Russland will sich Gasversorgung in Griechenland sichern

Gazprom will bei der Privatisierung der Gasunternehmen in Griechenland mitbieten. Sollten die Anteile am griechischen Pipelinebetreiber tatsächlich an Gazprom gehen, würde Russland weiter an Einfluss auf die Energiepolitik der EU gewinnen.

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Der russische Gaskonzern Gazprom versucht sich die Gasversorgung in Griechenland zu sichern. Bis Ende des Monats sollen der griechische Gasversorger und Pipelinebetreiber privatisiert werden. Gazprom hat nun angekündigt, in das Bieterverfahren einsteigen zu wollen. Damit würde Russland noch mehr Einfluss auf Europas Energiepolitik erlangen (Europa ist bereits stark von russischen Gaslieferungen abhängig – mehr hier).

Griechenland hält 68 Prozent an den heimischen Gasunternehmen. Die Privatisierung ist Teil der Reformen zur Sanierung Griechenlands und soll zwei Milliarden Euro bringen. Ob die Sanierung Griechenland gelingt, hängt wesentlich vom gelingen solcher Privatisierungen ab (mehr hier).

Der griechische Gasmarkt selbst ist nicht sehr groß, dennoch hat er eine besondere Bedeutung für die Versorgung Europas. Denn Griechenland spielt eine wichtige Rolle in den Plänen der EU, verstärkt Gas aus dem kaspischen Raum nach Europa zu importieren (mehr hier). Mit einer Übernahme der griechischen Gasunternehmen könnte Russland seine eigenen Interessen besser schützen.

Wie sehr eine russische Beteiligung den Zielen der Privatisierungen in Griechenland entspricht, darf hinterfragt werden. Bereits bei Verkäufen von Versorgungsunternehmen von Portugal an China hat sich gezeigt, dass Interessen starker internationale Akteure nicht unbedingt den Markt beleben (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Alois Wunderlampe sagt:

    Schön, daß die noch bieten dürfen. Bei Investitionen wurden China mit geplanten 37 MRD und Quatar mit 10 MRD ja durch die Troikaverträge erstmal ausgebremst. Da über die Verhandlungen, die damals Papandreou bereits vor der europäischen Einmischung geführt hatte und die bereits COSCO einen beachtlichen Anteil des Containerhafens von Piräus beschert hatten, aber kaum außerhalb Griechenlands berichtet wurden, könnte es sein, daß bereits Deals eingefädelt wurden. Ähnlich verhält es sich mit den Flughafengebühren, die 2010 und 2011 in der Saison erlassen wurden und deren Ersparniß nicht an die Kunden weiter gegeben wurden.