US-Finanzminister: Europäische Sparmaßnahmen töten Wirtschaft

In Washington warnte der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner Europa vor übertriebenen Sparmaßnahmen. Dies führe in eine sich selbst beschleunigende Abwärtsspirale. Eine Aufstockung der IWF-Mittel durch die USA lehnte der Finanzminister ab. Die USA hätten durch die Eurokrise bereits erhebliche Schäden erlitten.

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Europa befindet sich erst auf der ersten Stufe eines schwierigen und langwierigen Weges zu fiskalischer Nachhaltigkeit, sagte der amerikanische Finanzminister, Timothy Geithner, am Mittwoch vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen in Washington. Er warnte jedoch vor zu drastischen Sparmaßnahmen in Europa. „ Wenn jedes Mal, wenn das Wirtschaftswachstum enttäuscht, die Regierungen dazu gezwungen werden, Ausgaben zu kürzen oder sofort Steuern anzuheben, um die Wirkung des schwächeren Wachstums auf Seiten des Defizits wett zu machen“, so Timothy Geithner, „würde dies eine sich selbst verstärkende Negativspirale von Wachstums-tötender Sparsamkeit riskieren.“

Die Sparmaßnahmen können nur Teil einer Gesamtlösung sein, so der amerikanische Finanzminister. Um erfolgreich die Krise meistern zu können, „müssen die Politiker in Europa auf der Hut sein, die Mischung aus finanzieller Unterstützung und die Geschwindigkeit der fiskalischen Konsolidierung richtig zu justieren“.

Die von der IWF-Chefin Christine Lagarde gewünschte Aufstockung der Mittel, um Europa zu unterstützen, lehnte Timothy Geithner erneut ab. Die Schuldenkrise in der Eurozone habe bereits erhebliche Schäden an der amerikanischen Wirtschaft und der Weltwirtschaft zur Folge gehabt. Mittlerweile seien aber die USA „weit vor Europa“, wenn es darum geht, sich von der Finanzkrise zu erholen. „Europas Finanzsystem ist viel größer, viel stärker von Krediten gestützt und viel riskanter geworden – selbst im Vergleich zur US-Finanzbranche.“

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Kommentare

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  1. Grauber sagt:

    Interpretation:
    Geithner empfiehlt also die Besteuerung der Bürger zu beschleunigen und gleichzeitig die Investitionen in die Gesellschaft zu drosseln.
    Europa hat der US-Wirtschaft wirklich genug Probleme bereitet –

    Fazit:
    Einen solchen Unsinn liest man selten. Geithner lenkt von sich selbst und seinem Puppenspieler ab.

    ES SIND IMMER DIE ANDEREN SCHULD –

  2. Einweckglas sagt:

    Der soll vor die eigen Tür kehren. Frage mich, wie die Amis Ihre Probleme zu lösen gedenken. Mit noch mehr Geld der Fed? Handlungsspielraum ausgereizt. Das System hat sich selbst erlegt….und hat Ihren Ursprung in den USA…..Also … „Shut the f***ck up Timothy“ und bring mal das politiktheater im eigenen Land in Ordnung. Nicht dein Aufgabengebiet? Na…dann nichts wundern, wenn das amerikanische Wachstum nicht aufgrund Europas wächst. Bin schon am überlegen, vom überzeugten Europäer zum Anti-Europäer zu mutieren…mit der konsequenz wo möglich nur nationale Produkte zu erwerben. „Made in USA“ bleibt dabei genauso aussen vor , wie „Made in France“ oder gar „Made in China“ 😉

  3. N_K sagt:

    „US-Finanzminister: Europäische Sparmaßnahmen töten Wirtschaft“

    Das wäre doch ganz im Sinne einer „Neuen-Welt-Ordnung“ unter Ami-Führung. Denn wenn die (gewollte) „Not“ am größten ist, kommen dann die „Globalen Helfer“ mit ihren Friedenstiftenden Missionen ——
    genau wie in Irak, Tunesien, Lybien, Ägypten, jetzt Syrien und bald Iran. Ach, was für Gutmenschen es doch auch bei den Friedensnobelpreisträgern gibt…

    Die Chinesen und Russen haben bislang den USRAELischen Wahnsinn verhindert oder zumindest gebremst. Hoffentlich, HOFFENTLICH bremsen sie auch weiterhin den Kenianer im Oral-Office…