Citi: Troika unterschätzt Gefahr in Griechenland

Die Analysten der Citi glauben nicht, dass die ehrgeizigen Reformpläne der Troika für Griechenland realistisch sind. Die Bank erwartet trotz Hilfsprogrammen die vollständige Staatspleite.

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Analysten der Citibank werfen der Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank vor, die Probleme in Griechenland zu unterschätzen: „Während die Analysen zur Tragfähigkeit der Staatsschulden viele sinnvolle Annahmen enthalten, halten wir andere, vor allem die Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Zusammenhang mit weiteren Sparmaßnahmen in den kommenden Jahren, für zu optimistisch“, heißt es in einer Stellungnahme der Bank.

Die Troika würde vor allem die Schwierigkeit der Kürzungen bei Löhnen, Renten und Sozialausgaben falsch einschätzen, sagen die Analysten.

Citi glaubt, das Hilfspaket das in der vergangenen Woche beschlossen wurde, sei nicht geeignet um Griechenland vor einer Pleite zu bewahren. Die Analysten sehen einen Staatsbankrott in Griechenland trotz der bisherigen Hilfspakete als sehr wahrscheinlich an.

Bereits die Analysten der Crédit Suisse hatten gewarnt, dass die offiziellen Berechnungen der Troika im Hinblick auf das Wachstum in Griechenland zu optimistisch seien (hier). Der IWF erwartet das nächste Hilfspaket (hier). Und in einem Geheimbericht hatte die Troika eingeräumt, dass die Griechenland-Krise auch mit weiteren Hilfspaketen mitnicht überstanden ist. In diesem Bericht kann man gut erkennen, dass die Zahlen, mit denen die Troika rechnet, Fantasiezahlen sind (mehr Details hier).

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Kommentare

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  1. emiliabolo sagt:

    Ich verstehe viele Kommentare hier nicht. Mitterand wollte mit dem Euro Deutschland schwächen – wir hatten eine starke Währung und niedrige Zinsen! Das Gegenteil ist eingetreten. Das überalterte Deutschland steigt wie ein Phönix aus der Asche – weil der deutsche Mittelstand in der Lage ist, Produkte zu erfinden, die weltweit begehrt sind und diese begünstigt durch den schwachen Euro gut verkaufen kann.
    Die anderen Länder haben mit den niedrigen Zinsen eben nichts Vernünftiges angefangen – das Geld verfressen, wie die Griechen oder ihre Küsten verhässlicht mit Bauten und Immobilien, die niemand braucht – wie die Spanier.
    Die Deutschen dagegen bauen z..B. Windkrafträder und verringern ihre Abhängigkeit von den durch den schwachen Euro zu teuer bezahlten Oligarchen. Irgenwann werden die Deutschen sogar Strom speichern können.
    Das Problem ist nur, dass die Architekten des Ganzen – maßgeblich ein gewisser Herr Köhler – die Reißleine im Eurosystem schlicht vergessen haben. Die Deutschen können um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden und zwar dann, wenn das System kollabiert.
    Also müssen die Reißleinen jetzt gegen enormen Widerstand eingebaut werden – und nichts anderes versucht Frau Merkel! Wie das ausgeht, weiß nur der Wind!

  2. Fred Feuerstein sagt:

    Also diese Arbeitsplätze bei der EU und seinen Metastasen sind himmlisch ! Keine Verantwortung, nur nicken, Gehälter, wovon die meisten nicht einmal träumen können, Pensionen in der Relation noch toller, fast steuerfreies Einkommen, usw.

    Voraussetzung ist nicht können und wissen, sondern nur Idiotie und ausschalten des Gehirnes. Oft ist der Schalter aber gar nicht vorhanden.

    Ich sehe es so, dass anscheinend Deutschland schon die größte Angst vor einem €-Kollaps hat. 23 Nationalstaaten haben bereits mehr Schulden als Guthaben und somit dürften wirklich nur noch die Deutschen schlechte Träume haben. Aber auch die spielsüchtigen amerikanischen Großbanken dürften auch schon Federn haben.

  3. Autofokus sagt:

    Der Kommentator „thsl65“ hat diesen Link im Artikel von DMN:
    „Neue Krisen-Angst: EFSF soll aufgestockt werden“ eingestellt :

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/9735-von-der-udssr-zur-eudssr-und-nwo

    Ich erlaube mir, den Link auch hier einzustellen mit der Bitte ihn an alle Bekannten zu verbreiten. Nach dem Lesen erübrigen sich alle weiteren Fragen zur EU- und zur
    globalen Finanzpolitik.

    • Kurt Gerhardt sagt:

      Der Link ist gut und die Aussage korrekt. Aber den Plan für einen europäischen Gesamtstaat hat die CIA damals shon von Hitler bzw. den Nazis übernommen. Es war das erklärte ziel Hitlers ein „geeintes“ Europa von den Pyrenäen bis zum Ural zu erschaffen. Das Ziel -die Weltmacht- war identisch zu dem seiner Besieger! Und womit endete das?

