Weidmann kritisiert Schäuble: „Deutschland muss mehr sparen“

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sind mit den Eckwerten des neuen Haushalts sehr zufrieden. Schon 2014 wolle man die Schuldenbremse erreichen und bis 2016 fast ohne neue Kredite auskommen. Dem Chef der Deutschen Bundesbank reicht das nicht, es sei „nicht gerade ambitioniert“.

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Der Chef der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann kritisierte die neuen Haushaltspläne der Regierung als unzulänglich. Zwar stehe Deutschland dank der Konsolidierung des Etats im Vergleich zu anderen Ländern gut da, aber der neue Haushalt überzeuge nicht. Es sei „nicht gerade ambitioniert, dass das strukturelle Defizit des Bundes in diesem Jahr ansteigen soll und dass der Bund seinen Haushalt erst 2016 ausgleichen möchte“, sagte der Bundesbank-Chef der Süddeutschen Zeitung.

„Es sollten nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden“, schließlich wurde häufig die „Chance verpasst, positive Überraschungen zum zügigeren Defizitabbau zu nutzen.“ Zudem stehe die Bundesrepublik in Europa in besonderer Verantwortung, ihre Fehlbeträge auf allen Ebenen zügig zu reduzieren.

Am Mittwoch billigte das Bundeskabinett die Eckwerte für den Haushalt 2013 und den Finanzplan bis 2016. So soll die Neuverschuldung des Bundes im kommenden Jahr auf 19,6 Milliarden Euro gedrückt werden. Insgesamt sich Gesamtausgaben von 300,7 Milliarden Euro vorgesehen. Zudem will Finanzminister Wolfgang Schäuble die Schuldenbremse bis 2014 einhalten und 2016 nur einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Euro aufnehmen. Die Neuverschuldung für 2012 ist jedoch auf fast 35 Milliarden Euro gestiegen. Grund hierfür ist auch der Nachtragshaushalt für 2012, der unter anderem zusätzliche Ausgaben für den ESM in Höhe von 8,7 Milliarden Euro berücksichtigt.

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Kommentare

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  1. Korsar sagt:

    „Deutschland muß mehr sparen“. Hätte man das in der verg. Wirtschaftskrise gemacht, dann wären wir heute pleite!

    Sparen, ausgerechnet noch hier hier Land, der absolute Wahnsinn. Damit der letzte Rest, vom Binnenmarkt zugrunde gerichtet wird.

    “Es sollten nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden”, schließlich wurde häufig die „Chance verpasst, positive Überraschungen zum zügigeren Defizitabbau zu nutzen.” Zudem stehe die Bundesrepublik in Europa in besonderer Verantwortung, ihre Fehlbeträge auf allen Ebenen zügig zu reduzieren“. So Weidmann.

    Ich habe den Eindruck, das der Mann in einer Traumwelt lebt. In einer Albtraumwelt. Erst die Schuldendeckelung der Länder, dann des Bundes, dann mit Sicherheit 900 Milliarden EURO Verlust aus dem TARGET2- System, von was, wenn ich fragen darf, soll denn die Deutsche Wirtschaft, ohne öffentliche Investitionen, und mit dem Sparwahn, in Zukunft existieren? Und wohl die wichtigste Frage, von was werden, wenn der grosse Knall kommt, die Menschen hier im Land leben? TARGET2, wäre bereits bei Einführung mit Wahnsinn zu bezeichnen gewesen. Stattdessen, schweigen die hochbezahlten Helden der Deutschen Bundesbank, solange, bis es nicht mehr geht. Ich habe den Eindruck, das in diesem Land, Schweigen wirklich Gold ist.

  2. Ätschi sagt:

    Wer an die Schuldenbremse glaubt träumt auch vom „Endsieg“, das ganze Geld geht in Zukunft nach Brüssel (EU = Europas Untergang), spätestens 2016 sind alle weatlichen Staaten bankrott, dann kommt mit „Glück“ nur die Währungsreform und Lastenausgleich und mit Pech stecken uns die Politfratzen wieder in Uniformen. Ihr habt alle hoffentlich ne Exitstrategie!?