Südeuropäische Staaten haben 270 Milliarden Euro gedruckt

Die Staaten Südeuropas hatten vor dem jüngsten EZB-Tender 270 Milliarden Euro an ungedeckten Bankschuldverschreibungen zur Verfügung: Diese wurden offenbar zum Großteil als Sicherheiten benutzt, um bei der EZB Kredite zu bekommen. Mit diesen Krediten wurden wiederum Staatsanleihen gekauft. So funktioniert ein klassisches Ponzi-Schema. In diesem Fall zahlen am Ende die Deutschen.

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Auf Anfrage des finanzpolitischen Sprechers der Grünen, Gerhard Schick, erklärte das Finanzministerium, dass südeuropäische Staaten zwei Tage vor dem 2. EZB-Tender und einen Tag bevor griechische Staatsanleihen kurzzeitig nicht mehr als Sicherheiten von der EZB akzeptiert wurden (hier) „staatsgarantierte ungedeckte Bankschuldverschreibungen von rund 270 Milliarden Euro“ besaßen. Mit mehr als 79 Milliarden Euro hatte Spanien die meisten Papiere ausgestellt – gefolgt von Italien (rund 78 Milliarden), Griechenland (ca. 67 Milliarden), Irland (27,7 Milliarden) und Portugal (ca. 18 Milliarden).

Der Bundesregierung liegen „allerdings keine Informationen darüber vor, inwiefern diese Sicherheiten tatsächlich zur Refinanzierung im Eurosystem genutzt wurden“, heißt es in dem Antwortschreiben des Finanzministeriums. Klar ist, dass die Anforderungen an die Sicherheiten, die für Kredite von der EZB hinterlegt werden müssen, stetig gelockert wurden (hier). Beim letzten Tender erwarben italienische Banken Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro (hier) – beim ersten Tender waren sie sogar die größten Schuldner. Und mit den so erworbenen Krediten wurden in hohem Maße wieder Staatsanleihen gekauft (hier).

Die Sicherheiten sollen eigentlich sicherstellen, dass die EZB ihr verliehenes Geld auch dann zurückbekommt, wenn die entsprechende Bank pleite ist. Bei den oben genannten ungedeckten, staatlich garantierten Anleihen ist die Sicherheit die Bürgschaft des jeweiligen Landes. Ist dieses Land aber auch in finanziellen Schwierigkeiten und geht pleite, ist die Bürgschaft nichts wert – die EZB bleibt folglich auf ihren verliehenen Krediten sitzen.

Neben der finanziellen Lage Griechenlands spitzt sich auch die Situation in Italien und Spanien zu. Die Staatsschulden Italiens erreichten im Januar einen neuen Rekord (1,936 Milliarden – mehr hier). Doch auch die Target-2-Bilanz der beiden Länder verheißt nichts Gutes. Die großzügige Aufnahme von Krediten bei der EZB führte im März zu einem Gesamtstand von Verbindlichkeiten in Höhe von fast 400 Milliarden Euro (mehr hier). Entsprechend stiegen die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber den Zentralbanken (Deutschland ist der größte Gläubiger Europas – hier).

Da auch die EZB bei der Deutschen Bundesbank Kredite aufnimmt, wirkt es sich ebenso auf die Bundesbank aus, wenn die Sicherheiten, die bei der EZB hinterlegt wurden, keinen Wert mehr haben und die EZB im Zweifelsfall auf ihren Krediten sitzen bleibt. Das könnte dazu führen, dass die EZB die bei der Bundesbank aufgenommenen Kredite auch nicht mehr bedienen kann. Und das spürt am Ende der Deutsche Steuerzahler.

Kommentare

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  1. Suzy sagt:

    Und die Kreditklemme in Spanien und Portugal scheint sich noch verschärft zu haben:

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=2290854392008442529

  2. thsl65 sagt:

    MUST SEE !!!!! so sind die Banker von der EZB

    http://der-klare-blick.com/2012/03/banker-sprachlos/

    • jay twelve sagt:

      Gut gemacht thsl65, danke!
      In der Klemme, in Lebensnot geraten, stellt sich der Affe tot.

