Norwegen: Zentralbank senkt unerwartet Leitzins

Der Wert der norwegischen Krone ist so stark gestiegen, dass Exportunternehmen massiv beeinträchtigt sind. Mit der erneuten Senkung des Leitzins erhöht sich allerdings die Gefahr einer platzenden Immobilienblase.

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Norwegen gilt als sicherer Hafen mit einer gut aufgestellten Wirtschaft. Doch die Auswirkungen der Eurokrise sind auch hier zu spüren, wenn auch auf anderem Wege. Die norwegische Krone erreichte in diesem Monat ein Neun-Jahres-Hoch. Nun hat Norwegen unerwartet den Leitzins um 0,25 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt, um den Wert der eigenen Währung zu drücken. Erst im Dezember wurde der Leitzins das letzte Mal gesenkt.

Gerade für ein so das Export-orientierte Land wie Norwegen ist eine harte Währung extrem gefährlich. Die exportierten Produkte werden teurer und auch die Lebenshaltungskosten steigen. Nichts desto trotz hat Norwegen mit der erneuten Senkung des Leitzins einem anderen Problem des Landes Tür und Toren geöffnet – dem Immobilienmarkt.

Der Immobilien-Boom in Norwegen ist seit längerer Zeit eine Herausforderung für das Land. Der neue Leitzins erhöht die Inflationsgefahr und könnte das Platzen der Immobilienblase vorantreiben. Die norwegische Finanzaufsicht bemerkte am Dienstag, der überhitzte Immobilienmarkt sei die größte Bedrohung für die heimische Wirtschaft. Robert Shiller vom S&P/Case-Shiller Hauspreisindex sagte zudem, dass auch die Banken durch den Immobilienboom gefährdet seien (hier).

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Kommentare

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  1. Wirsing sagt:

    Ich weiß nicht.. irgendwie wünscht man sich den Zusammenbruch.. aber was kommt danach? Läuft alles aus dem Ruder? Mord und Totschlag? Anarchie? Natürliche Selektion? Die Selbstversorger, die sich frühzeitig tief in Naturschutzgebieten Holzhütten und Hobbitwohnungen gebaut haben überleben? Kurz- oder Langzeitig zurück ins Mittelalter? Dafür alle moralischen Freiheiten, die man sich wünschen kann, da kein König, Präsident vorhanden?

    Oder ist alles von oben geplant und abgesichert? Bargeldabschaffung, komplette Ausbeutung, Bankruns unmöglich, weil es ja kein Bargeld mehr gibt.. usw.. Dann ergreift wieder einer irgendwo die Macht.. bla bla.. die Geschichte kennen wir und sie kann so farbenfroh und verkehrt weitergeführt werden, wie man es möchte.

    Option3, dass sich alles zum Guten wendet, wird doch nicht eintreten, solange 90% der deutschen Bevölkerung nicht verstanden hat, was eigentlich Phase ist und wohin das Geld aufgesaugt wird.. Die werden wieder alle vor Wahllokalen übernachten in der Hoffnung, irgendeiner wirds schon richten. Und mit der Ständigen Angst, ausgeraubt zu werden glauben sie, das Geld ist auf einer Bank vermeintlich sicher.

    Verkehrte Welt, ich glaube aus der Spirale gibt es keinen Ausweg.
    Außer die Aufklärungskampagne fruchtet wirklich erst, wenn es gekracht hat… bleibt nur erstmal abzuwarten und sich nicht schon vorher umzubringen.

    • Honeckers_Rache sagt:

      Es kommt eine Währungsreform, nicht wie die von 1948 und 1923. Die abzulösende Währung ist keine nationale Währung, sondern die Währung einer Vereinigung von Ländern. Dies verhindert eine Währungsreform wie 1948, mit gleichzeitiger Entschuldung des Staates durch eine gezielte Geldvernichtung. Der Weg aus dem Euro führt also nur über eine geordnete und gleichwertige Währungsumstellung, nicht über einen Währungsschnitt! Nicht nur die BRD, auch alle anderen Staaten werden sich ihre Währungshoheit zurückholen. Dies wird die erste der ausstehenden Währungsreformen sein. Diese Währungsreform wird nur ein einziges der anstehenden Probleme lösen: den Euro. Danach können sich die einzelnen Länder wieder frei entwickeln.
      Die neuen Währungen werden schnell zerrüttet, als psychologische Vorbereitung der zweiten Währungsreform. In dieser Reform erfolgt dann die Plünderung der Sparkonten. 100 Inflationsmark werden dann zu 6,50 neuen Euro. Neue Euro? Aber sicher, der Euro ist politisch gewollt, deshalb muß den Völkern die Nostalgie mit Mark, Gulden, Francs und Schillingen ausgetrieben werden. Die neue Eurozone besteht aus einem Kern um Deutschland und Frankreich, in die nur Länder mit ordentlicher Wirtschaftspolitik aufgenommen werden.
      Der neue Euro ist nicht stabil. Wir werden mit dieser Währung in die Krisen der Zukunft steuern, an deren Ende die dritte Währungsreform stehen wird, einer metallgedeckten Währung.

  2. Ille1975 sagt:

    Norwegen ereilt das gleich Schicksal wie die Schweiz. Notwehr, irgentwie müssen sie sich ja gegen die ganzen Gelddruckenden Irren zur Wehr setzen.

  3. schlaumeister sagt:

    Es gibt so gut wie kein finanztechnisch und wirtschaftlich stabiles Land mehr. Es
    wird Zeit für einen globalen Zusammenbruch.