powered by

Neue Krisen-Angst: EFSF soll aufgestockt werden

Die EU-Finanzminister glauben, dass die Ansteckung anderer europäischer Staaten durch Griechenland schneller kommen wird als der ESM. Daher soll nun der EFSF aufgestockt werden. Unterdessen hat der EFSF 25 Milliarden Euro an die griechischen Banken überwiesen.

Aktuell
IWF: Griechenland könnte weiter Geld aus Europa benötigen

Die Regierungen der Eurozone sollen über 250 Milliarden Euro zusätzlich in den Euro-Rettungsschirm EFSF einzahlen. Das wurde nun aus dem Kreis der Euro-Finanzminister bekannt. Die Finanzminister sollen in zwei Wochen zusammentreffen, um die Aufstockung zu beschließen. Der Grund: Die EU fürchtet offensichtlich immer noch die Ansteckung durch Griechenland. Obwohl vor allem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bereits verkündet hatte, dass das Griechenland Problem gelöst sei (hier), ist man hinter den Kulissen in Brüssel sichtlich nervös.

Der EFSF hatte bisher ein Volumen von 440 Milliarden Euro und soll nach der Aufstockung über etwa 700 Milliarden Euro verfügen. Das zusätzliche Geld soll bis zum Sommer zur Verfügung stehen. Nach Aussage von EFSF-Chef Klaus Regling sind noch 248 Milliarden Euro im EFSF vorhanden.

Ursprünglich sollte der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) die Aufgabe des EFSF übernehmen. Doch nun glauben die Finanzminister, dass der ESM, dessen Mittel erst im kommenden Jahr voll zur Verfügung stehen werden, zu spät kommen könnte. Auch der IWF hat bereits gewarnt, dass Griechenland mehr Geld zur Rettung benötigt (hier).

Regling teilte am Samstag mit, dass der Rettungsschirm 25 Milliarden an die griechischen Banken überweisen wird, damit sich diese rekapitalisieren können. Insgesamt stehen zu diesem Zweck in diesem Jahr 48 Milliarden Euro zur Verfügung. Außerdem hat der Fonds Anleihen in Höhe von 35 Milliarden Euro an die griechische Zentralbank ausgegeben. Dieser Betrag ist nicht Teil des zweiten Rettungspakets, sondern soll dazu dienen, dass die griechischen Banken die Bonds als Sicherheiten bei der EZB hinterlegen können – für billige Kredite. Diese werden dann über Target 2 von der Bundesbank an die EZB vergeben. Somit erhalten die Deutschen als Sicherheit für ihre Kredite Bonds an einem Fonds, an dem sie 27% halten. Viel deutlicher kann ein Ponzi-Schema (Schneeball-System) nicht sichtbar werden. Der Ordnung halber müssen die Griechen die Bonds jedoch zeitnah zurückgeben – und zwar nach dem Ende der teilweisen Pleite, welches im April erwartet wird.

Wie eine Aufstockung des EFSF über die nationalen Parlemente funktionieren soll, ist noch unklar. Denn der Bundestag hatte bei seiner Zustimmung ausdrücklich nicht über eine beliebige Ausweitung entschieden, sondern einen konkreten Betrag. Möglicherweise kommt der Bundesregierung entgegen, dass die Euro-Rettung heute schon viele Bundestagsabgeordnete heute schon zu überfordern scheint (hier).

Mehr zum Thema
Zypern hat sich bei Griechenland angesteckt
Hollande: Nationale Interessen gehen vor
IWF: Erste Zweifel an Griechenlandrettung

Kommentare

Dieser Artikel hat 123 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. rundertischdgf sagt:

    Das große Thema des neuen Bundespräsidenten Gauck ist Freiheit und Demokratie. Ob er Deutschland vor dem ESM schützen wird?

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/03/19/wird-gauck-esm-putsch-verhindern/

    • Zeitzeuge sagt:

      Es wird eine Theatervorstellung mit dem neuen gedungenen Hauptdarsteller Gauck geben, um das Volk der auf „Abwarten“ konditionierten BRD-Schafsköpfe ruhig und passiv zu halten, um einen schwachen Hoffnungsschimmer in hinhaltender Weise zu verbreiten, um dann final zum „alternativlosen“ Beschluß samt Unterschrift durch den „Bundespräser“, untermalt durch salbungsvoll-einfühlsame Volkspredigt überzugehen. Ein Gauck, der im gegenwärtigen Zeitpunkt unter Kenntnis der Rahmenbedingungen und Absichten des „Systems“, desser Statthalterin Merkel ist, ein solches „Amt“ nach den inszenierten Querälen um seinen Vorgänger übernimmt, kann nur ein ausgesprochener „Systemling“ sein – ein Verräter am deutschen Volk und aller anständigen (leider harmlos-anständigen!) Menschen, die mit uns gemeinsam in Rest-Deutschland leben. Wer wagt es, einer historisch-politischen Einschätzung zu widersprechen und mit welchen stichhaltigen Argumenten?

      • Fred Feuerstein sagt:

        zu Zeitzeuge:

        Von der CDU/CSU, Frau Merkel ausgewählt, glaubt da noch jemand sie würde sich eine Laus in den Pelz setzen ? Das hin und her, ob Gauck oder nicht, war doch nur Theater !

        Ein Pastor, ein Prediger, ein Volksberuhiger, die höchste Person im Dorf, der einen direkten Draht in den Himmel hat, einen besseren konnte sie doch nicht finden. So ein Volksidol, der im Notfall auch die Absolution erteilen kann, was besseres kann man doch für Schafsköpfe gar nicht finden ? Oder ?

        Er kann die Kinder taufen, Ehen schließen, Beichte abnehmen und zum Schluß wird er mit seinen Ministranten noch die Einsegnung bei der Beerdigung Deutschlands machen. Eben eine Person für´s ganze Leben.

        Er ist der perfekte Bundespräsident, zu Mutter Merkel noch der Vater Gauk !
        Das nennt man Regie !