Italien: Wetten mit Morgan Stanley kosteten Milliarden

Um Finanztermingeschäfte aus den 90er Jahren aufzulösen, zahlte Italien Morgan Stanley 3,4 Milliarden Dollar. Diese Wetten sollten ursprünglich helfen, unter anderem die Finanzierungskosten des Landes zu senken. Doch das ging nach hinten los. (Mit Video)

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Im Januar sagte die amerikanische Bank Morgan Stanley, dass sie ihr Netto-Risiko bei Italien um 3,4 Milliarden Euro gekürzt hat. Was Morgan Stanley jedoch nicht sagte, war: Italien selbst hat diesen gesamten Betrag an die Bank bezahlt, um aus einer Wette mit Zinsraten herauszukommen. Italien wollte Derivat-Verträge, die noch aus den 90er Jahren stammten und Verluste brachten, auflösen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Bloomberg. Es war billiger für das Land, diese Transaktionen zu stornieren, anstatt sie zu erneuern.

Derivate sind hochspekulative Finanztermingeschäfte. Der Wert der Verträge ist abhängig von gegenwärtigen oder zukünftigen Zinssätzen, Wechselkursen, Aktienkursen oder beispielsweise Warenpreisindezes. Als Italiens Kreditkosten Mitter 90er Jahre über die 1-Billion-Euro-Marke stieg, begann das Land unter anderem Zinsswaps zu nutzen, um die Kreditkosten zu senken. Aber auch Schwankungen bei Zinsen und Währungen sollten durch die verschiedenen Derivat-Verträge reduziert werden (auch deutschen Städten und Kommunen wurden dafür solche Wetten angedreht – mehr hier)

Nach 2008 stürzten die Swap-Raten allerdings ab. Bloomberg zufolge hat Italien mittlerweise mehr als 31 Milliarden Dollar zu aktuellen Marktwerten auf seine Derivate verloren. „Diese Verluste zeigen die spekulative Natur dieser Angebote und die Vorherrschaft des Finanzkapitals über die Regierung“, erläutert Elio Lannutti, italienischer Senator und Vorsitzender der Verbrauchergruppe Adusbef (Griechenland machte ähnliche Erfahrungen mit Goldman Sachs – hier).

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Kommentare

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  1. Gunda sagt:

    Die Botschaften von http://www.diewarnung.net sind lesenswert.

  2. Grauber sagt:

    Internet Euro-Lotto, sowie die Internet-Lotterie 6 aus 49 ist ausser in Schleswig-Holstein, in ganz Deutschland verboten, ja sogar strafbar.
    Die Begründungen dazu sind fadenscheinig.

    Hier liessen sich aber Regierungen auf WETTEN mit Finanzhaien ein- aber das ist ja ganz was anderes.

  3. Belowie sagt:

    Die Geister die sie riefen…..

    Vielleicht haben einige Leute ihre Seele bereits dem Teufel verschrieben oder verkauft und haben ihren Erfolg mit unvorstellbaren Milliardengewinnen.

    Doch Jesus hat dafür eine Antwort gegeben

    Matthäus 6,24
    Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

    Mögen die Bekenntnisse dazu fehlen, die äußere Wirkung gibt Anlass zu der Annahme, dass so etwas nicht auszuschließen ist.

    Die Bekenntnisse vieler Rockgrössen sind dokumentiert und zeigen ihre «Verbindungen» mit Satan und dessen «Organisationen» auf. Viele gingen an dem zugrunde, was sie verherrlichten…

    Ein Beispiel dafür möge genügen:

    John Lennon («Beatles», 1962 in Hamburg): «Ich weiss genau, dass wir Erfolg haben wie noch keine Gruppe vor uns… denn für diesen Erfolg habe ich dem Teufel meine Seele verkauft.»

    Wer seine Lebenskarte nur noch auf den Mammon setzt, mag hier auf der Erde Erfolg haben. Aber bedenken diese Menschen und Größen, dass nach dem Tod die Ewigkeit beginnt, entweder in der Herrlichkeit Gottes oder in der Gesellschaft Satan.

