Steuerstreit: Deutschland will Kontrolleure in Schweizer Banken schicken

Das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland soll es deutschen Behörden ermöglichen, Schweizer Banken zu überprüfen. In der Schweiz steigt die Angst vor einem Souveränitätsverlust. Sogar von „Raubrittertum“ ist die Rede.

In der Schweiz wächst die Kritik am geplanten Steuerabkommen mit Deutschland. Neue Details über die Vereinbarung, die sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz noch das Parlament passieren muss, haben die Diskussion weiter angeheizt. Demnach soll es der deutschen Finanzmarktaufsicht (BaFin) ermöglicht werden, auch in Schweizer Banken Kontrollen durchzuführen. Dies geht allerdings nicht nur Politikern in der Schweiz zu weit.
Die Schweizer Bundespräsidentin, Eveline Widmer-Schlumpf (hier beim Weltwirtschaftsgipfel dieses Jahr in Davos), wird für ihre Zugeständnisse an Deutschland scharf kritisiert.

Die Schweizer Bundespräsidentin, Eveline Widmer-Schlumpf (hier beim Weltwirtschaftsgipfel dieses Jahr in Davos), wird für ihre Zugeständnisse an Deutschland scharf kritisiert.

In einem Gastbeitrag der Nachrichtenseite „Der Sonntag“ warnt der Zürcher Bankenprofessor Martin Janssen etwa vor einem „massiven Souveränitätsverlust“ für die Schweiz. Die neuen Details aus der Vereinbarung über ein Steuerabkommens stimmt zunehmend auch Befürworter des Abkommen kritisch.

Wesentlichen Anteil an dem Stimmungswechsel dürfte auch die Art haben, wie die Öffentlichkeit über die Verhandlungsergebnisse informiert wird. Die Schweizer Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, die für die Gespräche mit Deutschland verantwortlich ist, wird stark kritisiert: Das Kleingedruckte aus den Verhandlungen würde immer erst später und häppchenweise auftauchen, sagte der Schweizer Nationalrat Philipp Müller (FDP).

Die SVP spricht sogar von deutschem „Raubrittertum“ und davon, dass sich die Bundespräsidentin beim Steuerabkommen „über den Tisch ziehen“ hätte lassen.

Ob das Abkommen in der aktuellen Form tatsächlich in Kraft treten wird, soll sich im Juni zeigen, wenn die beiden Kammern des Schweizer Parlaments über den Vorschlag entscheiden sollen.

Kommentare

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  1. Andreas sagt:

    Bloss weil die da unten kollektiv das besch… zu Geschäftsmodell entwickelt haben, muss man hier nicht sofort das Nazideutschland raus holen. Denen da unten den Laden dicht zu machen, ist das demokratischste was dem Bürgertum passieren kann.

    Um als Deutscher da unten ein Konto aufmachen zu können, muss man schon mit ordentlich Geld kommen. Da geht es nicht um wenige zehntausend Euro. Da könnt ihr ja mal drüber nachdenken, wer solche Summen cash hinterziehen kann. Investmentgängster sind sicherlich dabei und alles andere was es an gehobenem Management gibt sicherlich auch. Der mittelständische Unternehmer steckt sein Geld in seine Firma.

    Das sind genau die Gelder, die den Deutschen, Griechen, Italienern usw. aus der Tasche gezogen wurde. Die Mittelständler mit ihren Firmen und die Normalos müssen die Zeche zahlen. Die meisten sind hier offensichtlich Schweizer oder Millionäre, was sollte es sonst für einen Grund geben den Zufluchtsort der Geldgeier zu verteidigen.

    Das ist Deutsches Vermögen, dass den Bürgerinnen und Bürgern von Bänkstern und Konzernbossen aus der Tasche gezogen wurde und da unten auf immer verschwindet.

    • Mannie (must be funny in a rich man´s world) sagt:

      Die EU-Staaten stehen fast alle vor dem Bankrott. Natürlich wollen die jetzt die Schweiz sturmreif schiessen, um an deren Geld auch noch heran zu kommen. Im übrigen ist es doch eher naiv zu glauben, dass Konzernbosse und Bankster auch unter diese Kontrolle fallen werden.

  2. Rhyskant sagt:

    Mit solch Forderungen und Abkommen braucht sich in D niemand zu wundern, wenn Teile des europäischen Auslandes vom aufgehenden Viertem Reich sprechen…Deutschland dominiert/fixiert die sog. Stabilitäsregeln in der EU und will auch noch bei den Eidgenossen einfallen….ich glaube, wenn das wirklich passiert, werden sich viele Schweizer an ihren Nationalhelden Wilhelm Tell erinnern….

    Bald kann man als Deutscher in Europa nirgendwo mehr hinkommen;-)

    • Margrit Steer sagt:

      Volle Zustimmung.
      Seit diese unselige DDR-Merkel regiert geht es mal wieder nach dem Motto „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“
      Selbst Hitler hat die Schweiz in Ruhe gelassen.
      Was bildet sich Deutschland eigentlich ein?
      Geld aus dem Land geschafft hat man schon immer, wer es konnte. Damit muß man dann eben leben.
      Aber hier die eigenen Steuerprüfer zurück pfeifen wie vor eiiger Zeit in Hessen, das ist doch absurd.
      Unsere Regierung soll endlich mal Ordnung im eigenen Land schaffen, dann wird auch nicht mehr so viel Geld weg getragen.

  3. Selbstdenker sagt:

    In der „BRD“ wurde schon lange für derartige Aktionen trainiert:

    http://www.youtube.com/watch?v=fLp0kCU3r8g&NR=1