Bundesregierung: Target-Kredite existieren nicht

Die Bundesregierung ist der Meinung, „Target-Kredite" würden nicht existieren. Bei den Forderungen von 550 Milliarden Euro, die Deutschland anderen Euroländern gegenüber hält, handle es sich lediglich um Verrechnungspositionen. Dies antwortete das Finanzministerium auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler.

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Die Bundesregierung ist nicht der Auffassung, dass die hohen Target 2 Forderungen Deutschlands zusätzliche Kredite an andere Eurostaaten darstellen. Dies antwortete das Bundesfinanzministerium auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler, die den Deutschen Mittelstands Nachrichten vorliegt. Er forderte eine Begründung, warum die Bundesregierung die Target 2 Forderungen nicht als Kredite einstuft. Gauweiler bezog sich dabei auf die Kritik von ifo-Institutsleiter Hans-Werner Sinn.

Sinn warnt vor dem Risiko der hohen Forderungen, sollte ein Land aus der Eurozone ausscheiden. Er befürchtet in diesem Fall könnte die Deutsche Bundesbank auf ihren Forderungen sitzen bleiben und so einen Verlust zu Gunsten anderer Euroländer erleiden.

In der Antwort auf die Anfrage von Peter Gauweiler heißt es, die Target 2 Salden dienten lediglich der Bilanzierung. „Target-Kredite“, wie sie der Chef des ifo-Instituts kritisiere, seien schlicht nicht existent. Bei den Forderungen und Verbindlichkeiten des Targetsystems handle es sich um „Verrechnungspositionen“, um die separaten Bilanzen nationaler Zentralbanken wieder auszugleichen.

Im Interview mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten kritisiert Hans Werner Sinn, die Regierung würde die Target 2 Forderungen von 550 Milliarden Euro verharmlosen (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Silber23 sagt:

    Übrigens:

    Auch meine Fragen zu Merkels Anwesenheit beim Bilderbergertreffen 2011, den Illuminaten, Ufos, Aliens und der anderen ganzen Palette (natürlich in mehrere speziefischere Fragen unterteielt- Alle sachlich und kompetent: Wurden „alle“ hemmungslos abgelehnt und ALLE mit der gleichen Begründung.

    gehört zwar nicht hier her aber ich dachte mal das dies wichtig ist.

    Liebe Grüße 😀

  2. Silber23 sagt:

    So Leute, wie versprochen hier meine Rückmeldung.

    Wie sicher einige noch wissen schrieb ich bei „Die Kanzlerin direckt“ die Frage wegen den Target2 Salden. Warum sie erst so kritisiert wurden und es nun uhrplötzlich heißt sie würden gar nicht existieren.

    Nun, Merkels Redner lehnten meine Frage ab, was mich eigentlich schon ziemlich erstaunte. Obwohl ich die Frage klar und besonnen stellte wurde die Ablehnung damit begründet, dass die Frage zu „verworren“ sei um sie beantworten zu können.

    Nunja, ehrlich gesagt wundert es mich zwar nicht unbedingt, jedoch gibt das ganze gehörig zum denken.
    Ich mein, wenn die doc nichts zu verbergen haben, warum lehnen die dann meine Frage ab und lassen die gar nicht erst zu Merkel durch?
    Mir kommt das ehrlich gesagt ziemlich spanisch vor und so langsam bin ich dabei mir mein eigenes Bild zu machen. Und dieses sieht so aus:

    Das hier ist ne reine Lüge um die Menschen von den Target2-Salten/ Krediten ab zu lenken- bewusst. Und wenns dann entlich mal so richtig mit dem Euro knallt wills natürlich wieder keiner gewesen sein und keiner was davon wissen.

    Diese ablehnung meiner Frage an die Kanzlerin zu den Target2-Krediten sagt mir im Grunde schon alles.

