auswirkungen der zwei 3-Jahres-Tender der EZB freuen. Das Land nutzte am Mittwoch die sinkenden Zinssätze für den Verkauf von Staatsanleihen im Wert von sechs Milliarden Euro. Langjährige Anleihen mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Wert von einer Milliarde Euro gingen für 4,3 Prozent über den Tisch.

Noch besser war die Ausbeute bei den dreijährigen Anleihen. Bonds im Wert von fünf Milliarden Euro sanken von 3,41 Prozent auf 2,76 Prozent – der niedrigste Wert seit Oktober 2010.

Trotz weiter anhaltender Rezession der italienischen Wirtschaft sind die Anleihen gut nachgefragt. Das Angebot war deutlich höher als die Nachfrage. Mit der Durchführung des zweiten Tenders (bei dem die italienischen Banken 130 Milliarden Euro aufgenommen haben – hier) ist der Finanzmarkt mit Geld überschwemmt worden, das investiert werden will.

Kommentare

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  1. Johannes sagt:

    Dieser Effekt ist eine zweischneidige Sache – kurzfristig nimmt er Druck von Italien. Mittel- und langfristig wirkt er zerstörerisch, weil die haushalterisch disziplinirende Wirkung höherer Zinsen entfällt. Zur Erinnerung: vor dem Euro (Anfang der 90er Jahre) waren für Italien Zinssätze von ca. 15 % normal und tragbar (aufgrund der niedriegeren absoluten Höhe der Staatsverschuldung).

    Zusätzlich wirkt die durch die EZB geschaffene zusätzliche Geldmenge inflationär, sobald sie in die „reale Welt“ gelangt – was wohl unausweichlich und auch so gewollt ist.

    Die „Dreierbande“ aus Politik, EZB und private Banken scheinen den inflationären Weg als alternativlos zu betrachten, um die aktuellen Probleme zu lösen. Die kalte Enteignung und daraus folgende Verarmung breiter Bevölkerungsschichten wird dabei kühl und billigend in Kauf genommen.

  2. WiKa sagt:

    Sie haben es im letzten Absatz gesagt, die Geldschwemme. Wenn die Reste dieser Geldschwemme dann woanders verzockt worden sind, dann steigen auch wieder die Zinsen, oder die nächste Geldschwemme kommt, also nur eine Frage der Zeit, nur alles kein Grund zur Entwarnung … das System ist kaputt und kann nur mit ewig mehr Geld zeitlich vor dem Kollaps bewahrt werden, der aber final gar nicht ausbleiben kann.

    Auch in diesem Rennen gilt wie immer, der Gewinner ist … Die Bank, wie eben in jedem Casino, sonst würde es ja niemand betreiben und so verhält es sich auch mit den Banken:

    Banken sind Lotteriegesellschaften mit staatlicher Gewinngarantie … Link