HSBC: „Öl ist das neue Griechenland“

Der Preis für Rohöl ist so hoch gestiegen, dass er eine deutliche Gefahr für die Erholung der Weltwirtschaft darstellt. Die hohe Liquidität durch die Zentralbanken und die wachsende Nachfrage durch die Schwellenländer treibt die Rohstoffpreise weiter in die Höhe.

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Der Ölpreis ist so hoch wie lange nicht mehr. Nun wird er zu einer Gefahr für das Wachstum der Weltwirtschaft. Im Kampf gegen die Schuldenkrise will die EU verstärkt auf Wachstum statt auf Sparmaßnahmen setzen. Dies war eines der Ergebnisse des Gipfels in der vergangenen Woche. Doch nachhaltiges Wachstum zu erreichen, könnte schwieriger werden als erwartet. Einige Beobachter meinen, die Wirtschaft sei bereits zu abhängig von den Zentralbanken (mehr hier).

In Europa wird inzwischen der Ölpreis als größeres Problem für die Wirtschaft gesehen als die Schuldenkrise selbst: „Öl ist das neue Griechenland“, sagte Stephen King, Chefökonom der HSBC-Bank der britischen Zeitung The Guardian. Die hohen Preise senken die Produktion und Nachfrage. Auch die expansive Geldpolitik in den USA und in Europa (mehr hier) kann die hohen Preise für Rohstoffe nicht ausgleichen. Ganz im Gegenteil – die hohe Liquidität fördert den Preisanstieg noch.

King erwartet einen weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Zum einen ist dafür der Konflikt mit dem Iran verantwortlich (mehr hier). Europa muss sich zudem vermehrt mit der Abhängigkeit von Russlands Energiereserven auseinandersetzen (mehr hier).

Als dritten Auslöser sieht King den Aufstieg der Schwellenländer. Ihr schnelles Wirtschaftswachstum ziehe einen erhöhten Energiebedarf nach sich. Sie werden künftig noch mehr Energieressourcen benötigen und sind dank der starken Wachstumsimpulse leichter in der Lage, die Preise dafür zu bezahlen.

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Kommentare

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  1. dparvus sagt:

    Das ist der Fluch der bösen Tat.

    Sicher, die Kriegssprüche tun Einiges. Die Zockerei der „Märkte“ macht den Rest.

    Hoffentlich platzt bald die Blase. Irgendeine, es gibt genügend davon.

    Solange die grenzenlose Freiheit der Finanzmärkte nicht massiv beschnitten wird, solange treiben wir weiter ins Chaos. Immer schneller.

  2. QuoVadis sagt:

    Natürlich verdienen sich die Mineralölgesellschaften dumm und dämlich. Aber da gibt es einen noch viel schlimmeren Abzocker, der sich bei jeder Spritpreiserhöhung die Hände reibt.

  3. louis-portugal sagt:

    Deutschland muss seine Nuklear zentralen schneller schliessen.
    Wie dumm kan man sein????????????

    • dparvus sagt:

      Auf der einen Seite kann man verstehen, wenn jemand so reagiert und dann das auch zum Ausdruck bringt. Die Grünen wissen ja auch kaum, wovon sie reden, Die wollen Sozialismuß pur, weg von jeder Eigenverantwortun.

      Aber wenn man genug technisches Verständnis hat, ich habe das mal lernen dürfen, dann weiß man:

      Gefährliches radioaktives Material ist das mit sogenannten Halbwertszeiten von einigen Monaten bis zu einigen hundert Jahren.

      Das hat genügend starke Aktivität, um in seiner Umgebung ein Überleben für uns Menschen auf tausende von Jahren unmöglich zu machen.

      Solches Material entsteht im Kernkraftwerk.

      Mit den Abfällen, die schon existieren, könnte man locker diese gesamte Erde kontaminieren, unbewohnbar machen, das Zeug muß nur schön verteilt werden, dann haben wir überall Tschernobyl oder Fokuschima.

      Und den nächsten GAU kann es in jedem Kraftwerk geben, jederzeit, auch im „abgeschalteten“ Kraftwerk, im Abklingbecken, wenn die Kühlung ausfällt.