    Liebe Grüße
    silber 🙂

    PS: Einen Versuch wahr es wert 🙂

  3. JP sagt:

    Ich denke, im großen und ganzen haben Sie die Problematik
    auf das Tablet gebracht.
    Schäuble ist sich dessen auch bewußt, aber er muss eben ein Szenario schaffen, welches der deutschen Industrie weiterhin Absatzmärkte in Europa sichert.
    Ich denke, dass Herr Schäuble einen verdammt harten Poker spielt (ebenso die Franzosen).
    Das die deutsche Regierung sich auf so ein hohes Risiko einläßt (eben Target 2) ohne Plan B, glaube ich nicht wirklich!
    Meine Vermutung ist:
    Wenn in der EU Spanien, Portugal oder Italien auch Pleite gehen,dann tritt Deutschland sofort von der EU aus und führt wieder eine nationale Währung ein.
    Die Folge wäre vermutlich: der Euro wäre innerhalb sehr kurzer
    Zeit nur noch 2% wert (und damit ein überschaubares Risiko für Schäuble & Co).

  4. Autofokus sagt:

    Target-Kredite gibt es nicht, es sind einfach offene Rechnungen, die vielleicht einmal über die „Rettungsschirme“ beglichen werden…. oder auch nicht. Dann sind es eben Verluste zu Lasten des Deutschen Steuerzahlers.
    So gesehen braucht die Bundesregierung die Spitzfindigkeit, es seien keine Kredite, obwohl auf dasselbe Ergebnis rauskommt.
    Bürgschaften kommen ja angeblich auch nicht zum Tragen…..hat jeder schon mal gedacht, der eine Bürgschaft übernommen hat, und musste erfahren, dass Bürgschaften die geradezu aufmunternde Wirkung hat, dass die Zahlungen des Schuldners bequem eingestellt werden.
    Ich glaube kaum, dass die Dreistigkeit und Unglaubwürdigkeit noch zu übertreffen ist.

    • mandelkern sagt:

      Ich schätze, die Regierung weiss sehr genau, dass die gigantischen Salden zugunsten der Bundesbank ein Bumerang werden können, denn beim scheitern der Währungsunion verwandeln sie sich in uneinbringliche Forderungen.
      Und genau das ist einer der Gründe, warum der Euro so zwanghaft gerettet werden soll und GR nicht ausscheiden darf.
      Das Zahlungsausgleichssystem in der momentanen Form, ohne echte, hinterlegte Sicherheiten für die Zentralbanken der Export-Länder, schafft sich seine eigenen Zwänge zum stillhalten.

    • dogbert sagt:

      Nur durch die Naivität unseres dynamischen SM-Duos.

  5. Ewerk sagt:

    Ich kann dazu nur eins sagen,“ wer dieser Regierung noch etwas glaubt, ist selber schuld“.

  6. dickbrettbohrer sagt:

    Eigentlich geht es nur um die Grundsatzfrage: Wer arbeitet, damit wir essen können?
    Alles andere ist unnötiges Verbalscharmützel.

  7. uri125 sagt:

    Natürlich wird die Regierung nicht zugeben, dass Target 2 die Inflation anheizt und damit der verbundene Kaufkraftverlust voll auf die Löhne und Gehälter durchschlägt. Auch eine erhöhte Negation des erarbeiteten Volksvermögens ist die Folge dieser Politik. Die Aufstockung von ESM mit der Zusammenlegung des EFSF wird die Inflation weiter anheizen. Dies sieht man ja auch an den steigenden Spritpreisen, die nicht allein dem Irankonflikt zugeschrieben werden können. Wenn also in 2000 der Preis für Benzin bei ca. 1,70 DM lag. Also 1 Euro. So können wir heute schon von einem Überspringen auf die 2 Euro Marke, also 4 Mark ausgehen. Auch die ausgegebene Geldmengen hat sich gegenüber dem BIP um fast das 40 fache erhöht. Alles Alarmsignale die von den Verantwortlichen verharmlost und verniedlicht werden, uns aber kurz oder lang treffen.
    Aber einige Kapitäne der Banken sind ja schon von Bord gegangen um nicht beim Aufprall auf den Grund auf Deck zu stehen. Möglicherweise fürchtet man die Meuterei der Mannschaft wenn die Ratten das sinkende Schiff verlassen.

