Viktor Orban: Wir sind keine Kolonie der EU

Im Gegensatz zu Spanien wird Ungarn für die Verfehlung des Defizitziels von der EU bestraft. Der ungarische Ministerpräsident sieht darin ein Messen mit zweierlei Maß. Ungarn werde keine Kolonie sein und die Menschen keine Bürger zweiter Klasse. Auch vor einem Vergleich mit der Sowjetunion scheute er sich nicht.

Aktuell
Italien: Wetten mit Morgan Stanley kosteten Milliarden

Wie Spanien wird auch Ungarn sein Defizitziel für 2012 verfehlen. Doch während Spaniens Defizitziel nach oben korrigiert wurde (hier), um der Regierung mehr Luft zu verschaffen, droht Ungarn nun die Sperrung von Fördergeldern (in Höhe von rund 500 Millionen Euro – hier). Das will sich der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban nicht gefallen lassen.

Viktor Orban geht davon aus, dass die „europäischen Bürokraten“ Ungarn gegenüber misstrauisch sind, weil das Land sich entschieden hat, „neue Wege“ zur Bekämpfung der öffentlichen Verschuldung eingeschlagen hat. Die Ungaren fordern als europäische Nation Gleichberechtigung in der EU. „Wir werden in Europa keine Bürger zweiter Klasse sein.“ Für Ungarn sollten die gleichen Standards wie für alle anderen Länder gelten. Er wolle mit allen Mitteln die ungarische Verfassung schützen (bei der EU erntete er hingegen Kritik für neue Gesetze, die das EU-Recht verletzen – hier).

„Wir werden keine Kolonie sein“, so Viktor Orban, „Ungaren werden nicht nach den Geboten von ausländischen Mächten leben, sie werden ihre Eigenständigkeit oder ihre Freiheit nicht aufgeben“. Viktor Orban stand bei diesen Worten vor dem Parlamentsgebäude in Budapest – über 100.000 Menschen hörten ihm zu. Donnerstag war der Jahrestag der Ungarischen Revolution gegen die Herrschaft der Habsburger von 1848. Auch einen Vergleich zur sowjetischen Herrschaft zog Viktor Orban: „Wir sind mehr als vertraut mit dem Charakter der unverlangten Zusendung kameradschaftlicher Hilfe vertraut. Auch wenn in einem maßgeschneiderten Anzugs daher kommt und nicht einer Uniform mit Schulterriemen.“ „Wenn wir nicht rechtzeitig reagieren, ist am Ende ganz Europa eine Kolonie des modernen Finanzsystems“, fuhr er fort.

Mehr zum Thema
Neuer Premier der Slowakei zweifelt ebenfalls am Fiskalpakt
Eurogruppe: Merkel will Schäuble als neuen Chef
Österreich: Target 2-Salden springen auf 70 Milliarden Euro

Kommentare

Dieser Artikel hat 79 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. sascha horn sagt:

    Leute…alles Kommentieren hier ist ja schön. Was die Neue Weltordung mit uns vor hat ist mittlerweile klar. Es geht nun darum, wie JEDER sein Umfeld informieren kann. Denn solange es Schlafschafe gibt, die mit ihren drei Gehirnzellen DSDS auf RTL schauen und dabei neTüte Chips konsumieren, laufen wir in den Abgrund.

  2. Lützows Jäger sagt:

    „Wenn wir nicht rechtzeitig reagieren, ist am Ende ganz Europa eine Kolonie des modernen Finanzsystems“ – nicht nur Europa Herr Orban, Wallstreet (FED) und dessen Ableger EZB haben sich längst die Welt zur Beute gemacht.

    Dank IWF, Worldbank und WTO gilt die Cyber-Währung USD als Standard, die von Goldman Sachs & Co in beliebigen Mengen mit Hilfe der FED in Umlauf gebracht wird.

    Die Welt schaut noch hilflos zu, wie die USA den eigenen „Lebensstandard“ (Importe aus aller Herren Länder), Energie (Rohöl), Rohstoffe (Gold und alle sonstigen), Unternehmensanteile oder ganze Unternehmen mit diesem virtuellen Cyber-Geld „bezahlt“, welches von der FED durch einfachen Mausklick „geschaffen“ wird.

