FBI-Ausbildung: Agenten stehen über dem Gesetz

In den Ausbildungsunterlagen der US-Bundespolizei heißt es, Agenten dürften das Gesetz brechen. Außerdem führten diskriminierende Inhalte zu einer Untersuchung der gesamten Ausbildung. Die Verantwortlichen für die Verfehlungen werden nicht zur Rechenschaft gezogen.

Die US-Bundespolizei (FBI) weist ihre Agenten in der Ausbildung darauf hin, dass sie sich nicht immer an die Gesetze halten müssten. „Unter bestimmten Umständen ist das FBI in der Lage, das Gesetz zu beugen oder auszusetzen, um die Freiheit anderer zu gewährleisten“, heißt es in einer Präsentation der Behörde, die bei der Ausbildung von FBI-Agenten verwendet wird. Die genauen Umstände, unter welchen die Ermittler das Gesetz brechen dürfen, werden dabei nicht erläutert.

Die Ausbildungsunterlagen enthalten nicht nur die Anweisung zum Rechtsbruch, sie schüren auch Vorurteile gegenüber gewissen Bevölkerungsgruppen. Unter anderem wird dem „Mainstream-Muslimen“ unterstellt, gewalttätig zu sein und das der Islam seine Anhänger zum „Völkermord“ bewegen wolle.

„Es ist erstaunlich, dass solche Dinge zu Teilnehmern unserer FBI-Ausbildung gesagt werden. Sie machen ihre Arbeit dadurch nicht effektiver und tragen damit nichts zur Sicherheit der Amerikaner bei“, sagte Senator Richard Durbin in einer Reaktion auf die Untersuchungsergebnisse.

Die fragwürdige Ausbildung wurde von einer Kommission überprüft nachdem das Wired Magazin über unangebrachte Inhalte der FBI-Ausbildungsmaterialien berichtet hatte. Kürzlich wurde auch bei anderen Behörden in den USA der sorglosen Umgang mit Bürgerrechten öffentlich. Dazu zählte vor allem das illegale Abhören unbescholtener Bürger (mehr hier).

Die Verantwortlichen für die Unterlagen müssen mit keinen Konsequenzen für die Verfehlungen rechnen. Es werden auch keine Nachschulungen für nötig gehalten, um die Fehler in der Ausbildung zu korrigieren. Das FBI räumt allerdings ein, dass Fehler aufgetreten seien und kündigte an, es werde die Unterlagen überarbeiten. Lediglich bei weniger als einem Prozent der Unterlagen seien Verfehlungen gefunden worden – bei einem Gesamtumfang von 160.000 Seiten, die überprüft wurden, bleibt immer noch viel Platz für untragbare Lehrinhalte.

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  1. isolde sagt:

    die USA, das Land der Tellerminen und Narren