    Wie Schuppen wird es ihnen von den Augen fallen, wie furchtbar und ohne Ende ihre Ewigkeit in Satans Herrschaft sein wird, wenn er sie mit der Versuchung von Macht und Geld in sein Netzwerk gezogen hat, ob sie dem bewußt zugestimmt haben, ihre Seele an ihn zu verkaufen oder sie nicht glaubten, dass es den Teufel gibt, er aber sie mit den Versuchungen an materielle Gewinne auf seine Seite und in sein Netzwerk gezogen und sie in einem Moment mit großer Bitterkeit erkennen, was Jesus über den Teufel sagte:

    Joh 8,44
    Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge.

    Wie schmerzlich ist es für Gott um jede Seele, die ihre ewige Berufung, in der Herrlichkeit Gottes sein zu sollen, dieses Ziel verfehlt.

    Ausschnitt aus einer Botschaft, wo Gott uns Menschen auf diese Gefahren hinweisen will:

    http://www.diewarnung.net/botschaften/2012/0363.htm

    363. Gott der Vater: Warnung bezüglich satanischer Kulte und New-Age-Lehren
    Freitag, 2. März 2012; 0.20 Uhr

    Meine armen Kinder, die durch (diese) Lügen — die wie farbenfrohe Trugbilder formuliert sind — verführt wurden, glauben an einen neuen Planeten.

    Ihnen wird eine andere Art von Paradies versprochen. Aber dieses gibt es nicht.

    Wenn Satan (Seelen) verführt und die Herzen jener gewinnt, die an ihn glauben, dann quält er sie in Ewigkeit.

    Wenn ihr den Schrecken in ihren Gesichtern sehen würdet, wenn sie sich — nach dem Tod — in den Klauen Satans wiederfinden, es würde euch das Herz entzweireißen.

    In einem so erbärmlichen Zustand sind sie, dass es wichtig ist, dass ihr diese Seelen vor der Qual warnt, die ihnen bevorsteht.

    Betet für sie. Hört niemals damit auf. In vielen Fällen kann nur das Leiden von Opferseelen sie vor der Hölle retten.

    An jene, die an Mich, Gott den Vater, glauben: Ich ersuche euch jetzt, die falschen Götter, falschen Idole, falschen Lehren, die Wahrsager und die New-Age-Lehren, die allesamt in ein großes Nichts führen, zu verurteilen.

    Allesamt sind sie vom König der Täuschung, von Satan, einem gerissenen Lügner, geschaffen worden.

    Er wird vor nichts Halt machen, um euch, Meine kostbaren Kinder, von Mir wegzuziehen.

    Ich bitte euch, Kinder, für diese Seelen zu beten, zum Trost für Mich, euren geliebten Vater

    • tomtom sagt:

      Diese Internetseite (Warnung) verfolge ich auch schon eine Weile; und je öfter ich sie lese (auch die neueren „Botschaften“), desto mehr glaube auch ich, dass daran etwas dran sein könnte. Auch die Kommentare (Zuschriften) sind lesenswert.

      • mandelkern sagt:

        Ich glaube, es gibt gute Gründe, den fundamentalistischen Katholizismus kritisch zu betrachten.
        Diese angsteinflössenden Botschaften von Teufel und Höllenqualen könnten direkt aus den apokalyptischen Predigten des Mittelalters stammen.
        Zu diesen Zeiten hatte die Katholische Kirche ein sehr unbefangenes Verhältnis zum Mammon und dem Recht auf Leben, nur zur Erinnerung.

        Der oben zitierte Text ist unterzeichnet mit
        „Euer geliebter Himmlischer Vater, Gott der Allerhöchste“.
        Das spricht für sich, von der Hybris, im Besitz des Einzig Wahren Glaubens zu sein, die bis heute Unfrieden unter den Völkern sät.
        Aber in Krisenzeiten, wo sich viele Menschen verunsichert, ratlos und hilflos fühlen und es nicht mehr wagen, ihrem Verstand zu vertrauen, haben die Mystifizierungen und schlichten Heilswege eben Hochkonjunktur.

