Extrem tragfähiges Material aus Zellulose entwickelt

Finnische Wissenschaftler haben ein Material aus pflanzlichem Zellstoff entwickelt, das besondere Eigenschaften aufweist: Es ist besonders leicht und trägt auf Wasser bis zu einem 1.000-Fachen seines Eigengewichts.

Das von Olli Ikkala und seinem Team entwickelte Material imitiert die Eigenschaften der Beine, die von den Wasserläufern als „Tragflächen“ eingesetzt werden. Es besteht aus winzigen Fibrillen aus verarbeitetem Pflanzenzellstoff. Dies erlaubt dem Material eine feste Form bei gleichzeitiger Stabilität und hohem Luftanteil. Eigenschaften, die Aerogelen allgemein eine Bezeichnung als „solid smoke“ (fester Rauch) eingebracht haben.

Zellulose ist einer der Hauptbestandteile pflanzlicher Zellwände und verleiht etwa Bäumen ihre Tragkraft und Stabilität. Industriell wird sie hauptsächlich in der Papier- und Textilindustrie eingesetzt. Veränderte Varianten auf Basis von Nanotechnologie sollen aber zukünftig noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten eröffnen. Ein wesentlicher Vorteil des Materials liegt zudem darin, dass es sich um einen erneuerbaren Rohstoff handelt.

„Es kann von großem Wert sein, der Welt beim Übergang zu Stoffen zu helfen, bei deren Erzeugung nicht auf fossile Brennstoffe zurückgegriffen werden muss“, so Ikkala laut Science Daily. „Die Nutzung von Zellulose aus Holz beeinflusst nicht die Verfügbarkeit oder den Preis von Nahrungsmitteln wie Mais oder Getreide. Wir sind sehr glücklich, dass wir die Grenzen traditioneller Anwendung nun in Richtung Hightech überschreiten.“

Das in Finnland entwickelte Nanopolymer weist den Berechnungen nach eine ungeheure Tragfähigkeit auf und könnte auf ein Gewicht von rund einem halben Kilogramm fünf handelsübliche Gefrierschränke tragen, was in etwa dem tausendfachen Gewicht entspricht.

Auch Applikationen im Umweltbereich sind angedacht. An der Oberfläche schwimmend wäre das Material in der Lage, große Mengen an Erdöl aufzunehmen, ohne zu sinken. Das aufgenommene „schwarze Gold“ würde sich schließlich sogar zurückgewinnen lassen.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.