China: Immobilienpreise brechen landesweit ein

In fast der Hälfte der chinesischen Städte fielen die Hauspreise im Februar gegenüber dem Vorjahr. Aber auch die Geschäftsabschlüsse für den Verkauf von Immobilien sind stark zurückgegangen. Die Regierung hält jedoch weiter an ihren wachstumsdämpfenden Maßnahmen fest.

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Die chinesische Regierung versucht seit Langem, dem Immobilienboom entgegenzuwirken. Das Problem hierbei sind allerdings die stark fallenden Hauspreise, die schrumpfende Bauwirtschaft und die aus auch von den sinkenden Hauspreisen betroffenen Kommunen, die sich in Folge der großen Baumaßnahmen der chinesischen Regierung stark verschuldet haben (hier). Im Februar nun erhielten die Hauspreise in China den größten Dämpfer seit einem Jahr. In fast der Hälfte der Städte, deren Entwicklung von der Regierung beobachtet wird, sind die Preise sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr gefallen. Im Januar waren die Preise bereits ebenfalls in fast der Hälfte der Städte zurückgegangen.

Die östliche Stadt Wenzhou beispielsweise verbuchte im Februar ihren stärksten Rückgang innerhalb von vier Monaten. Hier sanken die Hauspreise um 0,5 Prozent gegenüber Januar und 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so die nationale Statistikbehörde. Eine Kreditklemme mit der kleinere Unternehmen in der Stadt konfrontiert sind, veranlasste den Premier Wen Jiabao sogar, finanzielle Hilfe zu versprechen (viele chinesische Unternehmen sind von fehlender Liquidität betroffen – hier). In Peking und Shanghai (jeweils um 0,4 Prozent), aber auch in Shanghai (0,2 Prozent) fielen die Preise gegenüber dem Vorjahr.

Zudem sanken in 27 von 70 Städten die Preise auch für neu gebaute Häuser, so die nationale Statistikbehörde. Ministerpräsident Wen Jiabao sagte indes vergangene Woche, dass die Immobilienpreise noch immer weit entfernt von einem vernünftigen Niveau seien und die Regierung nicht daran denke, die wachstumsdämpfenden Maßnahmen wie die höhere Anzahlung beim Hauskauf, die begrenzten Kreditvergabemöglichkeiten der Banken und die höheren Hypothekenzinsen zu lockern.

„Die Regierung ist nicht allzu sehr besorgt über die Auswirkungen des sich abkühlenden Immobilienmarktes auf das wirtschaftliche Wachstum“, erklärt Qu Hongbin von der HSBC gegenüber Bloomberg (jüngst senkte die chinesische Regierung sogar ihre Wachstumsplanung – hier). „Investitionen in den sozialen Wohnungsbau werden weiter groß sein.“ Die Regierung plant in diesem Jahr bis zu 7 Millionen Einheiten im sozialen Wohnungsbau zu bauen. Qu Hongbin hält sogar einen Preisabfall von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zum Boom vergangenen Jahres für notwendig, bis die Regierung ihre Maßnahmen lockert.

Das größte chinesische Immobilienunternehmen China Vanke Co. verzeichnete zudem in den ersten beiden Monaten des Jahres einen Rückgang der Geschäftsabschlüsse um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Poly Real Estate, das zweitgrößte Unternehmen auf dem Immobilienmarkt, verbuchte einen Einbruch von 31 Prozent. In ganz China gingen die Hausverkäufe von Januar auf Februar um 25 Prozent zurück, so die nationale Statistikbehörde – der Wert bereits verkaufter Häuser sank ebenfalls um 25 Prozent.

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Kommentare

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  1. Arne sagt:

    Wenigstens lässt sich der Ministerpräsident nicht von „den Märkten“ oder Bankhäusern reindiktieren wie hier in Europa. Er muss jetzt die Bremse ziehen oder die Immoblase bricht noch stärker zusammen wie in den USA. Hoffen wir mal das es keine harte Landung gibt…

  2. Zeitgeist sagt:

    … hinfahren & selber ein Bild machen !

    Die s.g. Geisterstädte sind ein Extrembeispiel, aber selbst in Großstädten stehen ganze Bezirke mit Wolkenkratzern voll…die…komplett leer stehen (alle Fenster dunkel Abends)

    Hier haben etliche Investoren Immos gekauft, in der Hoffnung diese mit Profit später weiter verticken zu können…dumm gelaufen…viele Baufirmen verkaufen bereits (BilligSchrott)Appartements zum Selbstkostenpreis um nicht in die Pleite zu rutschen…sieht dort echt finster aus Leute !

  3. Fred Kirchheimer sagt:

    Und wieder haben wir ein Beispiel für eine absolut unpassende, weil übertriebene, Beschreibung der Situation.
    Es ist lächlich, einen Rückgang der Preise um ein paar Prozent oder gar nur um Zehntelprozente als Einbruch zu bezeichnen.

