China: Massiver Gewinnrückgang chinesischer Unternehmen

Der starke Rückgang der Exporte und Immobilienpreise sowie die wachstumsdämpfenden Maßnahmen in China bescheren den chinesischen Unternehmen in den ersten zwei Monaten diesen Jahres den größten Einbruch von Gewinnen seit drei Jahren.

Die ersten zwei Monate des Jahres 2012 waren für die chinesischen Unternehmen kein guter Auftakt. Rückgänge bei den Exporten, die fallenden Immobilienpreise (hier) und die noch immer kaum gelockerten wachstumsdämpfenden Maßnahmen der chinesischen Regierung haben deutliche Spuren in den Gewinnen der chinesischen Unternehmen hinterlassen. In den ersten beiden Monaten verzeichneten die industriellen Unternehmen den größten Rückgang seit drei Jahren.

Der Nettogewinn sank um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf etwa 72,4 Milliarden Euro, so die nationale Statistikbehörde. Den größten Gewinnrückgang verbuchten die Unternehmen im Bereich der Verarbeitung von Metallen: diese sanken um 95 Prozent. Nach Angaben der Statistikbehörde, sah Unternehmen in der Verarbeitung von Metallen beteiligt ihre Gewinne um 94 Prozent zu verringern, den größten Verlust unter den Vertretern der 41 industriellen Sektoren, die befragt wurden. Für das erste Quartal 2012 wird bei den Nicht-Finanzunternehmen insgesamt eine Verringerung um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

„Die Regierung muss den Leitzins senken und mehr in Projekte investieren in den kommenden Monaten“, äußerte sich Zhang Zhiwei, Chefökonom für China bei Nomura Holdings. Allerdings würden diese Investitionen die bereits stark überschuldeten chinesischen Kommunen treffen, die schon jetzt Infrastrukturprojekte stillgelegt haben (hier).

Kommentare

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  1. Arne sagt:

    Die Telebörse hat gerade einen positiven Bericht über China rausgebracht. „Überraschend“ wird alles wieder toll…
    http://www.teleboerse.de/nachrichten/Chinas-Industrie-in-Fruehlingslaune-article5923431.html

  2. WILHER sagt:

    Ein Gewinnrückgang von 10 % ist kein massiver Gewinnrückgang.

    Wenn statt einer Milliarde nur noch 0,9 Milliarden verdient werden, dann kann man zwar von einem Gewinnrückgang sprechen aber nicht von einem massiven.

    50 % wären ein massiver Gewinnrückgang aber es wäre immer noch kein Verlust, der
    auch schon mal vorkommen kann und in der Regel auch noch nicht den Weltuntergang für ein Unternehmen bedeutet sondern die Aufgabe zur Restrukturierung.

    Man kann auch alles dramatisieren.

  3. spion und spion sagt:

    Konfuzius sagt: die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.

    Chinas Wirtschaft geht unter mit einer Wachstumsprognose von 8,2 Prozent?
    Bisher hat China allen Untergängen widerstanden.

  4. Selbstdenker sagt:

    Muss ich jetzt für die Rolex statt 180 EUR vielleicht sogar 15.000 EUR bezahlen?

  5. Karin Jürgens sagt:

    Die Chinesen machen es richtig: Anstatt Wachstum bis in alle Ewigkeit anzupeilen, inszenieren sie zwischendurch einfach mal ein paar kleinere Krisen, dann kommt es nicht zum großen Crash. Außerdem steuern sie gerade um von Export-in-alle-Welt auf Selber-Konsumieren.

  6. Hennoch sagt:

    Was nützt den Chinesen einen super Export, wenn er mit nutzlosen Dollars abgegolten wird. Dann lieber weniger exportieren und mit harter Währung abrechnen.

    • Observer sagt:

      Das stimmte bisher und die haben ihre Sorgen damit, aber…..!
      In der Zwischenzeit gibt es eine Vielzahl von Vereinbarungen und das wird sich expotentiell fortsetzen, dass zwischen den Handelspartnern direkt mit nationalen Währungen abgerechnet wird, das mindert zumindest dieses Problem markant!
      Nicht zu vergessen, China häuft seine Goldreserven an, indem sie nichts mehr aus ihren Goldvorkommen verkaufen, genau so wie ihre „seltenen Erden“!

