Spanien: Verhaftungen bei Generalstreik

100 Tage nach Regierungsantritt Mariano Rajoys finden in ganz Spanien Demonstrationen statt. Die Spanier protestieren so gegen die Arbeitsmarktreformen und die Sparmaßnahmen der Regierung. Bereits am Mittwochabend kam zwischen den Demonstranten und der Polizei zu Auseinandersetzungen (Video).

Die beiden großen Gewerkschaften CCOO und UGT haben landesweit zu einem Generalstreik aufgerufen – 100 Tage nach Antritt des neuen Ministerpräsidenten Mariano Rajoys. Insgesamt finden am Donnerstag mehr als 100 Demonstrationen in Spanien statt. „Das ist nur die Antwort auf eine brutale Reform unseres Arbeitssystems“, sagte Ignacio Fernandez Toxo, der Chef der CCOO.

Der Generalstreik ist eine Reaktion auf die Sparmaßnahmen und Arbeitsmarktreformen der Regierung. Am Freitag soll das neue Haushaltsbudget bekannt gegeben werden. Es wird erwartet, dass Kürzungen in Höhe von mindestens 15 Milliarden Euro enthalten sind. Die Arbeitslosigkeit in Spanien liegt bei fast 23 Prozent: Fast 5,3 Millionen Menschen sind ohne Arbeit. Fast die Hälfte davon ist unter 25 Jahre alt.

Die größte spanische Fluggesellschaft rechnet für Donnerstag mit mehr als 400 Flugausfällen: 60 Prozent der Flüge. Der Gewerkschaft UGT zufolge haben nahezu alle Arbeiter der Automobilhersteller Ford, Volkswagen, Renault und SEAT bereits nachts gestreikt. Generell sind von dem Streik vor allem Fabriken, Großmärkte, der öffentliche Nahverkehr und Häfen betroffen. Selbst einige Fernsehsender haben ihre Arbeit niedergelegt.

Die Proteste hatten bereits um Mitternacht angefangen. In der Nacht hatte die spanische Polizei bereits 58 Menschen festgenommen. Diese versuchten mit Streikposten Nachtschicht-Arbeiter daran zu hindern, zu ihren Arbeitsplätzen im öffentlichen Nahverkehr, Fabriken oder Märkten zu gelangen. Insgesamt wurden sechs Menschen bei diesen Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestierenden verletzt – ein Polizist und fünf Zivilisten.

http://www.theglobeandmail.com/report-on-business/video/video-tensions-rise-in-spain-general-strike/article2385273/

Kommentare

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  1. Wutbürger sagt:

    So ist das nun mal, nach jahrelangem fröhlichen Feiern mit ALG (anderer Leute Geld) kommt jetzt der Ober mit der Rechnung.
    Vielleicht sollten sie versuchsweise den Griechen machen und auch dem Ober drohen, wenn er die Rechnung halbiert hätte er eine Chance, Geld zu sehen.

  2. Angelika Giese sagt:

    Wo gestreikt wird (Generalstreik!!!!!!!!!) fliegen die Fetzen.Ich sehe immer nur das die Polizei schlecht gemacht wird. Diese Jungs halten den Kopf für dieses Dilemmer, wozu sie nichts können, hin!!!!
    Wenn die ihre Arbeit, für die sie kaum noch bezahlt werden, nicht machen würden, versinkt das Land und der der Rest Europas in Kriminalität. Hat schon Jemand darrüber nachgedacht, das damit auch eine Form von Demokratie aufrecht erhalten wird? Was sich in Spanien abspielt hat Geschichte und diese wird in einer Form, der auch heute noch traditionellen Gesellschaft verfolgt. Die Spanier kennen das „Auf und Ab“ der ökonomischen seismographischen Auswüchse. Aus diesem Grund reagieren sie, wie am heutigen Tag geschehen, auch wenn es auch fruchtlosen Boden fällt, denn die Arbeitsreform ist nur ein Grund des Debakels in dem sich Spanien und der Rest Europas befindet. http://spanienleben.blogspot.com/

    • isolde sagt:

      hey Angelique,
      die Jungs werden nicht schlecht gemacht, die sind schlecht und jeder kann sich (noch) aussuchen, welchen Beruf er ergreift. Wer also P wird, will sich als Feind und Schläger des Volkes outen und muß sich dann nicht wundern, wenn er als solcher behandelt wird.

