Spanischer Automarkt bricht ein: Deutsche Hersteller besorgt

Der spanische Automarkt hat kein gutes Jahr 2011 hinter sich gebracht. Die Neuzulassungen sind massiv zurückgegangen. Und der Trend setzt sich fort. Im März gingen die Neuzulassungen wie zuvor schon im Februar ebenfalls zurück.

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Die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien und die Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme haben im vergangenen Jahr dem Automarkt in Spanien sehr geschadet. Die Zahl der Neuzulassungen ging 2011 auf 808.059 zurück: 17,7 Prozent weniger als noch 2010. Das ist die niedrigste Anzahl der Neuzulassungen in Spanien seit 1993. Für dieses Jahr rechnen die spanischen Verbände von Autoverkäufern und Autoproduzenten mit einem weiteren Rückgang auf unter 800.000 Neuzulassungen.

So fielen im März die Neuzulassungen in Spanien um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Februar waren sie um 2,1 Prozent zurückgegangen. Deutsche Autobauer sind in Spanien stark vertreten. So hat VW mit seinen Marken Seat und Skoda dort einen Marktanteil von knapp 50 Prozent. Die straffen Sparmaßnahmen der Regierung mitten in Zeiten einer Rezession werden die Situation auf dem spanischen Automarkt weiter verschärfen. Aus den Kreisen der deutschen Hersteller sind vermehrt Sorgen über die Entwicklung in Spanien zu hören. Hat man mit Griechenland im Grund kein Problem, so ist Spanien gerade für Mittelklassewagen ein Kernmarkt. Wegen der zunehmenden Konkurrenz aus Asien können Hersteller wie VW einen Einbruch in Spanien nicht durch bessere Zahlen auf anderen Absatzmärkten kompensieren.

Generell ist es um den europäischen Automarkt nicht gut bestellt. Allein in Griechenland ist der Markt in den vergangenen drei Jahren um über 70% geschrumpft. Im Februar sanken die Neuzulassungen in der EU im Vergleich zum Vormonat um 9,7 Prozent, so der europäische Branchenverband ACEA.

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Kommentare

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  1. Tacheles sagt:

    Unterm Strich:

    Deutsche Hersteller sind besorgt, dass Sie den Spaniern keine Autos mehr schenken dürfen?

  2. Atreides sagt:

    Es ist erstaunlich, wieviele alte und sehr alte Autos in Spanien in letzter Zeit herumfahren, es scheint, die Leute haben die aus den Garagen ihrer Zweit- und Dritthäuser und -wohnungen geholt, denn 20 Jahre alte Autos sind keine Seltenheit (das sieht man an den Nummernschildern, die die Autos ihre gesamte Lebensdauer über behalten).
    Angesichts der Lage in Spanien und der Kreditsperren wir man sich jetzt nicht mit der Finanzierung eines Neuwagens belasten.
    Was allerdings auch auffällt, ist, daß die Leute weniger, dafür aber teurere Autos kaufen. So hat der VW-Konzern 2011 zwar zahlenmäßig weniger Autos abgesetzt, dafür aber teurere. Die etwas billigeren SEATs brachen ein, Vw und Audi wuchsen stark. Komisch, was? SEAT hat auch ein Imageproblem, nicht nur wegen des Standorts Katalonien. Die SEAT-Verkäufer sind weniger motiviert, der Kundendienst ist schlechter. Von Skoda reden wir besser gar nicht. Und mit den anderen Marken ist das dann ähnlich.

  3. Helmut Josef Weber sagt:

    Aha- das sind dann also die Produkte, die Deutschland nur noch in die EU liefern kann, wenn Deutschland diese Länder mit hunderten von Milliarden unterstützt.
    In Griechenland wurde z. B. in diesem Jahr noch nicht ein Porsche verkauft.
    Aber der Michel, der seinen Arbeitsplatz in Deutschland verliert, weil wenige Millionen an Bürgschaften nicht gegeben werden, wird nicht mehr lange stillhalten.
    Die F ast D rei P rozent Partei abzustrafen, war nur ein demokratischer Anfang.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  4. Hans Schweizer sagt:

    Denkt daran, all das was in den letzten Jahren verschenkt wurde, wird sich noch auswirken. Abfrackprämien, Eurobonus, und all dieser Blödsinn war nur ein Pflaster für die grösste Wunde. Geheilt ist aber noch nichts. Auch ihr Deutschen werdet auf euren produzierten Fahrzeugen sitzen bleiben. Und paralell dazu werdet ihr noch von den Türken ausgenommen. Schon bald haben wir einen Nachbarn der „Türkland“ heisst. Die armen Politiker glauben, mit dem gefandeten Steuergeld sei die Misere zu retten, dabei wird vergessen dass Werte erschaffen werden müssen.
    Bei uns in der Schweiz werden die Pensionskassenrenten gekürzt, CO2-Steuern erhoben, Benzinpreise manipuliert usw. Ich bin pensioniert und kann mir darum kein Auto mehr leisten. Die Wohnungsmiete und die Krankenkasse und die Steuern fressen alles weg. Eine neue Kriese wird sich bald wieder melden.

    • Yunus sagt:

      Warum hast du Angst vor Türken? Wegen der EM ?

    • Atreides sagt:

      Die Türken sind noch eine Nummer schlimmer als die Griechen. Schließlich ist die griechische Wirtschaft ein Erbe der türkischen Besatzung des Landes. Die Wirtschaftsstruktur, wie man noch jüngst lesen konnte, ist immer noch türkisch. Sieht man ja, die haben keine Registerämter, die Finanzämter legen die Akten in Einkaufswagen ab und man zahlt Blindenrenten an Sehende.

  5. Sarah (Schweiz) sagt:

    Und ich bin sicher, abfedern wird das der deutsche Steuerzahler. Für das ist der doch da? Oder? Bezahlt Ihr überhaipt noch Steuern. Ich hätte mich schon längs geweigert. Ach ja, vielleicht hats ja noch irgendwo eine Steuer CD die die deutsche kriminelle Regierung ergatten kann.

  6. otto936 sagt:

    Besorgt ?
    Welche „Experten“ beschäftigen denn die Konzerne – jeder Halbidiot konnte sich ausrechnen daß bei der Situation in der sich die spanische Gesellschaft befindet ein neues Auto für viele eher nachrangig ist.

    Da muss Mutti ran ! Ein Hilfspaket für darbende Autokonzerne muß her.

  7. ursel sagt:

    Hallo !!!! wer soll dann die Autos kaufen?? Arbeitslose oder Tagelöhner.Um diese Feststellung zumachen brauche ich nicht Bwl studiert haben, aber mittlerweile bestätigt sich das unsere Politik-Akteure Schwachköpfe sind. Nicht nur das den sie wissen nicht was sie tun. Aber Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Den Frankfurt ist erst der Anfang,und dann???