      Ich weiß nicht wielange diese gekühlt werden müssen, aber es sind mindestens Monate.

  4. madeyes sagt:

    Das Ölpreis ist nicht gestiegen, das Geld ist nur wertloser geworden.
    Und das wird auch so weitergehen.

    • franz sagt:

      Da gebe ich Dir Recht.
      Die Antwort auf die Schuldenkrise ist: Geld ,Geld ;Geld dass keinen Wert mehr hat.

  5. spion und spion sagt:

    Airmax24 – Öl war gestern

    http://www.youtube.com/watch?v=Xl0a7Xp0_a4

    Bitte nicht anklicken! Das ist Werbung!

  6. stromerhannes sagt:

    Was Mr.King wohl dazu für Statements abgeben würde:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=77032

    Was so alles Einfluss auf Oelpreise hat….

    • jay twelve sagt:

      stromerhanes, im Berlin ist das längst ein alter Hut. Es funktioniert so lange, so lange der Generalstaatsanwalt feige schweigt.

  7. Franz Kafka sagt:

    Das Problem ist weder die Nachfrage noch der Rohölpreis. Grund für den Anstieg ist die Tatsache, dass es in der Ölindustrie keine Konkurenz gibt, sondern alle Ölkonzerne und Tankstellen-Netze im Grunde zwei Familien gehören die ein Kartell bilden. Es handelt sich dabei um die gleichen Familien denen auch die meisten großen westlichen Banken gehören. In dem Zusammenhang kann ich nur das Buch „Was Sie nicht wissen sollen“ (Michael Morris) empfehlen.
    Im Moment ziehen sie an allen Ecken und Enden die Daumenschrauben an und schauen, wie weit sie es treiben können? Wie es aussieht, ist da noch einiges für die hohen Herren drin, denn die Bevölkerungen der westlichen Länder scheinen sich alles gefallen zu lassen. Man murrt zwar, aber man lässt alles mit sich machen. Einige Wenige haben die Schnauze voll, sie klauen Nummernschilder, um damit wiederum unerkannt Sprit von der Tanke zu klauen. Aber solange die Mehrheit nicht aufsteht, und die Politik zwingt einzugreifen wird sich nichts ändern.
    Kartellbehörden? EU-Aufsichtsbehörden? Fehlanzeige!
    Volksvertreter? Fehlanzeige!
    Die nächsten zwei Jahre werden wohl sehr spannend.

    • Bernd sagt:

      Es wird zwar immer wieder auf den Mineralölkonzernen rumgehackt, aber das ist leider nur die halbe Wahrheit. Der größte Preistreiber ist der Staat, der Spritpreis wird doppelt besteuert, einmal durch den fixen Betrag der Energiesteuer von 65,45 Cent/Liter bei Benzin und noch einmal durch die Mehrwertsteuer von 19%.

      Wenn man sich dann den Spritpreis mal anschaut mit aktuell 1,679 Euro pro Liter, dann ist die Zusammensetzung wie folgt:
      0,75 Euro Nettopreis des Ölkonzerns
      + 0,6545 Euro Energiesteuer
      = 1,4045 Euro/Liter
      + 19% Mehrwertsteuer (0,27 Euro)
      = 1,67 Euro gerundet

      Wer bei dem angegebenen Preis 50 Liter tankt, der hat mal eben 46,39 Euro an Steuern bezahlt (Gesamtpreis 83,95 Euro).

      Mit anderen Worten: Dank der hohen Abgaben in Deutschland wird der eigentliche Preis mehr als verdoppelt. Auf jeden Liter Benzin, den Sie tanken, entfallen ~0,92 Euro Steuern und das Schlimme ist, dass durch jeden Cent den der Nettopreis steigt die Abgaben überproportional steigen, da die Mehrwertsteuer prozentual erhoben wird.

      Dass in der Presse immer nur auf die gierigen Mineralölkonzerne geschimpft wird ist also absolut inkorrekt, der eigentliche Preistreiber ist Vater Staat, auch wenn ich das einseitige Oligopol der Mineralölkonzerne nicht schönreden will.

