SNB kann Kurs nicht halten: Schweizer Franken bricht aus

Erstmals seit der Einführung des Mindestwechselkurses im September vergangenen Jahres ist ein Euro weniger Wert als 1,20 Schweizer Franken wert. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Sorge über eine Verschärfung der Krise in der Eurozone weiter gestiegen ist.

Erstmals seit der Einführung des Mindestwechselkurses im September vergangenen Jahres ist ein Euro weniger als 1,20 Schweizer Franken wert. Dies berichtet die Onlineausgabe der britischen Zeitung The Guardian.

Der Schweizerischen Nationalbank ist es nicht gelungen, dem Druck der Märkte standzuhalten. Obwohl die SNB beteuert hatte „unbegrenzt“ Mittel einzusetzen, um den Frankenkurs niedrig zu halten, erreichte er kurz vor Mittag einen Wert von 1,1998 Franken pro Euro.

Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Sorge über eine Verschärfung der Krise in der Eurozone weiter gestiegen ist. Vor allem die Schweizer Exportwirtschaft leidet unter dem starken Franken, der ihre Produkte für andere Länder zu teuer macht. Der Frankenkurs steigt, weil die Anleger ihr Kapital im stabilen Schweizer Markt sicher wähnen.

Inzwischen konnte die SNB durch den Ankauf von Devisen den Mindeswechselkurs zwar wieder herstellen. Es ist aber zu erwarten, dass Währungshändler die Bereitschaft der Zentralbank weiter auf die Probe stellen werden. Kritiker befürchten, diese Politik könnte schon bald zu einer Hyperinflation in der Schweiz führen.

Kommentare

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  1. Vince sagt:

    Verstehe ich leider nicht ganz. von 1,20 auf 1,1998 ist doch niedriger? Also positiv oder wie versteht man das Abwertung von 1,20 auf 1,998?

    Bitte um Antwort

  2. knackerbacker sagt:

    Die große Frage ist: WIE LANGE DAUERT ES NOCH BIS ZUM SUPER-CRASH !

    Monate ? Jahre ?

  3. Gautier Irgendwo sagt:

    Einen derart happig angeschlagenen Euro längere Zeit zu stützen ist selbst für die kleine SNB ein Ding der Unmöglichkeit, soll denn der Franken nicht völlig ruiniert werden.

  4. Elsbeth sagt:

    In der Politik passiert nichts zufällig

  5. niekohle sagt:

    wie man sehen kann: nicht nur durch endlose Verschuldung kann man pleite gehen, auch durch Aufwertung kann man kollabieren.

  6. Walter Schneider sagt:

    Die Schweiz muss den Franken künstlich schwächen. Der Binnenmarkt ist sehr klein, das Land lebt vom Export. Wird der Franken zu stark bekommt die Schweiz ein Export-Problem und kann selbst mit guter Technologie nicht mehr konkurrenzfähig bleiben.

    In der Schweiz dreht es sich v. a. um die Export-Industrie. Daran orientiert sich die Währungspolitik hauptsächlich.

    Alles andere wäre Schattenboxen.

  7. Walter Schneider sagt:

    Ich warte darauf, dass ich ganze Strassenzüge für wenig Gold kaufen kann.