      Sie waren vermutlich noch nie auf einer Demo. Gehen sie mal hin, da wird dank der Staatsterroristen selbst eine friedliche Demo zum Spießrutenlauf.

      • Livius sagt:

        Die meisten von euch haben immer noch nichts verstanden.
        Die MÄchtigen versuchen mit allen erdenklichen Mitteln, die Bürger gegeneinander aufzuhetzen!
        Auch hier wieder Polizisten gegen Demonstranten,
        Hartzer gg. Arbeiter,
        aktuell Streikende im öffentlichen Dienst gg. den Rest
        Linke gg. Rechts
        Atheisten/Anarchisten gg. Christen
        usw…

        Das hat bereits damals bei den Römern prächtig funktioniert, damit ja niemals ein gut vernetztes Kollektiv entstehen könnte, welches gegen die Mächtigen vorgehen könnte. Man lässt sie lieber gegeneinander aufhetzen und einander bekämpfen!

        • isolde sagt:

          hallo Livius, du alter Römer,
          bist wohl über geblieben vom öhmischen Imperium, was?

          stimmt, da werden Leute aufgehetzt und zwar die Staatsterroristen gegen ihre Herrschaft, die Bürgerinnen und Bürger. Ich halte es da mit meinen Metger in der Nachbargemeinde. Der sagt immer: „nur ein toter Bulle ist ein guter Bulle“ und es geht immer um die Wurst.

  3. isolde sagt:

    in italien wird monti von einer allianz gegen sozialdarwinismus einbetoniert, in spanien gehen die leute auf die strasse, es kommt zu gewalt und jetzt eine prognose: in F brennt der elysee-palast und einige monate später: rund um berlin kämpft der NABU vergeblich gegen die Vergewaltigung von Bäumen durch hängende Politiker….

    hey leute sagt Bescheid, das will ich sehen!

  4. bibbi sagt:

    …..bei uns streiken sie wenigstens noch wegen einer Lohnerhöhung. Ich denke, dass wir demnächst wegen einer “ Bürgerreform “ einen Generalstreik veranstalten sollten. Wir Steuerzahler werden zur Zeit Stück für Stück entmündigt. Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen?? Wir können doch nicht nur 45 Jahre arbeiten und das Maul halten ?
    Hoffentlich geht`s bald los…

    • eine-linke sagt:

      die spanier haben uns deutschen etwas voraus: leidenschaft.
      das geht uns deutschen völlig ab, wesewegen der staat auch machen kann, was die lobbyisten wollen.

      • Selbstdenker sagt:

        „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ (Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie, SPIEGEL 52/1999, S. 136)

    • Muchacho sagt:

      Bin ganz genau deiner meinung!!! War vor paar stunden einkaufen…. kaum was im Einkaufswagen 40 Euro weg, vor einem Monat hätte ich das doppelte mitgenommen….!!!!!!!!!!!!!!

    • Wutbürger sagt:

      Noch etwas Geduld, die Zombies über uns haben es bald geschafft, dass es uns überall zwickt, dann geht es los. Dann können auch die seit Jahrzehnten bereitliegenden verstaubten Lebensmittelkarten endlich zum Einsatz kommen.

  5. Fred Feuerstein sagt:

    Streik ist eben eines der wenigen Mitteln der Arbeiterschaft, die Wirkung machen. Ansonst sind die Arbeitnehmer den Arbeitgebern und seit neuem auch dem Staat ausgeliefert. Würden sie den € abschaffen, könnten sich die Spanier nach eigenem ermessen wieder aus dem Schlamassel heraus ziehen. So aber sind sie der EU und den Zwangsrettungen ohne Ende, ausgeliefert.

    Gute Nacht Spanien.

    Bei all den Südstaaten, die Probleme haben, wäre ich neugierig, wie sich das auf den Fremdenverkehr, eine der Haupteinnahmsquellen dieser Länder , auswirken wird.

    Wie müssten diese, für das zerstörte Leben von x-Millionen Menschen verantwortlichen, in der Hölle braten ? Hoffentlich geschieht das auch. Es sind ja keine Naturereignisse sondern mutwillig herbei geführte Katastrophen. Genug Fachleute und Ökonomen haben rechtzwitig gewarnt.

  6. Werner sagt:

    Die Spanier streiken damit die Deutschen bezahlen.

    mfg. Werner

    • Angelika Giese sagt:

      Na wenn es denn so einfach wäre, warum nicht!? Aber so einfach ist es leider nicht!