      Persönlich bin ich wirklich gespannt, was passieren wird bei einem Preis von 2 Euro pro Liter. Irgendwann ist eine Grenze erreicht, dann kollabiert das System, wenn sich die Leute nicht mal mehr die Fahrt zur Arbeit mehr leisten können.

      • Freiheit sagt:

        In dem Nettopreis von 0,75 cent verstecken sich auch noch sehr viele Steuern und Zinsen, denken Sie einmal über die ganze Produktionskette
        und den Transport nach!
        Den wahren Wert des Produkts inklusiv Transport schätze ich auf 10-15 cents.

      • Jan Bühler sagt:

        Klar, der Staat ist an den steigenden Rohölpreisen schuld. Schließlich werden verbindliche Verbrauchsgrenzwerte Blockiert (lieber macht man den e10-stuß).
        Das der Staat preistreiber ist, ist absoluter schwachsinn. Ja, der Steueranteil ist hoch, aber in letzter Zeit nicht überproportional gestiegen – seit der Ökosteuer, die von Rot-grün leider nur halbherzig eingeführt wurde sind keine Zusatzsteuern mehr eingeführt worden, von einer Zwangsabgabe wegen e10 abgesehen (unter 5ct). Von einer Preissteigerung von ca. 20-30ct sind also <5ct + 19% mwst auf den Staat zurückzuführen, der Rest kommt anderswoher.
        Ich war vorgestern in Frankreich, da war der Sprit noch teuerer als in Deutschland.

  8. Tommy Rasmussen sagt:

    „Öl ist das neue Griechenland“

    Eher das alte:

    11.06.2011 – Griechisches Gas – Hochverrat! Die Energieorganisation Scandec Org bestehend aus sieben skandinavischen Ländern (Schweden, Norwegen, Dänemark, Finland, Estland, Lettland und Litauen) bot GR einen Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren über 250 Milliarden an. Das geschah zu Beginn der Wirtschaftskrise in Hellas, bevor also die Troika (EU, IWF und europäischer Währungsfond) mit der entgültigen Zerstörung Griechenlands begonnen hat. Als Gegenleistung forderte Scandec Org für fünf Jahre Exklusivrecchte für das Gas- und Ölvorkommen auf griechischem Boden.
    Der Deal sah vor, das der Gewinn 80 zu 20 ( für GR ) geteilt würde. Außerdem würden 90% der Arbeiter auf diesen Bohrtümen Griechen sein und auch der Transport des Gewinns ausschließlich griechische Schiffe übernehmen. Das Angebot dieser Organisation hat die GR Regierung nie beantwortet, statt dessen kam einige Zeit später eine Antwort aus der USA und Israel das man sich dem Thema schon angenommen hätte und jeder weiterer Versuch griechisches Gas zu bekommen nutzlos sei.
    http://griechischerwein.wordpress.com/2011/06/08/griechisches-gas-hochverrat/
    http://lupocattivoblog.wordpress.com/2011/06/08/griechisches-gas-%E2%80%93-hochverrat/
    http://wp.me/pP16Y-6rO

  9. jay twelve sagt:

    Ich bin längst dahinter gekommen, dass die Produzenten der Angst, sich eine Zelle redlich verdient haben, entweder im Irrenhaus oder im Knast.
    Zur Zeit der Windjammer Handelsschifffahrt wurden sie, als Unruhestifter, am Mast gehängt, damit die Mannschaft in Zuversicht das Schiff zum Hafen lenkt.
    Herr S. King, als Chefökonom der HSBC-Bank, der Bank, die sich bei den Lord´s in England dadurch verewigt hatte, dass sie 15 Billionen $ erfundene Transaktionen rein gewaschen hat.
    Bei Schwindel Transaktionen hatten sie Mut, bei der Zukunftsgestaltung scheißen sie sich in den Hut.

  10. Steuerzahler sagt:

    Mit einer starken DM wäre der Ölpreis für uns kein so großes Problem!

    Wirtschaft ankurbeln? Klar, aber die Bäume wachsen nirgends in den Himmel.
    Wahrscheinlich wird auch zu diesem Zweck die Klimalüge weiter aufgebaut.