Kaum noch Wachstum: Weltwirtschaft weiter im Abschwung

Erstmals wurde das Wirtschaftswachstum der 20 wichtigsten Wirtschaftsräume der Welt gesammelt erfasst: Es hat sich binnen eines Jahres fast halbiert. In der Europäischen Union und der Eurozone schrumpft die Wirtschaft bereits.

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Das Wirtschaftswachstum der G20-Länder hat sich im Laufe des vergangenen Jahres deutlich verlangsamt. Im vierten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt in den 20 wichtigsten Wirtschaftsländern nur noch um 0,7 Prozent. Im Vorquartal waren es noch 0,9 Prozent gewesen.

Im gesamten Jahr 2011 wuchs die Wirtschaft der G20 um 2,8 Prozent. Dies stellt beinahe eine Halbierung im Vergleich zum Jahr 2010 dar.

In der Europäischen Union und der Eurozone schrumpfte die Wirtschaft Ende des vergangenen Jahres um 0,3 Prozent. Das entspricht einem Rückgang des Wachstums von 0,5 Prozent. Damit schrumpft die Wirtschaft in den beiden Gebieten das erste Mal seit dem Jahr 2009.

Das Wirtschaftswachstum Deutschlands fiel vom dritten auf das vierte Quartal 2011 von 0,6 auf -0,2 Prozent.

In den USA konnte die Wirtschaft leicht zulegen, während das Wachstum in China den tiefsten Stand seit der Erfassung verzeichnete. Besonders stark betroffen war Japan. Nachdem sich das Land mit 1,7 Prozent Wachstum im Quartal nach den Katastrophen des vergangenen Jahres erholen konnte, brach die Wirtschaft in den letzten drei Monaten wieder ein. Zum Jahresende schrumpfte Japans Wirtschaft wieder um 0,3 Prozent.

Diese Zahlen wurden von der Europäischen Zentralbank nun das erste Mal veröffentlicht. Davor gab es keine gesammelte Erfassung des Wirtschaftswachstums der 20 wichtigsten Volkswirtschaften, das nun vierteljährlich als Teil eines OECD-Berichts veröffentlicht werden soll.

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Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Kein Wunder, das Geld landet ja in bodenlosen Löchern, und da es auch den Leuten in riesigen Mengen entzogen wird, muss eben irgendwo gespart werden nur betrügerische Zentralbanken haben dieses Probleme nicht, und treiben den Untergang der diversen Währungen munter weiter. Irgendwann und irgendwo zeigt sich eben der „Wert“ von Fiat-Geld.

  2. Siggi40.de sagt:

    Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld.
    Die Finanzkrise kann man in Europa nicht abkoppeln, sie ist ein Problem aller westl. Ind.staaten. Ausgelöst durch amerikanische Weihnachtspakete, die mit AAA bewertet, aber nur heiße Luft enthielten. Damit wurde in den USA die letzten 20 Jahre der Wohlstand auf Pump finanziert. In Europa hat Leben auf Pump, die Geschäftsmodelle ganzer Länder erst richtig mit dem Euro angefangen. Seit 2008 hat es sich auch hier ausgepumpt.
    Dann hat man die größte Krise der Neuzeit, von der wir gerade mal 5% sehen damit bekämpft, indem man noch mehr Schulden machte. In den letzten 20 J. hat sich die Weltverschuldung von 18 Bio. $ auf über 96 Bio. $ vervierfacht. Aber allein in den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 32,5 Bio. $ aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. Beides ist gründlich in die Hosen gegangen, jetzt sind fast alle west. Ind.staaten pleite, noch mehr pleite geht nicht mehr. Wegbrechende Steuereinnahmen prallen auf explodierende Ausgaben für Zinsen und Soziales. Nicht nur die PIIG(F)S müssen sich neu erfinden, deren Geschäftsmodelle eine Fata-Morgana waren – von den Geldern der Zentralbanken abhängig.

    Unser erträumter Aufschwung – Eine Fata-Morgana.
    In den letzten 3 J. hat die EZB ca. 340 Mrd. und die DBB nochmals ca. 500 Mrd. € an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen bezahlen können. Deutsche Banken haben gegenüber den PIIG(F)S Forderungen von 519 Mrd. €. Tausende Mittelständler sitzen auf offenen Forderungen an die PIIG(F)S.
    Der Karren steckt schon so tief im Sumpf, den zieht niemand mehr heraus. Dafür ist es zu spät. Als man vor 4 Jahren noch hätte gegensteuern können, wurden nicht die Ökonomen wie Prof. Hankel und seine Mitstreiter gehört, das hat man eigentlich noch nie, obwohl sie bereits vor Einführung des Euros auf diese Probleme in allen Einzelheiten hingewiesen hatten.
    Die Finanzkrise, die in eine Staatschuldenkrise führte wird nicht gelöst, weil man auf die Lobbyisten der Bankster hört, die überhaupt kein Interesse daran haben, irgend etwas zu ändern.
    Nur durch ein Reset im Finanzsystem und einer Aufteilung in Geschäfts- und Zockerbanken ermöglicht den westl. Ind.staaten überhaupt eine wirtschaftliche Genesung, die vielleicht den halben Wohlstand hervorbringt, wie wir ihn gewohnt sind. Da kommt noch das demografische Problem dazu. Eine überalternde Gesellschaft mit Renten- und Pensionszahlungen und einem gesättigtem Markt. Schon in den nächsten 10 Jahren verdoppelt sich die Anzahl der Pensionäre.
    Mehr dazu unter: http://siggi40.de/geld/

  3. Werner sagt:

    Kaum noch Wachstum in der Weltirtschaft .
    Ja, aber erhebliches Wachstum der Target2-Schulden Spaniens und Italiens gegen Deutschland : Diese beiden Länder alleine stehen gegenüber Deutschland mit übr € 400 Millarden via Target2 in der Kreide !

    (Qulle : http://www.zerohedge.com/news/dear-germans-bring-out-ze-checkbooks)

    Ob wir dieses Geld jemals sehen werden ?

    mfg. Werner

  4. Tommy Rasmussen sagt:

    „Kaum noch Wachstum: Weltwirtschaft weiter im Abschwung“

    Vielleicht auch deshalb:

    14.03.2012 – The New York Times: Greg Smith tritt heute als einer der Chef-Direktoren von Goldman Sachs zurück und schreibt über Goldman Sachs: “Jätet die moralisch bankrotten Menschen aus, egal wie viel Geld sie für die Firma machen. Der aktuelle Chef-Direktor, Lloyd C. Blankfein, und der Präsident, Gary D. Cohn, verloren auf ihrer Wache die Unternehmens-Kultur. Es macht mich krank, wie herzlose Menschen davon reden, ihre Kunden zu zerfleischen. Während der letzten 12 Monate habe ich erlebt, wie fünf verschiedene Geschäftsführer sich auf ihre eigenen Kunden als “Muppets” beziehen. In diesen Tagen ist die häufigste Frage, die ich von Junior-Analysten über Derivate höre, “wie viel Geld haben wir aus dem Klienten gemacht?” Der Junior-Analyst, der ruhig in der Ecke des Raumes sitzt und über “Muppets”, “Ausreissen der Augäpfel” und “bezahlt werden” hört, entwickelt sich nicht gerade zu einem vorbildlichen Bürger.”
    http://www.nytimes.com/2012/03/14/opinion/why-i-am-leaving-goldman-sachs.html?_r=1
    http://euro-med.dk/

    10.03.2012 – 236 Banker-Rücktritte
    http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/155-banker-rucktritte-update-29-02-2012/