Portugal: Sterbequote wegen Sparmaßnahmen um 20 Prozent höher

Im Februar ist die Sterbequote in Portugal überraschend gestiegen: Beobachter führen das neue Sparprogramm im Gesundheitsbereich darauf zurück, die Regierung sagt, es wäre die Grippe.

Die Zahl der Toten ist im Februar sprunghaft angestiegen: 20% mehr als in normalen Monaten starben. Nun wird in Portugal über die Ursachen gerätselt. Kenner des Gesundheitswesens machen die neuen, verschärften Sparmaßnahmen für die hohe Zahl verantwortlich. Patienten müssen zum Teil erheblich mehr für die Aufnahme in Krankenhäusern oder den Arztbesuch bezahlen. Viele vor allem ältere Patienten verzichten deshalb auf den Gang zum Arzt – mit fatalen Folgen, wie Oppositionspolitiker sagen. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und sagt, die kalte Jahreszeit und eine bestimmte Grippe-Welle seien die Ursache für den Anstieg. Mehrere Zeitungen berichten von Menschen, die angeben, für lebenswichtige Behandlungen nicht mehr zahlen zu können.

Tatsache ist, dass es in Portugal brodelt: Der „Guardian“ berichtet, dass bereits an vielen Stellen das Ende der Demokratie diskutiert werde. Es sei eine gewisse Nostalgie für den Diktator António de Oliveira Salazar festzustellen.

Die Lage sei desaströs, sagt die Historikerin Irene Flunser Pimentel. Die portugiesische Mittelschicht sei besonders betroffen. Es werde eine Explosion geben, weil sich die Bedingungen dauernd weiter verschlechtern.

Am Donnerstag ist ein Generalstreik angesagt. Der IWF erklärte unterdessen, dass sich Portugal auf einem guten Weg befinde und dass das Defizit für die Volkswirtschaft tragbar sei.

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Kommentare

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  1. Alf sagt:

    Portugal ist doch nur ein weiterer Präzedenzfall, stellvertretend für alle krisengeschüttelten Staaten. Die Einen haben mehr Bonität, die Anderen weniger. Die USA etwa glauben, sich wegen des „almighty dollars“ alles leisten zu können.

    Fakt ist, daß sämtliche Staatsschulden gemacht werden MUßTEN, um nämlich unsere reichen Schurken vor allfälliger Enteignung zu bewahren, ergo die allfällige ENT-hortung – zwecks für das Volk dringend notwendigen Geldumlaufes – zu verhindern. Daher ja auch deren massives und permanentes Einwirken auf die Politik. Können diese Schuldenberge nun nicht mehr bedient werden, stürzt das ganze Kartenhaus wieder in sich zusammen. Das Geld geht aus, fehlt allenthalben.

    Zum Schluß jedoch sind ALLE wieder arm, auch die Reichen, denn man wird sich an ihnen natürlich rächen ! Und dann geht alles wieder von Vorne los. Leider. Und solange kein absolut nicht hortbares Schwundgeld (vergleiche Silvio Gesell) etabliert ist, wird sich daran auch absolut nichts ändern. Die ubiquitäre Gier und Unvernunft muß jetzt endlich transformiert werden. Wir haben es selbst in der Hand . . .
    Allerdings ist eines auch klar: Die evidente Dummheit des alten Spiels, denn

    a) für die Reichen ist jeder zusätzliche Taler ja immer WENIGER Wert, weil sie ja immer mehr von dem (für sie offenbar nutzlosen!) Zeug besitzen, auch nicht mehr wissen, wohin noch damit (abnehmender Grenznutzen) und

    b) vice versa wird für die Armen jeder einzelne Taler spiegelbildlich immer MEHR wert, da auf dem Konto permanent entschwindend, und daher händeringend gesucht.

    Daß dies nach baldigem Ausgleich geradezu schreit, weil es eine loose/loose, statt win/win Situation darstellt, sollte eigentlich sämtlichen Wirtschaftsteilnehmern absolut klar sein. Allen ! Wirklich ALLEN ?

    Mich erschreckt immer wieder die massive Dummheit des Menschen (homo „sapiens“) der das alles blöde Jahrelang mitmacht, ohne zu merken, was da BEI IHM falsch läuft. Die reichen Schurken, ob in Europa oder anderswo, hoch verantwortlich für die kriminelle Umleitung aberwitziger Beträge auf ihre Betrügerkonten, schädigen sich somit selbst UND alle anderen – permanent.

    Allerdings: Jeder von uns kann – sei es nun durch Job, Erbschaft, Gewinn, etc. – wohlhabend werden, und ebenfalls jeder, absolut jeder von uns kann vom hohen pekuniärem Roß in die Armut, ins bittere Elend abstürzen; und es wäre ja auch nachgerade absurd, müßte man sein ganzes Leben nur in einem dieser traurigen Extreme verharren.

    Am besten wäre, jeder von uns würde BEIDE Zustände wenigsten ein gütiges mal (und natürlich nur für kurze Zeit!) kennen lernen, er wüsste dann gewiß Bescheid. Nichts ist je von Dauer, alles vergeht, und die MITTE, der von Buddha anempfohlene mittlere Weg, ist, wie überall, so auch hier, tatsächlich der beste (WEDER arm, NOCH reich).

    • Tony sagt:

      Wieder so eine Zeit wie jetzt die unsere, wo Ganoven und rücksichtslose Politbanditen ganze Völker ins Elend stürtzen!

  2. schlaumeister sagt:

    Wie sagte doch Schäuble: Italien ischt auf einem guten Weg, Portugal ischt
    auch auf einem guten Weg, GR ischt auch….alle sind auf einem guten Weg
    hin zum Abgrund.

