Deutsche Staatsanleihen: Steigende Rendite erhöht Nachfrage

Zinssätze für deutsche Staatsanleihen steigen wieder. Die Entspannung durch den Schuldenschnitt in Griechenland und die Geldschwemme der EZB mittels der Tender bringen die Investoren dazu, nicht mehr nur den sicheren Hafen zu suchen.

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Deutsche Anleihen werden seit Monaten als sicherer Hafen angesehen, was nicht zuletzt sogar zu negativen Zinssätzen geführt hat, bei denen die Investoren Verluste machten. Dank der Tender der EZB sind mittlerweile über eine Billion Euro in den Interbankenmarkt geflossen, die erst einmal alle investiert werden müssen. Da der Schuldenschnitt in Griechenland erfolgreich war (hier) und das griechische Parlament das zweite Rettungspaket billigte (hier), konnte eine Staatspleite zunächst abgewendet werden. Dass senkte die Risikoscheu der Investoren, die nun vermehrt auf Anleihen mit besseren Renditen als die deutschen setzten (italienische Anleihen sind derzeit sehr beliebt – hier). Was wiederum zu leicht steigenden Zinssätzen bei deutschen Anleihen in den vergangenen Tagen.

Dementsprechend stiegen die Zinssätze für deutsche Staatsanleihen in den vergangenen Tagen wieder. Bei einer Auktion von deutschen Zwei-Jahres-Anleihen im Wert von insgesamt 4,1 Milliarden Euro kletterten die Zinssätze von 0,25 Prozent auf 0,31 Prozent. Die Nachfrage war dank der gestiegenen Rendite in der letzten Zeit sehr gut. Sie war 1,8 Mal höher als das Angebot.

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Kommentare

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  1. dparvus sagt:

    Steigende Rendite – steigendes Risiko?

    Wenn man hört, was unsere Freunde in Brüssel so alles tun…

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/40337/

    No-Bail-Out-Klausel soll weg.

    Beim ESM doch sowieso egal, da kann doch Deutschland sowieso die gesamte für den Haushalt zur Verfügung stehende Summe sofort nach Brüssel überweisen, zur Bezahlung der inzwischen ins Astronomische gestiegenen Gehälter dieser tollen Eu- Politiker.
    Sollte noch was übrig bleiben, dann kriegen den die PIGS- Staaten, ein evtl. Rest geht an Deutschland, das ist dann inzwischen auch Pleite.
    Dann muß Mama Merkel die hungernden Deutschen an ihre Brust nehmen.

  2. AnnaDomini sagt:

    Deutschland zerfällt

    21.03.2012, 15:31 Uhr handelsblatt

    Straßen, Schienen und Schulen verfallen schneller als nachgebaut und saniert wird. Die Unternehmen sorgen sich um ihre Wettbewerbsfähigkeit und senden Hilfesignale nach Berlin. Doch die Regierung stellt sich taub.Düsseldorf/Berlin/FrankfurtBei den Beratungen der Regierung in Berlin über den mittelfristigen Finanzplan geht es heute auch um die langfristigen Verkehrsinvestitionen des Bundes. Gut zehn Milliarden Euro pro Jahr sind bis 2016 vorgesehen – etwa so viel wie in den Jahren zuvor. „Eine verlässlich hohe Investitionslinie“ nennt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) diese Summe. Viel zu wenig, sagen Opposition und Wirtschaft.
    Seit Jahren schon seien die Investitionen der öffentlichen Hand in die Infrastruktur zu gering, sagt etwa Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK): „Sie reichen nicht einmal mehr für die Instandhaltung.“ Ähnlich sieht es Hubertus Heil, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion: „Wir sind eine äußerst erfolgreiche Volkswirtschaft, aber wir leben von der Substanz.“ „Wir müssen den Vermögensverzehr aufhalten“, pflichtet ihm der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) bei. Auch in Baden-Württemberg gebe es einen „enormen Sanierungsstau bei Liegenschaften und Landstraßen“.
    Wie sehr die Infrastruktur verkommt, verdeutlichen Zahlen der EU-Kommission: 2012 wird das zehnte Jahr in Folge sein, in dem der deutsche Staat weniger neu baut und saniert, als der Zahn der Zeit wegfrisst. Die staatlichen Nettoinvestitionen sind also negativ – für Volkswirte ein alarmierender Zustand. Denn der Wert des staatlichen Vermögens – und damit des Erbes für kommende Generationen – nimmt damit kontinuierlich ab.

    • dparvus sagt:

      Wen kümmert´s?

      Geht deswegen jemand auf die Straße, hier in D?

      Leider noch nicht, aber wir müssen uns überlegen, wie wir endlich den Widerstand gegen unsere „Führer/innen“ organisieren.

      Wie wär´s mit Informationen an Freunde, Bekannte, über das was z. B. hier, bei den DMN, den Deutschen Mittelstandsnachrichten, gesagt wird, was in ARD und ZDF vergeblich erwartet wird von guten Journalisten?

      So eine Info an zehn Bekannte, per E- Mail, Flugblatt oder wie auch immer,
      mit der Bitte, den Inhalt wieder an zehn Bekannte weiterzugeben!!

      Das wär zunächst schon mal was.

      Wenn dann einige WEB- Server lahmgelegt wären, wegen Datenfülle, gäbe es sogar Publicity, Aufmerksamkeit, die vielleicht ein paar der – schlafenden? – Journalisten wecken müßten…