  8. dicker hals sagt:

    die regierungen europas haben sich verabredet, statt richtigem geld nur noch
    wertloses papier ohne jeden gegenwert auszugeben, aber nur noch über kurze
    zeit. der nächste schritt sind zahlen und ziffern auf dem bildschirm. damit sind die
    bürger der eurozone manipulierbar, wer sich aufsässig verhält, der wird einfach
    mit zugriffsverweigerung auf sein “ GELD“ freundlich, aber bestimmt diszipliniert.

    deshalb wird die bargeldlose zahlung immer weiter ausgebaut, trotz dem wissen
    über die kriminelle banken in ganz europa, und dem schwindenden vertrauen der
    bürger in diese BANKSTER. die bekommen für 1% geld zum verleihen und nehmen
    18 % überziehungszinsen, die EZB hätte eine beschränkung auf max. 3% für diese
    gelder beschliessen können, das sie es nicht getan hat, zeigt eindeutig, wie diese
    tatgenossen sich zum nachteil der völker abgesprochen haben.

    wer dann noch immer unartig ist, verliert wohnung, arbeit usw. in frankreich sind
    jetzt schon bargeldzahlungen eingeschränkt, das programm wird häppchenweise
    verabreicht, das endergebnis wird zu bürgerkriegen führen.

  9. Frank Schäfer sagt:

    Das Hauptproblem für Europa sind ja nicht die Target2-Salden, sondern die Tatsache, das kein einziges Land in Europa jemals seine ausgegebenen Staatsanleihen wieder wird zurückkaufen können. Und um die zukünftige Refinanzierung fällig werdender Anleihen ist es seit der Zwangsenteignungsaktion (ein grosser Fehler der kriminellen Politiker und Finanzmafia, aber ein guter für die Menschheit) von Besitzern griechischer Staatsanleihen sehr düster bestellt.

    Soweit noch kein Problem, solange man sich nicht darüber bewusst ist, welches Kapital in die Staatsanleihen bislang floss und welches niemals zurückgezahlt werden kann: u.a. handelt es sich dabei leider um Kapital von Renten- und Lebensversicherungen, welches sich mit der Einzahlung praktisch in Luft aufgelöst hat. Bisherige Auszahlungen von Renten- und Lebensversicherungen konnten dabei grösstenteils (neben Zuschüssen aus Steuergeldern) aus neuen Einzahlungen in die entsprechenden Systeme gedeckt werden. Wielange das noch gut geht, bleibt abzuwarten. Wie das enden wird, kann man sich aber schon lange ausrechnen.

  10. apo-warner sagt:

    So, nach alle den erhellenden Kommentaren bleibt festzustellen, daß die Altparteienoligarchie (APO) ständig und wiederholt Verfassungsrecht (GG) und Eu-Recht bricht und einen unglaublich dreisten Unrechts-Populismus an den Tag legt.
    Anders aber als früher kann keiner, wirklich keiner und schon gar nicht Mitgleider dieser Plünderer-Parteien später behaupten sie hätten nichts gewußt. Das heutige Netz fängt keine Helfershelfer mehr auf, im Gegenteil: es vergißt nichts,
    Eines aber sei auch gesagt
    @ Nathan Samuelsson (Kommentar vom 26.03.12 um 13:08)
    Es ist ein üble Tour unsere Politiker(Innen) in Verbindung mit der Mafia oder mafiösen Methoden zu bringen oder auch nur dieses in einem Atemzug zu erwähnen. Ich finde dies zutieftst entwürdigend und ganz und gar unerträglich.
    Schließlich hat die Mafia einen Ehrenkodex.