  3. Adripelago sagt:

    was soll man dazu sagen?? Für diesen Euro der eine Tote Währung ist geht man über Leichen. In Griechenland ist es das gleiche. Willkommen in der neuen Welt. Tja jetzt müssen wir uns daran gewöhnen. Das was Africa schon immer hatte passiert auch hier. Auf was für eine Welt steuern wir zu bzw siind wir schon??? Wir werden nach und nach versklavt…..

  4. DonFado sagt:

    Aus meiner engsten Umgebung weiss ich: das mit der Grippe ist wahr und man kann aber den Virus nicht genau definieren.
    Ansonsten ist Portugal Gesundheitssystem sozialer als unseres , es gibt Stationen zur medizinischen Versorgung wo jeder, jederzeit hingehen kann und auch relativ wenig warten muß – und man muß nichts zuzahlen , es wird alles über die staatliche Krankenkasse abgedeckt.
    Auch hat Portugal viel Landwirtschaft und etwas Fischerei – genug um alle zu ernähren.
    Hauptproblem ist die Wettbewerbsfähigkeit, die man nun über höhere Preise zu erreichen versucht anstelle über mehr Effizienz, Rechtssicherheit für Kunden und Vermeidung von Schaden, das heute dort gefährlicher denn je zuvor , es geht halt nur ums schnelle Geld mit allen Mitteln.

    • brumse sagt:

      „Aus meiner engsten Umgebung weiss ich: das mit der Grippe ist wahr und man kann aber den Virus nicht genau definieren“

      vielleicht liegt es ja auch daran, dass es kein virus sondern fallout aus fukushima ist, der das Imunsystem der leute ruiniert…..
      bitte denkt mal mi t!!

  5. Teja552 sagt:

    Ich glaube diese Regierung leidet an der Grippe und nicht nur diese, wie sich doch die Auswirkungen dieses Spardiktates gleichen, man sollte es Bevölkerungsreduzierung nennen denn mehr ist es nicht was dieses bewirkt.

    Danke für den Beitrag!

  6. Weltenbrand sagt:

    Warum denn die Grippe – nehmen wir doch einfach wieder „Gottes Wille“. Das lässt sich viel universaler verwenden.

    • Wahnsinniger sagt:

      An der Grippe sterben doch 40.000 jedes Jahr.

      WOLLT IHR MAL RICHTIG PANIK ERLBEN?

      EHEC WIEDER 5 TOTE in diesem JAHR! HOLEN SIE SICH SCHNELL IHRE KILLER-IMPFUNG. Auch Tamiflu ist bei jeder Apotheke in Unmengen an Vorräten erhältlich. Holen sie sich ihren Schuß noch heute.

  7. Willi Wucher sagt:

    Genau, die kalte Jahreszeit ist daran schuld…. Wenn man schon in diversen Jahreszeiten in Portugal war (vor allem auch in den „Winter“-Monaten), kann man von wirklicher Kälte nicht sprechen. Und so krasse Grippewellen kann es da nicht geben.

    Aber naja, wenn man über Leichen geht, ist auch eine erfundene Ausrede kein Problem. Eine Schande diese Regierenden und Eurofanatiker-Versager. Irgendwann wird sich alles rächen.

  8. Dr . Tot sagt:

    Ja die Grippe dann die Pest .

  9. FDominicus sagt:

    Also ist Portugal mit den Es schon weit gekommen:
    Entwaffnung – abgehakt
    Entrechtung – noch im Gange, bald abgeschlossen
    Enteignung. – vorbereitet, im Gange
    Entleibung – angefangen.

    Ich gratuliere den Schuldenmachern. Gute Arbeit….

  10. Dagmar sagt:

    Frieden und Wohlstand für Alle stelle ich mir deutlich anders vor.

    Hauptsache, der Euro wird gerettet, koste es was es wolle und auf der Welt gibt es sowieso zu viele Menschen. *Satire aus

    • ralf sagt:

      ich sehe da nicht nur das problem wegen einem euro. in einer firma steht ein mitarbeiter gegen den anderen, der bessere wird gehalten. so ist das mit der globalisierung auch. es steht ein land gegen das andere. das land mit der besseren leistung gewinnt. nur wird dieser wettbewerb nicht mit gleichen waffen geführt. unterschiedliche bezahlungen der wirtschaft und sozialleistungen vom staat sind dafür verantwortlich. wie soll man z.b. gegen china gewinnen, wenn es dort keine sozialleistungen und vernünftige löhne gibt. also muss man sein land konkurrenzfähig machen. auf kosten von lohn und sozialleistungen. leider ist das ganze eine abwärtsspirale, die vermutlich im desaster enden wird. bis der beste halt auch umfällt.

      • Kora sagt:

        Wird wirklich der besser behalten oder der, den man besser gängeln kann?

        • Kora sagt:

          Und ich gehe dabei nicht von einer gesunden Firma aus, denn die EU ist auch nicht gesund, sonst würde hier anders agiert.

          • ralf sagt:

            klar ist die eu nicht gesund, sind alles verschiedene länder und kulturen. das ist nicht ein staat, deshalb stehen sie ja in konkurrenz. doch man kann sich ja das beste innerhalb der eu heraussuchen. deutschland z.b..jedem eu-bürger steht die wahl seines wohnsitzes frei…soziale leistungen und löhne sind ja nicht schlecht in bezug auf andere eu-länder, ganz zu schweigen von den restlichen…..jedenfalls kann es eine vollversorgung ohne leistung nicht geben, das verstehen recht wenige….