Griechenland: Erste Tranche geht fast vollständig an die Zentralbanken

Von den ersten Zahlungen des neuen Hilfspaketes für Griechenland bleibt nur ein geringer Betrag wirklich in Griechenland. Der größte Teil muss sofort an die Zentralbanken gezahlt werden, die noch griechische Staatsanleihen besaßen.

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Der Großteil der ersten Tranche des zweiten Rettungspaktes für Griechenland muss an die EZB und nationale Zentralbanken weitergereicht werden. Griechenland muss 4,6 Milliarden Euro für Staatsanleihen und 200 Millionen Euro Zinsen an europäische Zentralbanken zahlen. Die Zentralbanken hatten sich nicht am Schuldenschnitt beteiligt, der die Rückzahlungen, die heute fällig gewesen wären, reduzieren sollte.

Erst Anfang der Woche hatte Griechenland 5,9 Milliarden Euro aus dem EFSF und 1,6 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds erhalten. Nach den Zahlungen an die Zentralbanken bleibt so nur noch eine geringer Betrag der Gelder übrig, die in die Umsetzung der Reformen fließen sollte.

Ursprünglich hätten heute 14,5 Milliarden Euro an Staatsanleihen zurückgezahlt werden sollen. Der Schuldenschnitt reduzierte diesen Betrag auf jene Summe die nun an die Zentralbanken geht und verhinderte so einen offiziellen Staatsbankrott.

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Kommentare

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  1. Michael sagt:

    Offiziell verschleiert, aber Grichenland ist erledigt. Nach einem haircut gibt kein Privatinvestor nur einen cent an das Land. Haircut ist der tödlichste Finanzierungsfehler, den es gibt. Die Steuerzahler der €urozone werden den griechischen Staat schlicht nicht für 20 Jahre finanzieren können, selbst, wenn sie das wollten.

    Jeder cent, der da noch reinfließt ist rausgeschmissenes Geld. Da ist nix mehr zu machen. Leider. Den Politzockern war wohl nicht klar, dass die Bankiers knallharte Profis sind, die am längeren Hebel sitzen. Erstaunlich, dass ihnen das nicht klar war. Vielleicht hatte ein Sonnensturm irgendwelche Bioströme durcheinandergebracht. Das war jedenfalls ein glatter Kurzschluß, da war eine Sicherung nicht stark genug. Beobachten wir die Komödie weiter. Mit den Griechen hätte ich wenig Mitleid. Die scheinen doch ganz schön schwer von Begriff zu sein. Ihr Problem.

    Zyprioten, die von ihnen in den Abgrund gerissen werden, sind bei der Betrachtung ausgeschlossen. Die könnten wir spielend vor den hysterischen Zockerbanden retten.

  2. Freiheit sagt:

    Hier eine Textpassage aus dem Besten , was ich zum Thema je gelesen habe:

    Silvio Gesell hatte diese Entwicklung vorausgesehen. Bereits 1918, also kurze Zeit nach dem ersten Weltkrieg, als jeder über Frieden sprach und viele internationale Organisationen zur Friedenssicherung gegründet wurden, schrieb Gesell den folgenden Brief an den Herausgeber der „Zeitung am Mittag“ in Berlin:

    „Trotz dem heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz dem Ruf der Millionen: ‚Nie wieder Krieg‘, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich es sagen: Wenn das heutige Geldsystem die Zinswirtschaft beibehalten wird, so wage ich, heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen werden. Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen…. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden, und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein.“ (48)

    Historisch gesehen wurde das Geld damals durch die Zentralbank verknappt und von den Bürgern – der fallenden Preise wegen – zusätzlich gehortet. Die Auswirkungen waren fatal. Heute stehen die Leiter der Zentralbanken vor dem Problem einer zu groß geratenen Geldmenge, da sie gehortetes Geld durch zusätzlich gedrucktes ersetzen, und damit die nächste Inflation mit ihren schädlichen Folgen selbst vorbereiten. Sie nutzen den Zins als Steuerungsinstrument. Das ist, als wolle man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

    Das Ganze, ein „must read“:

    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/kennedy/

  3. Basisdemokrat sagt:

    In meinem Bekanntenkreis das gleicze Bild. Leider…
    Die Mainstream Medien arbeiten sehr erfolgreich!

    • Autofokus sagt:

      Ja, Basisdemokrat, wenn man Arbeit als „alles unter den wischen“ definiert, dann sind die Medien erfolgreich. Ich denke aber, dass dahinter Geld, sehr viel Geld und Korruption steckt, ich habe keine andere Erklärung, warum sämtliche MSM sich der Zensur unterwerfen. UdSSR in allen Bereichen perfektioniert = EUdSSR.

    • jay twelve sagt:

      Auch die Mainstream Medien, wenn es so weit ist, werden sich wunder, wem haben sie ihre sündige Seele für einen Groschen verkauft.

  4. Autofokus sagt:

    Ist ja total spannend…. wie oft wohl wird der offizielle Staatsbankrott verhindert werden ?
    Wagt jemand eine Prognose ?

    • Arno sagt:

      Bis die Verbindlichkeiten bei den Banken vollständig erfüllt wurden. Dann wird der geplante Staatsbankrott ausgerufen und eine Währungsreform eingeleitet werden.

      Das aber war schon frühzeitig absehbar …