Schweizer Regierung fürchtet Boykott durch muslimische Länder

Wegen der Diskussion eines Burkaverbots fürchtet die Schweizer Regierung um ihre Handelsbeziehungen mit muslimischen Ländern. Der Wirtschaftsminister Schneider-Ammann reiste bereits nach Ankara um die Wogen zu glätten.

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Die Schweizer Regierung fürchtet, muslimische Länder könnten die Schweiz und Ihre Produkte künftig boykottieren. Weil in der Schweiz fremdenfeindliche Tendenzen stärker werden, macht man sich Sorgen um die Beziehungen zu wichtigen Absatzmärkten. Dies sagte der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann in einem Interview mit der türkischen Zeitung Zaman.

„Das ist eine große Sorge meiner Regierung. Der Schlüssel, um dieses Problem zu lösen, ist der Dialog. Der Dialog mit den muslimischen Gemeinden in der Schweiz und auf internationaler ebene der Dialog mit muslimischen Ländern“, sagte Schneider-Ammann. Er hält es für wichtig, die politische Entscheidungen und ihre Rahmenbedingungen besser zu erklären, um mehr Verständnis für die Politik zu erreichen.

Schneider-Ammann fordert mehr gegenseitiges Verständnis: „Überall wo Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund zusammenleben, treten Probleme auf. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Probleme nicht auf der fremdenfeindlichen oder islamfeindlichen Einstellung der Menschen beruhen“, sagte er.

Die Diskussion über steigende Fremdenfeindlichkeit in der Schweiz wurde Anfang des Monats durch einen Antrag auf ein Burkaverbot im Bundesrat wiederbelebt. Bereits vor drei Jahren hatte ein Bauverbot für Minarette für Aufsehen und Proteste gesorgt.

Unter den künftigen Top-Absatzmärkten sind viele muslimische Länder. Ein Beispiel, warum sich die Regierung Sorgen um die Beziehungen zu diesen Ländern macht, ist die Türkei. Die Schweiz exportiert jährlich Waren im Wert von 4,5 Milliarden Franken in die Türkei. Etwa 600 Schweizer Unternehmen sind in der Türkei tätig. Das Land wird noch wichtiger werden, ist es doch eines der letzten in Europa mit einem konstant hohen Wirtschaftswachstum im Bereich von fünf Prozent. Dies hat auch die Regierung verstanden: „Die Türkei mit seiner wirtschaftlichen Dynamik ist zu einem primären Land der Wirtschaftspolitik geworden“, sagte der Wirtschaftsminister. Um die Beziehungen wieder zur Türkei wieder zu verbessern und reiste Schneider-Ammann diese Woche zu einem Amtsbesuch nach Ankara.

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Kommentare

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  1. Elisabeth Hüller sagt:

    Der ESM-Vertrag wird doch sowieso unterzeichnet von den ganzen Marionetten.
    Die sind sogar so dumm, dass sie nicht mal merken, dass sie sich damit auch ihr eigenes Grab schaufeln.
    Igido

  2. Gautier Irgendwo sagt:

    Und wenn auch, der WIRTSCHAFTSMINISTER ist noch lange nicht die Schweiz?

  3. Albert Albern sagt:

    Der Kopftuch war mit Sicherheit schon Lange vor dem Islam da. In verschiedenen Abwandlungen und der jeweiligen Tradition unterliegend, hat sich der Kopftuch in den unterschiedlichsten Kulturen verbreitet.
    Irgendwann wurde der Kopftuch in den Islam aufgenommen, als Verhüllung, als Zeichen der Unberührbarkeit, zum Unterscheiden zwischen Sex-Sklavinnen und den „anständigen“ Frauen. Weil die Männer nun mal unfähig sind, den Unterschied zu sehen, musste ihnen der Kopftuch vor den Augen gehalten werden.
    Doch die Männer haben in den traditionellen Umgang mit dem Kopftuch, mit der Verhüllung, auch ihre eigene Eifersucht mit eingearbeitet, bis in machen Kulturen auch die Burka zur Mode(?) wurde.
    Und nun stehen wir vor dem Burka-Verbot, der scheinbar jeden Muslim dazu zwingt, sich zum Islam – und damit zu der Burka(?) zu bekennen. Viele Muslime versuchen uns zwar darüber aufzuklären, dass die Burka mit dem Islam eigentlich nichts zu tun hat, sondern eher mit den lokalen Traditionen, trotzdem vergessen ausgerechnet die Muslime diese Klärung des PROBLEMS sehr schnell, wenn sie mit dem Burka-Verbot konfrontiert werden…

  4. caesar4441 sagt:

    Das Burkaverbot ist so überflüssig wie ein Kropf.Niemand trägt Burka.
    Die ganze Diskussion darum ist geistiger Dünnschiß.Es soll wohl von tatsächlichen Problemen abgelenkt werden.

    • Syssifus sagt:

      Ich habe, vor drei Wochen in Bonn,Bad Godesberg genügend Burkas gesehen.Die Trägerinnen,dürfen noch nicht einmal ihre Hände „entblösen“,d.h.ihre Handschuhe ausziehen. Nur weil Sie im Taal der Ahnungslosen wohnen,muß das nicht die Regel sein !

  5. Mike sagt:

    Ich werde in Zukunft keine Renata Produkte mehr kaufen bzw. verkaufen.

  6. N_K sagt:

    „Schweizer Regierung fürchtet Boykott durch muslimische Länder“

    Wie sagte das Kalb?
    „Das Futter vom Metzger war eine Zeitlang gut“.

  7. Rosa Galler sagt:

    In der Schweiz rennt bestimmt niemand nackelig im Hemd. Burkaverhüllte Frauen müssen auch nicht sein.
    Doch bei Androhung von Boykott wird die Schweiz wohl nachgeben. War da nicht auch mal was mit Burkaverbot in Frankreich?

  8. Gang nach Canossa sagt:

    ja, immer schön brav kuschen und ihnen hinten reinkriechen; Ihr Schweizer könnts genau so gut wie wir Deutsche; bettelt drum, aller Welt auf Kredit Waren zu liefern und sie letztlich aus eigener Tasche zu zahlen

  9. franz sagt:

    So ein Quatsch!Wer keine Arbeit/Geld hat muss Arabische Länder innerhalb kurzer Zeit verlassen-wer Schulden hat und sie nicht bezahlen kann kommt dort in den Knast!

    Im Sudan und Maureranien gibt es noch Sklavenhaltung wie man sie sich vorstellt-in reicheren Ländern werden Dienstmädchen mit Arebit gelockt aber auch wie Sklaven gehalten-erhalten oft überhaupt kein Geld.

    Und diese Länder sollen die Schweiz boykottieren weil sie weniger Ausländer reinlassen will(giltnatürlich auch für Deutsche,Italiener,Franzosen)?Ein Witz!