Großbritannien will 100-Jahres-Anleihen

Um die Schulden des Landes günstiger zu refinanzieren, lässt Großbritannien derzeit die Marktbedingungen für Anleihen mit 100 Jahren Laufzeit prüfen. „Ewige Staatsanleihen“ sind auch im Gespräch. Indes warnte Fitch vor einer Herabstufung.

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Aus Kreisen des britischen Finanzministeriums heißt es, Großbritannien denke derzeit darüber nach, Staatsanleihen mit einer 100-jährigen Laufzeit und auch so genannte „ewige Staatsanleihen“ zu emittieren. Die längste Laufzeit britischer Bonds lag bis jetzt bei 50 Jahren. Das Land erhofft sich so, seine Schulden günstiger refinanzieren zu können. Bei den „ewigen“ Anleihen gibt es keinen festen Rückzahlungstermin, eine Rückzahlung ist nicht vorgesehen – es gebe für den Investor einfach für immer Zinsen.

Am Mittwoch will Finanzminister George Osborne die Pläne bei der Haushaltsdebatte vorstellen. Die erste Ausgabe solcher Bonds wäre im nächsten Finanzjahr möglich. Zurzeit sind die Renditen für britische Anleihen mit einer Laufzeit von 50 Jahren mit um die drei Prozent sehr niedrig. Die britische Schuldenagentur geht davon aus, dass in der ersten Runde Anleihen im Wert von einer bis fünf Milliarden Pfund verkauft werden könnten.

Am Mittwochabend hat die Ratingagentur Fitch unterdessen den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes auf negativ gesenkt. Auch Moody’s drohte Großbritannien bereits mit dem Endzug des Tripple A.

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Kommentare

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  1. imperator sagt:

    Es gibt keinen Rückzahlungstermin.Das sagt eigentlich alles.Das Geld ist weg.
    Nächste Stufe ist die Zwangsanleihe ohne Rückzahlung ,die ja sogar von den deutschen Gewerkschaften gefordert wird.

  2. ### sagt:

    Es gibt dann 2 Möglichkeiten:

    dkdgz-anidl : du kriegst dein geld zurück – aber nicht in diesem leben

    dkdgnz : du kriegst dein geld nie zurück

  3. WiKa sagt:

    Ich find die Idee toll … bestens den Rückzahlungszeitpunkt so wählen, dass er kurz nach dem Weltuntergang liegt und die dritte, vierte Generation am besten gar nicht merkt was sie in 100 Jahren zu bezahlen hat.

    Unsere heutige Empfehlung des Tages für gewiefte Versicherungsfachleute und die ebenso leidende Versicherungswirtschaft:

    Weltuntergangsversicherung soll Versicherungsbranche stabilisieren … Link

  4. Autofokus sagt:

    Das verdeutlicht doch wieder mal ganz klar in welch klammen Zustand der Staat und die Banken, auch in Grossbrittanien, sind.
    Erstaunlich aber auch, mit welcher Phantasie, immer wieder neue „Finanz-Produkte“ ( …welch grässlicher Audruck !) erfunden werden, um Investoren über den Tisch zu ziehen.

    in Kürze kommt auch noch die Abschaffung des Bargeldes, damit die Banken zwangsläufig in den Besitz des Geldes aller Bürger kommen…., das Spiel setzt sich scheinbar unendlich fort. Immer, wenn man denkt, der Wahnsinn könne nicht mehr getoppt werden, wird man aus Neue enttäuscht.

    • Murksel sagt:

      Zitiere:
      Erstaunlich aber auch, mit welcher Phantasie, immer wieder neue “Finanz-Produkte” ( …welch grässlicher Audruck !) erfunden werden, um Investoren über den Tisch zu ziehen.
      Zitat ende.

      Aber die Investoren werden nicht über den Tisch gezogen.

      Dadurch das jetzt Gewinne privatisiert und Verluste sozialsiert werden, ist der einzige Gewinner dieser Schuldenarien und Bankenrettungen ausschließlich der Investor.
      Seine Verluste werden doch von den europäischen Steuerzahlern getragen.
      Der Investor trägt keinerlei Risiko mehr , sondern wird in jedem Falle bedient werden.

  5. pharus forum sagt:

    Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln überhaupt?

    http://www.pharus-forum.de/t1697f44-Welche-Welt-hinterlassen-wir-unseren-Kindern.html

  6. Toni-Ketzer sagt:

    „Auf Ewig“
    Zur Zeit wird nicht nur in Europa sehr viel Geld in die Märkte gepumpt um ein angeblichen Bedarf zu decken. Kaum ein Bürger hat die Möglichkeit nach Entwicklungen zu fragen, geschweige darauf einzuwirken. Die Realwirtschaft liegt nicht nur in Deutschland am Boden, weltweit herrscht Rezession. Es gibt kein Grund zur Annahme, das irgendwo ein wirtschafttreibender Motor anspringt. Dieses aus guten Grunde, weil künftig an einer lebendigen Wirtschaft überhaupt kein Interesse besteht.
    Folgende Beweggründe für Passivität:
    A.) Würde die Wirtschaft zugleich den Konsum befeuern, würden aufgrund der technischen Möglichkeiten und Logistik in absehbarer Zeit die Rohstoffe des Planeten erschöpft sein.
    B.) Dynastien verfügen über mehr Kaufkraft als der Wert gleich welchen Geldes dieses überhaupt zuläßt.

    Dieses würde auf Deutsch übersetzt bedeuten, das es z.B. einer beliebigen Dynastie möglich ist, die gesamte Köln-Aachner Bucht aufzukaufen. Rechnerisch dürfte allein die Braunkohle ein sehr gutes Geschäft versprechen. Unbesorgt, keine Dynastie würde sich mit solchen billigen Geschäften die Zeit verderben, „geht fort, eure Armut kotzt uns an“.

    Wink mit dem Zaunpfahl:
    Siehe hier: Landraub für unseren Tank – Beimischungsquote fördert Menschenrechtsverletzungen in Afrika

  7. uwe sagt:

    Warum machen sie denn keine Anleihen auf, mit einer Laufzeit von 1.000 Jahren?
    Das wäre doch viel praktischer.

    100 Jahre? Das träfe doch schon die Ur-Ur-Enkel.

    So ein Gläubiger / Anleger braucht schon einen Festen Glauben.
    Oder eine gute AAA-Rate-Agentur, die er selbst finanziert.

    ____
    Ich bin immer wieder überrascht, mit welch plumpen Tricks der Normalbürger vorgeführt werden soll. Die müssen die Menschheit für unglaublich dumm halten.

  8. schlaumeister sagt:

    Nach 99 Jahren Laufzeit wird auf 1000 Jahre verlängert, gut was?