    Die ex-Investmentbank(st)er Draghi, Monti, Rajoy & Co. bestimmen längst die Politik Europas. Ungarn ist derzeit vergleichbar dem einsamen Leuchtfeuer in stürmischer Nacht, einziger Hoffnungsspender für Kritiker an dem wahnwitzigen EU-Zentralismus. Die Völker Europas sind aufgerufen, dem Ungarischen Weg zu folgen und sich dem Neo-Feudalismus der EU zu entziehen.

    Mit dieser Feststellung

  3. klausi sagt:

    KLASSE UNGARN!!!

  4. isolde sagt:

    ungarn wird sich wieder Russland annähern, ebenso griechenland und der balkan…europa ist ein auslaufmodell……

    junge portugiesen, spanier, belgier, franzosen, deutsche wandern aus…..

  5. Ulli Schaller sagt:

    Das Ziel der EU ist die Zerstörung der Nationalstaaten zwecks Vermehrung der eigenen Macht. Da ist nationale Politik kontraproduktiv und muss bekämpft werden und der „Kampfhebel“ sind die Finanzen.
    Orban fordert Gleichbehandlung mit Griechenland und das ist richtig.
    Die Lösung der ungarischen Finanzprobleme :
    Verstaatlichung der privaten Fremdwährungskredite und anschließende Umstrukturierung der Schulden (Staatsanleihen + Fremdwährungskredite) mit einem Schuldenschnitt von 75% bis 90% sowie Austritt aus der EU mit der Zuwendung zu anderen Partnern. Die Ungaren sind NIEMANDES Sklaven und frei !!! im Gegensatz zu den Deutschen und ihrem nach wie vor besetzten Land.
    Die Zahlungen der EU aus dem Kohäsionsfond werden ohnehin für in vielen Fällen unproduktive Investitionen (Radwege, Hotels etc.) genutzt und sind verzichtbar.

    • Fischer Jürgen sagt:

      Herr Schaller , ach ja wie recht Sie mit ihrem Beitrag haben :

      „Orban fordert Gleichbehandlung mit Griechenland und das ist richtig…..Die Ungaren sind NIEMANDES Sklaven und frei !!! im Gegensatz zu den Deutschen und ihrem nach wie vor besetzten Land.“

  6. Heiko sagt:

    Ich glaube Herr Orban hat den Sinn der EUdSSR noch nicht verstanden. Selbstverständlich geht es darum die Bürger ausbluten zu lassen, nationale Souveränitäten und Verfassungen als Grundlage des Mitbestimmungsrechtes – ich verwende an dieser Stelle bewusst nicht den Begriff Demokratie, das überlasse ich den gleichgeschalteten Medien-Vasallen – abzuschaffen und die Weichen für eine Finanzdiktatur, die volle Immunität genießt, zu stellen.
    Herr Orban, ich wünsche Ihnen viel Glück für den Austritt aus dem Knebelvertrag und wünsche mir, dass Sie ein Exempel für alle NATIONEN Europas und der Welt statuieren.

  7. Goldhamster sagt:

    Schneiden die Ungarn wie vor 20 Jahren den Vorhang, diesmal den „Finanzpolitischen“, durch? Ist auch diesmal Ungarn der Anfang vom Ende? Wenn dem so wäre: Was sagt das für den Rest aus?

    Wäre das nicht ein bitterliches Armutszeugnis für den Rest der Menschen in Europa?
    Ein „kleines“ Land (mit offensichtlich vielen stolzen Menschen) markiert den Wendepunkt?

    Sind wir dann nicht nur Hamster im Rad indem wir selber laufen?
    Was wollen wir?

    Freiheit? Oder doch Fremdbestimmung?
    Freiheit? Oder doch Sozialismus?
    Freiheit? Oder doch EU-Finanzfaschismus?

    oder doch
    Freiheit! Und mit A L L E M was dazu gehört!!

    Jeder wird wählen müssen, jenseits der URNE.

  8. Deutscher sagt:

    Von Ungarn ging schon einmal das Ende eines Systems aus. Als die Ungarn 1989 die Grenzen nach Österreich öffneten, ging es sehr schnell zuende mit dem Ostblock und der DDR.
    Viktor Orban hat völlig recht. Die EU ist nichts anderes als der ehemalige RGW. Der RGW war dem Sozialismus verpflichtet und die EU – wie Orban richtig bemerkte – dem moderen Finanzsystem. Also der Macht der Banken und Finanzinvestoren.
    Heute wie damals geht es um Freiheit. Und die Ungarn als freies Volk gehen nun voran.