Das wahre Potenzial der Tiefengeothermie in Deutschland

Die Rahmenbedingungen für die Nutzung von Tiefengeothermie in Deutschland haben sich gebessert. Erdwärme ist eine verlässliche und umweltfreundliche Energiequelle für Grundlasten.

Die Tiefengeothermie könnte künftig eine große Rolle in der Energieversorgung Deutschlands spielen. Bei den Prognosen über den Anteil der Geothermie an der Stromversorgung in Deutschland bis zum Jahr 2050 schwanken die Erwartungen. Laut verschiedener Studien soll der Anteil der Geothermie an der Stromversorgung zwischen 3 und 43 % betragen, der Anteil der Geothermie an der Wärmeversorgung zwischen 30 und 45 %.  Insgesamt wird bereits für die süddeutschen Projekte ein Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 6 Mrd. Euro prognostiziert.

Energie aus Tiefengeothermie bietet einige Vorteile: Weil Geothermie keinen starkenProduktionsschwankungen wie etwa Photovoltaik oder Windkraft unterworfen ist, könnte sie bei der Stromversorgung auch einen Teil der Grundlast übernehmen. Dies wäre besonders wichtig, weil die Grundlast derzeit von konventionellen Verbrennungskraftwerken oder der Kernkraft getragen wird. Trotzdem zog die Geothermie bei Förderungen und Kampagnen gegenüber Solar- und Windkraft meist den Kürzeren.

Mittlerweile ist die Technik so ausgereift, dass die Geothermie ohne Weiteres eine solch wichtige Rolle einnehmen könnte. Doch dem verstärkten Ausbau standen bisher hohe Investitionskosten und ein großes unternehmerisches Risiko im Weg: Die  Damit falle ein wesentliches Hindernis für die Geothermie weg. Tiefengeothermieprojekte zeichnen sich im Besonderen aus, dass die „Claim“, auf denen nach heißer Energie gebohrt wird, gesichert werden müssen und dem Bergrecht unterliegen.

Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat sich außerdem die Förderung von Strom aus Geothermie stark verbessert. Seit Anfang dieses Jahres wird eine Kilowattstunde Strom aus Erdwärme mit 25 Cent vergütet. Vor der EEG-Novelle waren es gerade einmal 16 Cent.

Eine verhältnismäßig hohe Startfinanzierung bleibt jedoch ein Hindernis für viele Geothermieprojekte. Hohe Investitionen sind für die aufwendigen Tiefbohrungen oder wenn etwa die Infrastruktur für die Nutzung von Geothermie für eine Fernwärmeversorgung erst errichtet werden muss.

Die Nutzung von Geothermie ist von den geologischen Gegebenheiten abhängig. In Deutschland eignen sich vor allem das Norddeutsche Becken, das Molassebecken in Süddeutschland und der Oberrheingraben für die Nutzung von Erdwärme. Hier gibt es Heißwasservorkommen, die zur Energiegewinnung angezapft werden können. Die gleichmäßige Verteilung der geeigneten Gebiete auf Deutschland bringt einen großen Vorteil: Es müssten nicht unzählige Kilometer an Leitungen ausgebaut werden, um den Strom dorthin zu bringen, wo er benötigt wird.

Die EEG-Novelle und den technischen Fortschritt in der Tiefengeothermie hält Anton Berger für erste wichtige Schritte, auf die nun weitere folgen müssen: „Die Weichen für einen Erfolg der Geothermie sind gestellt.“

Kommentare

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  1. the_critical sagt:

    Die Kombination macht es aus. Hütte kombiniert Solar mit Tiefenerdwärme:

    Die Solaranlage liefert ausreichend Haushaltsstrom zum Betrieb der Wärmepumpe. Die Wärmeenergie kommt aus der Tiefe. Kühlung im Sommer. Solar alleine reicht einfach nicht zum Heizen!

    Anschaffungskosten 23000 Euro bei Neubau für Solar und Pumpe
    Jahresausgaben für Heizung und Warmwasser: 0,00 €
    Jahresausgabe für Strom: -280,00 €
    Wartung: 250 € per Anno
    Nur noch Kaltwasser/Abwasser, übliche Steuern und Versicherungen, Müll, GEZ, das übliche eben

    Hausnebenkosten monatlich bei etwa 85 Euro. Kreditrate entsprechend etwas erhöhen und bei den Zinsen sparen, schnell abgezahlt, schnell Kasse machen.
    Tschöö Vattenfall! Im Vergleich zur Finanzierung mit Gastherme und von festen Gaspreis ausgehend hat man nach 12 Jahren das Geld wieder drinne. Aber wer glaubt schon, dass der Gaspreis nicht weiter steigt?