Irland: Manager der Zentralbank ziehen ihr Vermögen ab

Die Einlagen bei den irischen Banken gingen im vergangenen Jahr deutlich zurück. Selbst bei der irischen Zentralbank haben die eigenen Top-Manager der Bank Geld abgezogen.

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Das irische Bankensystem profitierte am meisten von dem Bailout-Programm. Doch die Ungewissheit, ob nicht doch ein zweites Rettungspaket notwendig wird, ist noch immer vorhanden. Zumal ein Referendum über den Fiskalpakt bei Ablehnung des selbigen keine finanzielle Hilfe mehr möglich machen würde (hier). Die Unsicherheit ist jedoch nicht nur an den Märkten, bei den irischen Unternehmen und den Bürgern zu spüren. Seit Februar 2010 gingen die Einlagen bei den Banken um 28 Milliarden Euro zurück. Auch das Top-Management der irischen Zentralbank hat seine Schlussfolgerungen gezogen.

Der Jahresbericht der Bank of Ireland von Anfang 2010 verzeichnete, dass das Top-Management der Zentralbank persönliche Einlagen in Höhe von 39,7 Millionen Euro bei der Bank hatte. Im Dezember belief sich diese Zahl allerdings auf nur mehr 11 Millionen Euro. Fast 30 Millionen Euro haben demnach die Personen in den Schlüsselpositionen der Zentralbank verschoben. Zu diesen Personen in Schlüsselpositionen zählen unter anderem der Geschäftsführer Richie Boucher, der Gouverneur Pat Molloy, Nicht-Mitglieder des Vorstands und auch hochrangiger Banker der Bank of Ireland. Wer jedoch welchen Betrag von der Zentralbank abgezogen hat, dazu wollte sich die Bank nicht äußern.

Bereits im vergangenen Jahr gab es Unstimmigkeiten bei der Bank, als eine Person im Zusammenhang mit dem Gouverneur Pat Molloy einen Kredit von über 35 Millionen Euro von der Zentralbank erhielt. Zudem erhielt Geschäftsführer Boucher 2011 insgesamt Leistungen im Wert von 831.000 Euro. Lediglich 623.000 Euro wurden aber von der Abteilung für Finanzen im Jahr 2009 sanktioniert.

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Kommentare

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  1. Livia sagt:

    Die Mannschaft merkt vor den Passagieren daß der Pott absäuft – nicht nur italienische Kapitäne gehen dann zuerst von Bord … !

  2. 5 Kolonne sagt:

    Wiskey and Gin der Euro ist hin….

  3. Raus aus Deutschland sagt:

    Wer kann geht Raus!!!

    Wann merken die Leute in Deutschland das???

  4. Michael sagt:

    1993 waren es UK und Italien, die aus dem EWS ausscherten. Portugal, Spanien und Irland werteten zwischen 5% und 15% ab. Das ist was anderes als die Staatspleiten Griechenlands und Irlands seit 2010. Sollte jetzt, wie von PIMCO heute laut verkündet, Domino Portugal Ende diesen Jahres fallen (was ich nicht glaube) würde das Spanien entgültig umhauen und das wiederum Italien und Frankreich den Rest geben.

    Es heißt Euro ja oder nein.

    Deutschland sollte sich keinen Illusionen hingeben, die Inflation und die bisherigen „Rettungen“ hätten aus der Euro, nicht der Mark, 50 (Neu)Pfennig gemacht. Beim Zerbrechen des Euro würden die deutschen Staatsschulden auf > 120% BIP katapultiert. Alles in allem ist die „Eurokrise“, die viele Parallelen zu früheren Krisen zwischen 1990 und 2000 aufweist, eine total frustrierende Veranstaltung, bei der man den Glauben an den Euro verlieren muß.

    Normalerweise wäre eine Währungsreform nötig. Weltweit. Ziel der Veranstaltung könnte nur ein solideres System ohne Defizite bzw. mit jährlichen Saldenausgleich zwischen den Währungszonen sein. Wer seine Salden nicht ausgleichen kann, wertet definitiv um genau den Betrag im Vergleich zum Volumen ab. Die Länder mit Bilanzüberschuß werten auf, bis sie keine Überschüsse mehr generieren können. Denn diese Überschüsse bedeuten nur, dass der Erlös der Arbeit verschenkt wird, weil die Schulden sämtlicher Staaten uneinlösbar sind. Entsprechend sind die Überschüsse der anderen Staaten uneinbringbar.

  5. Kein Eurofreund sagt:

    Diese Top-Manager scheinen nicht gerade ein Riesenvertrauen in ihre Bude namens Bank of Ireland zu haben.

  6. Patrick M.S. sagt:

    Das alles wundert mich nicht. Die Stimmung im Land ist gekippt, Suizid und Depressionen nehmen zu, der Staat erfindet laufend neue Steuern.

    Wer kann zieht sein Geld ab, vermutlich geht ein Teil der Banker mit ihrem Kapital in den Sterlingbereich z.b. zur Isle of Man was ja nahe bei Dublin ist.

    Aber da wird es sie auch erwischen.

    Edelmetall ist für die Iren noch keine Alternative, es gibt zwar Händler, aber die Nachfrage ist noch gering. Seit der Dezimalwährung gibt es keine Silbermünzen mehr, von einigen wenigen Sonderprägungen mal abgesehen.

    Falls es zu einer Abstimmung über den Fiskalpakt kommt, kann ich mir bei der jetzigen Stimmung eine Ablehnung gut vorstellen. Auf jeden Fall kommen unruhige Zeiten.

  7. Fred Kirchheimer sagt:

    Nu ja, zwischen Anfang 2010 und Dezember (2012?) sind ja doch einige Monate abgelaufen. In knapp 2 Jahren können sich viele Gründe ergeben, die eine Umschichtung erforderlich macht. Ich kann auch keinen Vorteil erkennen, daß man viel Geld über diese lange Zeit auf einem Konto läßt.