  4. mueller sagt:

    und was hat morgan stanley dabei verdient? wer genau hat boni in welcher höhe eingesackt währenddessen? gehts auch nbisschen genauer bitte dmn?
    übrigens: greenspan meinte mal, man müsse doch nicht mal betrug ahnden, denn die betrüger würden sich von selbst disqualifizieren, und keiner würde mehr mit solchen leuten geschäften wollen. und dann hat er die betrügerbande gleich selbst in die schlüsselpositionen gehievt.

    • redakteur sagt:

      Die Quelle ist, wie im Text angegeben, Bloomberg – entsprechend beschränken sich die Information auf einige Fakten. Nun gibt es aber auch ein Video dazu – eine kleine Analyse, die Bloomberg jetzt zusätzlich dazu veröffentlicht hat. Wir haben sie in den Text eingebaut.

      Die Redaktion

  5. frame sagt:

    Das ist das Ergebnis, wenn man sich auf eine Pakt mit dem Teufel (oder seinen Dienern) einläßt.
    Aber was soll’s, Staatsschulden sind doch generell nicht dazu da, um jemals zurückgezahlt zu werden. Man bezahlt sie entweder mit neuen Schulden, oder erklärt den Bankrott. Wobei Ersteres zwanglsläufig in Letzterem endet, manchmal über den Umweg der Inflation/Hyperinflation.
    Ach so, das läuft ja jetzt-gerade-im-Moment ab …

  6. James Griechen-Bond sagt:

    Tja, die einen zocken und die anderen schuften und haften dafür.

    Das nenn ich mal eine echte Solidargemeinschaft.

  7. Werner sagt:

    Ob die Italiener aus diesem „Ereigniss“ gelernt haben ?

    Iwo, dafür waren die „kickbacks“ aus dieser Wette mit dem Steuergeld wohl zu verlockend ? Wo ist der nächste „Rettungs-Deal“ ?

    mfg. Werner

    • Fred Feuerstein sagt:

      zu Werner:

      Ich glaube nicht das die Italiener gelernt haben, denn wenn Draghi bei der EZB fest drucken lässt und wenn man mit Goldmann Sachs einen besseren Partner gefunden hat, kann es doch ruhig weitergehen. Herr Monti ist vielleicht nicht so ein Spielverderber, es ist doch ein Heimspiel für ihn. Schade, dass dieses Spiel nicht auf Eurovision übertragen wird. Ich würde mir sogar Urlaub nehmen dafür.

  8. Albert Albern sagt:

    Tja, wenn die Finanzierungskosten eines Landes nur noch mit WETTEN sicherzustellen sind, dann ist etwas Faul im Staat. Und an dem Finanzsystem…

  9. eli sagt:

    Wer war den damals am Ruder in Italien? War damals der Prodi am Werk?

    Es wird Zeit diese Herrschaften allesamt zu enttarnen.

  10. Der Forscher sagt:

    Tja so arbeiten eben die Bilderberger …
    Geheimer Deal mit Goldman Sachs löste Euro-Krise aus , war doch genau dasselbe ,da wurden die Griechen aufs Glatteis geführt und abgezockt .
    Morgan Stanley dachte eben , ok dann mache ich dasselbe mit Italien .

    Wer kommt noch , Vielleicht ALLE Schuldenländer ?
    Wäre ja der Hammer wenn jetzt nach und nach , die angebliche Rettung ( Abzocke)durch Stanley oder Goldman ans Licht kommt .

    • schlaumeister sagt:

      Für die Finanzmafia sind die dummen Politiker eben nur doofe muppets,
      die man gnadenlos zur Kasse bittet. Die von Tuten und Blasen keinen
      blassen Schimmer haben und die man für ein Butterbrot schmieren
      und beeinflussen kann, damit sie die Steuergelder der Dummschafe
      ihres Staates veruntreuen und verschleudern können.