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Weidmann: Rettungsschirm ist Turmbau zu Babel

Der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann hält die Idee, eine stärkere Schlagkraft der Rettungsschirme würde eine Ausweitung der Krise verhindern, für falsch. Es würde weitere Probleme nach sich ziehen. Zudem seien die Defizitländer an ihren Verschuldungen selbst schuld.

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Zuletzt kritisierte Jens Weidmann, der Präsident der Deutschen Bundesbank Finanzminister Wolfgang Schäuble für dessen geringen Sparwillen (hier). Nun äußert sich Jens Weidmann zur der geplanten Aufstockung des ESM (auch Deutschland wird voraussichtlich beim Eurogruppen-Treffen zustimmen – hier). „Genau wie beim Turmbau zu Babel wird die Wand aus Geld niemals den Himmel erreichen“, sagte Jens Weidmann am Mittwoch in einer Rede im Chatham House in London. „All das Geld, was wir auf den Tisch legen, wird uns keine dauerhafte Lösung für die Krise kaufen.

Die in Europa auseinander driftenden Leistungsbilanzen vor allem mit Blick auf den deutschen Exportüberschuss hält Jens Weidmann für wenig kritikfähig. „Natürlich haben die Überschussländer von höheren Exporten profitiert. Aber letztendlich waren es die Defizitländer, die einem unhaltbaren Model folgten, das durch einen kreditfinanzierten Boom der Inlandsnachfrage gekennzeichnet ist.“ Seiner Meinung nach sei es nicht an Deutschland diese Ungleichgewichte auszugleichen. „Man stelle sich vor, dass der FC Barcelona in der Champions League auf Lionel Messi verzichten müsste, um die Wettbewerbsfähigkeit der Konkurrenten wie zum Beispiel Bayern München wieder herzustellen“, sagte Jens Weidmann.

In seinen Augen ergebe es keinen Sinn, sich auf europäischer Ebene bei der Wettbewerbsfähigkeit „in der Mitte“ zu treffen. Europa sei keine Insel, man konkurriere mit den USA und China. „Ich frage Sie: Wie können wir, wie kann Europa in dieser Welt erfolgreich sein, wenn wir unsere hart erkämpfte Wettbewerbsfähigkeit willentlich aufgeben?“

Kommentare

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  1. Blutsauger sagt:

    Antrag auf Verfassungsänderung im Bundestag.
    In aller Stille versuchen SPD,CDU,CSU,GRÜNE undFDP Artikel 93 im
    Grundgesetz zu ändern.Am 30.3 auf der Tagesordnung.Es geht um das
    Klagerecht der Deutschen vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.
    Info aus Net News Feed-Dirk Müller
    Tolle idee -Klagen abschaffen-Einsprüche verbieten-Klappe halten!
    So sieht echte Demokratie aus.

    • David sagt:

      na hör mal, der fiskalpakt ist doch auch eine tolle idee – etwas unkündbares durchwinken und die dummen schafe dürfen es dann bis in alle ewigkeit ausbaden. die menschheit ist leider aber selbst schuld, wer sich so leicht tagtäglich belügen lässt …

      wird erst die augen öffnen wenn es ihn persönlich betrifft. solange nur andere menschen leiden in anderen ländern … diese mentalität herscht hier in deutschland, wir sind ein gottloses volk geworden!

    • J. C., geb. Püschl sagt:

      @ Blutsauger
      @ Leser des Grundgesetzes

      Welches Grundgesetz meinen Sie denn?

      Wenn heute vier Personen in „das“ Grundgesetz schauen, ist es möglich, dass keine zwei an der selben Stelle den selben Text vorfinden!

      Einer hat die Urversion, ein Zweiter eine geänderte vor 1990, ein Dritter schaut in eine Version nach 1990 und ein Vierter in eine Online-Version.

      Fehlerhafte Versionen sind aber leicht erkenntlich:
      Man lese Artikel 144 (Ratifizierung des GG) und frage sich nach Satz 1, wo die deutschen Länder aufgeführt sind, in denen es „zunächst“ gelten soll.
      Nach Satz 2 frage man sich weiter, warum der Verweis auf die „in Artikel 23 aufgeführten Länder“ als Ergebnis keine Länderliste, sondern Sätze zur Europäischen Union hervorbringt.

      Zur Antworthilfe: 23.9.1990 BGBl. II S. 885 (siehe: Deutscher Bundestag Startseite > Dokumente > Datenhandbuch > 13. Grundgesetzänderungen > 13.3 Geänderte Grundgesetzartikel): Art. 23 – Geltungsbereich des Grundgesetzes – aufgehoben -.
      Danach müsste also im Buch stehen: Art. 23 (aufgehoben)

      Sollten sich bei Ihrer Version des Grundgesetzes obige Unstimmigkeiten zeigen, markieren Sie den Einband mit „FEHLERHAFT“ in rot oder werfen das Buch gleich ins Feuer, denn eine solche Gesetzessammlung kann logischerweise nicht rechtmässig angewendet werden!

  2. spion und spion sagt:

    Wenn irgendwo zwischen zwei Mächten ein harmlos aussehender Pakt geschlossen wird, muß man sich sofort fragen, wer hier umgebracht werden soll.
    Otto von Bismarck

    Die Spekulanten und Schattenbanken werden schon drüber nachdenken, wie sie aus Brüssels Protz und Prunk den eigenen Rettungsschirm machen können.
    Schließlich bricht kein vernünftiger Dieb in eine leere Garage ein, sondern in eine Bank.

  3. Aufdecker sagt:

    http://www.radio-utopie.de/2012/03/29/antrag-auf-verfassungsanderung-im-bundestag/

    Wo der Turm zu Babel wächst muss natürlich was anderes abnehmen. Willkommen in der Sklaverei …

  4. uri 125 sagt:

    Sicher hat dieser Mann recht, zumal die Aufstockung immer mehr Geld aus dem deutschen Volksvermögen zieht und somit für Leistungen der Allgemeinheit und des Gemeinwesens nicht mehr zur Verfügung steht. Hinzu kommt eine Inflationsrate von 4-6 Prozent, die wie schon jetzt zu sehen für explodierenden Immobilienpreise und Rohstoffpreise .. z.B. Benzin und Heizöl.. sorgt. Nein hier sind weitere Aufstockungen nur die Negation für den Bürger.