    • Conrad Zuse sagt:

      Hennoch,

      die Chinesen können die Dollars sehr gut gebrauchen. Sie kaufen damit u.a. Euros und verhinderten damit seit Ausbruch der Eurokrise dessen Absturz.

      Die Frage bleibt natürlich:
      Was machen sie dann mit den Euros?
      Antwort:
      Wenn die EU durch die Brüsseler Idioten eines nicht mehr all zu fernen Tages restlos abgewirtschaftet hat, können die Chinesen mit ihren vielen Euros dann so manches Schnäppchen in Form von Hightech-Industrien und lukrative Schlüsselinfrastrukturobjekten an Land ziehen.
      Da wird sich noch so mancher wundern …!

  7. Raus aus Deutschland sagt:

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/HSBC-ueberholt-US-Konkurrenz-article5610041.html

    Ich schreibe immer wieder:

    Seht nach Hong Kong!!!

    Vergesst Deutschland, Europa oder ihr verliert Euer Geld!

    Warum haben schon vor Jahren die Reichen in den USA ihr Geld aus den USA abgezogen und in Fernost investiert???

    Die Zukunft liegt in Asien!!!

    Freundliche Grüße
    David aus Phnom Penh
    rausausdeutschland.wordpress.com

    • Der müde Joe sagt:

      Oh man, wieder ein Bla Bla Bla China bla, bla bla.
      China geht genauso unter wieder Westen!

      • Fenrir sagt:

        Richtig. Es gibt nur ein sichere Währung zur Zeit und das ist der Dollar. Im Moment schieben viele reiche Europäer Ihr Geld in die USA. Der Dollar hat einen starken Garant im Rücken und zwar die US Army.Die wird immer von der Kette gelassen sobalds eng wird. Wenn der Dollar fällt, fällt alles.

  8. Observer sagt:

    Die Beurteilung chinesischer Volkswirtschaft mit westlicher Finanzdiktatur Ideologie ist wie Kaffeesatz lesen!
    Lasst es bleiben, bildet euch unabhängig und versucht’s dann in ein paar Jahrzehnten nochmal!
    Einfach nur lächerlich, diese vergleichende Methode!

    • Habnix sagt:

      Wenn die ihre Binnennachfrage aktivieren können,dann hört bei denen das Wachstum so schnell nicht auf.

    • Raus aus Deutschland sagt:

      Die Chinesen sind den Deutschen ähnlicher als beispielsweise Italiener.
      Wäre eine gute Zusammenarbeit.

      Man stelle sich vor, die Bundesregierung hätte 3 Millionen Chinesen nach Deutschland geholt anstatt 3 Millionen Türken.

      Naja, vergessen wir die Vergangenheit.

      • Observer sagt:

        Die Chinesen übertreffen die Deutschen in Fleiß und Zuverlässigkeit erheblich, insofern wäre eine solche Kombination schon erfrischend.
        Wir importieren seit Jahren aus China hochwertige technische Produkte und staunen immer wieder, wie engagiert dort die Mitarbeiter sind, 24h/Tag, 365Tage/Jahr und sie haben dabei noch Freude an ihrer Arbeit!
        Was noch mehr verblüfft, ist die Flexibilität des Governements, was den Formalismus betrifft. Unvorstellbar in Europa, aber auch hier in Brasilien.

        Was den Kommentar von Habnix betrifft.
        Genau das ist der absolut unerreichbare Unterschied zu den übersatten Gesellschaften. Ich sehe das auch hier in Brasilien. Die Binnennachfrage ist das Rückgrat der Wirtschaft, die hier regional mehr als 10%-ige Steigerungen hat und das Nachhaltig, weil kein M;arkt künstlich erzeugt werden muss, sondern er ist, ohne immense Kosten für Marketing aufwenden zu müssen, einfach da und das auf Jahrzehnte hinaus.

        Ja klar, kenn ich die Einwände. Wo soll das Geld herkommen für den Konsum? Könnte ich gut erklären, würde aber zu weit führen! Habt deshalb keine Sorgen darum!