  3. Alfi sagt:

    Mal fast OT:

    Ich habe heute nachmittag für sagenhaft günstige 1,62 EUR für einen Liter Super meinen alten Karren vollgetankt (morgens war der Preis noch auf 1,69 EUR).

    Der Deutsche an sich ist schon ziemlich leidensfähig….mal schauen, wie lange das noch gut geht.

    Die Zockerei und die wundersame Geldvermehrung kommen in der Realwirtschaft an.

    Wie schnell die Zügel angezogen werden können, sehen wir an den armen Griechen (und dieses Mal meine ich das NICHT ironisch).

    Mehrwertsteuer, Spritsteuer, Alkoholsteuer, Tabaksteuer, Grundbesitzabgaben u.v.m. können sofort und teilweise rückwirkend (wie z.B. Grundbesitzabgaben) problemlos erhöht werden….

  4. TOM sagt:

    Unterhalten sich zwei Schweine im Stall…sagt das eine zum anderen : Du… ich hab gehört der Bauer füttert uns hier nur durch damit er uns demnächst schlachten lassen kann……..sagt das andere : Du immer mit Deinen Verschwörungstheorien……………………..

  5. Michael sagt:

    Dann müssen die Deutschen das auch so machen und den PIGSBF reichlich „Targets“ in die Zentralbankbilanzen pflastern, bis sich das ausgleicht. Wo ist das Problem ? Die HRE hat vergangenes Jahr auch 50 Mrd. € aus dem Hut gezaubert. Wir haben doch genug badbanks, mit denen wir die Target-Salden in Frankreichs, Italiens, Spaniens … neutralisieren könnten. Das ist ein Finanzkrieg in der Eurozone, es gibt keinen Grund zu Sentimentalitäten.

    • Wilfried sagt:

      Wer soll das sein, „die Deutschen“?

      • Adept sagt:

        Die Deutschen sind diejenigen, die bezahlen: Das sind die Deutschen.

        Die Restbevölkerung wird vorrangig alimentiert, wie die Banken eben auch….
        von den Deutschen.

        Wenn die(se) Deutschen ausfallen , ist Schluß mit Lustig.

      • Wilfried sagt:

        Das ist mal ein schönes Deutsch 🙂

        “Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
        vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.

        Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
        dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”
        Carl Theodor Körner (Deutscher Dichter)

  6. Frankenstein von der Laube sagt:

    leute regt euch nicht auf, legt euch einen rammler(männl. karnickel) zu, der schafft was, unglaublich!! wer will schon kokosmilch trinken und vom schwarzen mann träumen, nix da,
    ne zippe halten und vom nachbar den rammler holen, die laube aktivieren und schon sind
    wir fast unabhängig. wer an der börse mit omis moneten spekuliert ist selber schuld wenn die penunse weg ist. omi ist obendrein böse und du hast den schwarzen peter. kinderchens doch nicht mit uns, wir verheizen demnächst das treppengeländer, der blubbernde kochtopf in der laube bringt richtig freude und der nachbar liefert den geklauten strom für den kühlschrank. bier können wir och alleene brauen, auch kein problem. endlich können wir aufhören mit dem hamsterrad, nix mehr im hamsterrad. wir lassen die banken darin laufen, die können so viel drehen wie sie wollen, mal sehen wann die puste ausgeht… wir jedenfalls sitzen warm in der laube und spielen auf der harfe von unserer mutti, das steigert unsere lebensfreunde….

    • Raus aus Deutschland sagt:

      Glaubst Du man lässt dich aus dem Hamsterrad?

      • Irrtum sagt:

        wieso, muss man da fragen, wenn man raus will??? :o)

        Es geht Stück für Stück, wenn man es wirklich will.
        Ein Anfang wäre, mal zu überlegen, was man wirklich braucht.

        Du glaubst gar nicht, was man so alles Überflüssiges anschafft. Schaut mal in eure Schränke z.B.

        Wenn man es schafft seine Ausgaben zu reduzieren, zusätzlich wieder Nachbarschaftshilfe, Gemüse aus dem eigenen Garten usw.
        Dann ist es schon so manch einem gelungen mit einem 400€ Job zurecht zu kommen. Der ist dann steuerfrei ;o)
        Geht nicht von heute auf morgen, aber es geht.