  4. Lilly sagt:

    Interessant ist, sich die Strukturen der griechischen Wirtschaft anzusehen.

    Veröffentlich bei nzz.ch am 16.03.2012
    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/griechenland_in_der_fiskalischen_abwaertsspirale_1.15787007.html

    im grauen Kästchen unten … Zitat:

    >Kleinteilige Betriebsstruktur als Handicap

    Ohne solides Wachstum wird Griechenland seine Schulden nie auf ein tragfähiges Mass reduzieren können. Solches Wachstum bedingt wiederum eine Stärkung der Wettbewerbskraft. Der Wettbewerbsfähigkeit stehen jedoch nicht nur der ineffiziente Staatsapparat, das zu hohe Kostenniveau und die Zwangsjacke der Euro-Mitgliedschaft im Weg. Wenig förderlich ist auch die extrem kleinteilige Betriebsstruktur.

    Mikrounternehmen mit weniger als 10 Angestellten machen in Griechenland 92% aller Firmen aus. Ausserhalb des Finanzsektors beschäftigt ein Unternehmen im Durchschnitt 1,7 Personen, verglichen mit 5,2 Angestellten in der Euro-Zone. Damit spielen Kleinstbetriebe in keinem anderen EU-Land eine ähnlich dominante Rolle. Betriebe mit mindestens 250 Beschäftigten sind nur für einen Fünftel aller Jobs verantwortlich. Eine Konvergenz der Betriebsgrössen an den Durchschnitt der EU ist nicht feststellbar.

    Folge dieser Betriebsstruktur ist, dass es Griechenland in den meisten Branchen an Firmen mit kritischer Grösse fehlt, um über die Generierung von Skaleneffekten auf internationalem Niveau mithalten zu können. Kleinstbetriebe haben zudem aus logistischen und finanziellen Gründen einen räumlich zumeist sehr engen Aktionsradius. Die starke Binnenmarktorientierung macht die Unternehmen besonders verletzlich gegenüber einem Einbruch der Inlandnachfrage, zumal es an der Alternative des Exports fehlt.

    Eine nicht enden wollende Rezession und eine extrem binnenorientierte Firmenstruktur sind ein gefährliches Gemisch. Eine im Januar vom griechischen Institut für Kleinunternehmen durchgeführte Umfrage unter Firmen mit weniger als 50 Angestellten kommt denn auch zu düsteren Ergebnissen. So haben 42% der Unternehmen das Finanzjahr 2011 mit einem Verlust saldiert, und eines von vier Unternehmen rechnet mit dem baldigen Konkurs. Die Umsatzrückgänge im zweiten Semester 2011 werden im Durchschnitt mit 33% veranschlagt.

    Um die Kosten zu decken, müssen bereits 74% der Kleinunternehmer auf private familiäre Ersparnisse zurückgreifen. Eine von drei Firmen ist zudem mit Zahlungsverpflichtungen in Verzug. Die negative Beurteilung der wirtschaftlichen Zukunft spiegelt sich darin, dass nur 3% der Unternehmen im laufenden Halbjahr eine Erhöhung der Investitionen planen. An politischer Hilfestellung fordern 8 von 10 Unternehmen eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge; nur 3% der Unternehmen postulieren eine Reduktion des Mindestlohnes.>

  5. so-ist-es sagt:

    war so geplant.

    die banken haben ihr geld – ist denen egal woher.
    das land ist pleite – egal wieviel menschen zugrunde gehen.

    eine ehrenwerte gesellschaft! es lebe die eu!

  6. Zeitzeuge sagt:

    Wie hier zu lesen ist, sind auch Analysten der CITI-Bank propaganda-affin oder sie helfen slebst mit, Propaganda auszustreuen, um ihre eigenen Ausarbeitungen politisch korrekt einzurahmen.

    • Fred Kirchheimer sagt:

      Tja, so funktioniert das Gewerbe: Man pinselt ein paar Einschätzungen der Geschehnisse und verteilt die dann an die Medien. Dort werden solche „Infos“ gerne angenommen, weil man in der Regel keine Finanzexperten in der Redaktion sitzen hat.
      Die Redakteure wissen aber, wie man einen Werbeartikel so umschreibt, daß das Ganze nicht als Werbung gekennzeichnet werden muß.

      Das nennt sich dann wohl win-win-Situation.

      NB: Ganz perfekt beherrscht diese Lesertäuschung das Handelsblatt. Die handeln nur noch mit angeliefertem Material. Teilweise ist die Nennung von Name und Firma des sog. „Experten“ länger als dessen ach so wichtige Erkenntnis.