Abfuhr für Monti: Gewerkschaften lehnen Arbeitsmarktreform ab

Der italienische Premierminister Mario Monti steht vor seiner ersten großen Niederlage. Das Herzstück seiner Politik, die Arbeitsmarktreform droht am Widerstand der Gewerkschaften zu scheitern.

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Die Verhandlung über eine Reform des Arbeitsmarktes in Italien sind vorerst gescheitert. Die Gespräche zwischen dem Premierminister Mario Monti und der wichtigsten Gewerkschaft wurden abgebrochen. Die Gewerkschaft lehnt die Änderung des umstrittenen Paragrafen 18 ab, welche die Kündigung von Angestellten erleichtern soll.

Für Monti ist das vorläufige Ende der Verhandlungen ein herber Rückschlag. Die Arbeitsmarktreform ist ein zentraler Punkt seiner Politik. Bisher wurde Montis Kurs im Parlament auf breiter Ebene unterstützt. Ohne die Zustimmung der Gewerkschaften könnte die Arbeitsmarktreform jedoch scheitern. Denn die Demokratische Partei hat ihre Zustimmung wesentlich vom Ausgang der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern abhängig gemacht.

Sollte die Modernisierung des Arbeitsmarktes tatsächlich scheitern, wäre dies für Monti eine große Niederlage. Welch wichtige Rolle die Reform in Montis Plänen spielt, zeigt sich in seiner Reaktion. Wie er sagte, hätte er kommende Woche bei seiner Reise nach Asien künftigen Investoren gerne verkündet: „Dass wir einen moderneren und europäischeren Arbeitsmarkt haben werden und es keine Gründer mehr gibt, nicht in Italien zu investieren“.

Die Gewerkschaft CGIL hatte sich am Dienstag unter der Androhung eines Streiks aus den Gesprächen zurückgezogen.

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Kommentare

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  1. davide sagt:

    na super bericht cocooning sehe es genauso.
    Der italiener zockt und das mit recht ,die anderen werdens schon richten.
    noch 2 bis 3 herbe niederschläge für monti und er packt sein bündel.
    und der nachfolger wird alles tun für die gunst der wähler zu gewinnen und wer denkt das italien pleite ist der soll noch 5 jahre warten.bis wirklich ganz pleite sind weil dann sinds die anderen auch ……….Good bye Euro und good by Future for the Kids.
    and Fuck off für scheinheilge EU Politik

  2. cocooning sagt:

    Kein Problem: Deutschland zahlt! Wärend bei uns die Sozialleistungen immer mehr gekürzt werden (Bewerbungskostenerstattung der BA nach Gutdünken, Überschüsse der RV an Schäuble), weil z.B. Griechenland das Geld braucht, wundert mich die Entscheidung der italienischen Gewerkschaften nicht.