    Und wenn die Neukäufe zurückgehen, dann kann das auch als Zeichen für die Sättigung des Marktes gesehen werden.
    Warum wird nur auf die Zahlen von Jan. und Feb. geschaut? Für eine Beurteilung ist die Zeitreihe von zwei oder drei Jahren zu betrachten, zusammen mit den damaligen Einflußfaktoren.
    Die Situation auf dem chin. Immobilienmarkt läßt sich nicht in fünf Absätzen beschreiben. Das würde noch nicht einmal für die Situation jeder dt. Großstadt möglich sein.

    • Morpheus sagt:

      Beschäftigen Sie sich bitte erstmal mit der Situation des chinesischen Immobilienmarkes, bevor Sie andere der Übertreibung bezichtigen.

      Es entsteht dort das klassische Muster einer gigantischen Immobilienblase, da völlig am Bedarf vorbei gebaut wird. Ähnlich wie in Dubai wird größtenteils aus rein spekulativen Gründen gebaut, was dazu geführt hat, das kaum eine der Immobilien tatsächlich genutzt wird, da sich kein normaler Mieter die Preise leisten kann.

      Das hat zwar einige Jahre die propagierten Wachstumsraten massiv gepusht, aber am Ende steht alles auf Treibsand. Mit etwas Initiative finden Sie im Netz reichlich Bildmaterial von diversen Neubau-Geisterstädten, der Leerstand geht in die Millionen!

      • Morpheus sagt:

        Hab mir sogar die Mühe gemacht, etwas Aktuelles rauszusuchen, es gibt aber noch viel mehr davon:

        http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,821998,00.html

      • Fred Kirchheimer sagt:

        Morpheus,

        ich beziehe mich rein auf die Zahlen, die in diesem Artikel genannt werden.
        Und so wie der formuliert ist, gibt es keinen Grund für mich, meine Kritik zurückzunehmen.

        Gut, was gibt es da zu bedauern, wenn die Wohnungen von Spekulanten nun leer stehen? Wenn sie lange genug leer stehen, wird wohl auch der Preis sinken. Aber warum sollte das Problem einiger Spekulanten zu einem Problem für China werden? Mein Vertrauen in die chin. Authoritäten ist wesentlich stärker als die von Griechenland oder Irland. Die sind nicht mädchenhaft, wenn es darum geht Fehlentwicklungen zu korrigieren.

        Der dt. Mittelständler, an den sich dieser Artikel ja richtet, wird auch den positiven Teil gelesen haben: Immobilien werden in Teilen Chinas billiger.

        Kurze Anmerkung zum Spiegelartikel: Der ist nicht im Wirtschafts- sondern bezeichnenderweise im Reiseteil erschienen.

  4. dparvus sagt:

    Das kann doch nicht sein!

    Vor ein paar Wochen reiste Frau Merkel dorthin, um für den Euro zu betteln! Dann mußte es China doch gut gehen!

    Daß es China den Bach runter geht, war da schon klar und in vielen Quellen zu lesen, nur nicht in den Mainstream- Medien.

    Wir sollen beleogen und betrogen werden, deshalb darf der Euro nicht weg.

    Aber lange geht des nicht mehr gut, nicht in China, nicht in den USA, nicht in Euroland.

  5. Elsbeth sagt:

    Alles hat seine Zeit, warum sollte das bei den Chinesen anders sein. Leider gibt es viele Menschen mit einer grenzenlosen, krankhaften Geldgier. Solange Geld, also Fiat – Money, aus dem Nichts geschöpft wird, geht es immer weiter bergab. Wir sind in der finalen Phase. Die REINIGUNG wird schlimm, ist aber dringend notwendig.

    • Conrad Zuse sagt:

      Elsbeth,
      China hat kein Fiat-Money (=Falschgeld).
      Der Yuan ist mit Gold gedeckt.
      Etwa 85 % des jemals auf der Welt geförderten Goldes sei in China.

      Schon das Römische Reich hat Seide, Porzellan, Purpur, exotische Gewürze, Naturheilmittel, Tee, Kunstgewerbe usw. usf. aus dem Reich der Mitte bezogen und mit Gold bezahlt.

      Man hat im Westen gänzlich falsche und vor allem unzureichende Vorstellungen über dieses Riesenreich.

      Auch ist den Ost-Asiaten Satanismus völlig fremd, kommt bei Konfutius (Kungfudse) und Laotse nicht vor.
      Niemand hat dort solch psychopathologische Ideen wie die Kabale Gott zu spielen und Milliarden von Menschen (mit allen noch so perfiden Mitteln ) das Leben auszupusten.

      • Austrian Economist sagt:

        Dass der Yuan mit Gold gedeckt ist scheint mir nicht sehr glaubhaft. Können Sie dazu eine Quelle angeben?
        In den vergangenen Jahren wurden riesige Kreditsummen vor allem von chinesischen Staatsbanken an lokale Regierungen und Immobiliengesellschaften vergeben. So viel Gold können sie gar nicht gekauft haben, wie die Geldmenge gestiegen ist.
        Was die Chinesen sehr wohl haben sind jede Menge wertlose Dollar und Euro Papierfetzen.