Wegen Bankenkrise muss sich Mittelstand auf Kreditklemme einstellen

Angesichts der sich fortsetzenden Euro-Krise erwartet der Internationale Währungsfonds eine weltweite Kreditklemme. Wegen der Rekapitalisierungs-Vorschriften für die Banken droht vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen das Versiegen der Kredite.

Der IWF hat im Zuge seiner Frühjahrstagung in Washington DC. Seinen Global Financial Report veröffentlicht. Darin gibt er an, dass die europäischen Banken aufgrund der sich fortsetzenden Euro-Krise ihre Bilanzen weiter reduzieren werden. Darüber hinaus geht der Fonds auch davon aus, dass die weltweit größten Banken im Zuge dessen ihre Bilanzen bis Ende des nächsten Jahres um 2,6 Billionen Dollar einkürzen werden. Damit wird es zukünftig für Unternehmen noch schwerer werden, die immer härteren Anforderungen für Kredite zu erfüllen. Der IWF warnt infolge dessen vor einer weltweiten Kreditklemme.

Darüber hinaus nimmt der Fonds an, dass die europäischen Banken weiter ihre Anleihen reduzieren würden. In diesem Fall könnten die Banken Anleihen im Wert von 3,8 Billionen Dollar abstoßen, was zehn Prozent der Bilanzsumme entspräche. Dies würde das Wachstum der Weltwirtschaft 1,4 Prozent niedriger ausfallen lassen, als der IWF selbst es Anfang der Woche prognostizierte. Kleine und mittlere Unternehmen seien „am stärksten betroffen“, heißt es in dem IWF-Bericht. Und selbst dort, wo noch Kredite vergeben werden würden, sähen sich die Unternehmen deutlich erhöhten Finanzierungskosten gegenüber.

Kommentare

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  1. Fred Kirchheimer sagt:

    Es muß sich nur der Teil des „Mittelstand“ auf eine Verknappung der Kredite einstellen, der es versäumt hat, das Eigenkapital ausreichend auszustatten.

    Was soll ich Mitleid mit Firmen haben, die in guten Zeiten das Geld für teuere Autos der Eigner und Geschäftsführer ausgegeben haben, anstatt in Produktivität zu investieren?

    Außerdem wird es immer Geld von den Banken geben. Das ist nur eine Frage der Zinsen die dafür bezahlt werden müssen. Hohe Zinsen quasi als Strafe für diejenigen, die zu spät auf die eigene Kassenlage geschaut haben.

  2. Schleswig sagt:

    Das ist doch alles Papperlapapp was uns davor gegaukelt wird. Es ist nur eine verbale Erpressung der Investmentbanken, zu der auch mittlerweile die Deutsche Bank gehört,.
    Nicht nur das der größte Teil des operativen Mittelstandes sich über die Sparkassen versorgt oder selbst Anteilscheine heraus gibt, nein, das Kredit Volumen der Deutschen Bank für Indurie Kredite beträgt gerade einmal 5 % der Bilanzsumme. Den größten Umsatz generieren sie im Inter Banking mit 60 %. Auch ein Hinterlassenschaft von Rot/Grün. Nachdem sie nämlich das Gesetz erlassen hatten das Banken ihre Industrie Anteile steuerfrei verkaufen konnten gab es kein halten mehr. Mit der Folge das die Dax gelisteten Unternehmen mehrheitlich keine deutschen Unternehmen mehr sind.
    Da hatten die Investmentbanken freie Fahrt mit den bekannten Folgen.

  3. Ichweissnix09 sagt:

    ist schon hart und aufwändig für eine Bank Kredite zu vergeben, die man selbst mit
    1% Zinsen eingekauft hat……… Junge junge, das soll einer verstehen…….

    • Anno sagt:

      Das ist ganz einfach:

      Die Gesamtgeldmenge muss ständig weiterwachsen, weil ständig Zinsen realisiert werden müssen. Für diese wachsende Geldmenge müssen dringend weitere Schuldner gesucht werden – die aber nicht mehr gefunden werden können, weil der „Wert“ der Geldmenge den Realwert der Sicherheiten tatsächlich schon um ein Vielfaches übersteigt.

      Sinn des Kredits ist schließlich, durch Schaffung einer begehrten (virtuellen) Geldmenge diese mit einem realen (Sach-)Wert zu hinterlegen, diesen Sachwert mit einem fiktiven Wert zu „verhaften“. Die fiktiven Werte (Geld) sind sozusagen deutlich in der Überzahl.

      Somit gibt es also fast nichts mehr, womit ein Kredit noch „besichert“ werden könnte – und ohne Sicherheiten – ist klar :-) – kann es leider keinen Kredit geben.

      So ist nun mal das System. Wer hier Beteiligter ist, ist „systemrelevant“.

      Dummerweise legen sie sich nun selbst ein Ei ins Nest:
      Ohne weiteren Kredit keine Ausweitung der Geldmenge, ohne Ausweitung der Geldmenge keine zu „realisierenden“ Zinsen – also nix mehr zum Ausgeben.

      Nix mehr ausgeben heisst aber, auch seinen Machtbereich nicht mehr erweitern (kaufen) zu können – und ist zudem auch doof, weil sich alle seit Jahren an saus und Braus gewöhnt haben. Ist so ’ne Art Gewohnheitsrecht.

      Alles klar? 😉

      Aber die Jungs leben von den Zinsen, deswegen ersinnen sie gelegentlich eine List, die dann -besser oder schlechter- funktioniert.

      • Korsar sagt:

        „Sinn des Kredits ist schließlich, durch Schaffung einer begehrten (virtuellen) Geldmenge diese mit einem realen (Sach-)Wert zu hinterlegen, diesen Sachwert mit einem fiktiven Wert zu “verhaften”. Die fiktiven Werte (Geld) sind sozusagen deutlich in der Überzahl“.

        Sehr gut beschrieben. Das ist auch der Kern des Ganzen. Das jetzige Europa und der Euro, sind die Folgen davon.

  4. KHD sagt:

    Die Finanzierung von Investitionen, Firmen und Privaten wird sich in Zukunft von den Banken weg direkt auf die Kapitalanleger wie Versicherungen, Pensionskassen, speziellen Fonds und private Anleger verlagern mit dem Effekt, dass sich beide Sieten die Bankmarge teilen können. Das zeichnet sich schon seit einiger Zeit ab. Den Investoren und Anlgern brechen mit den zunehmend als unsicher einstuften Staatsanleihen einerseits die risikofreien Anlagen weg. Andererseits dürften die wenigen, sicheren Staatsanleihen dann nur noch zinsfrei zu haben sein. Mit negativen Realzinsen verlieren die Anlagegelder an Wert, damit kann keiner zufrieden sein. Am Ende werden die Banken vielleicht genügend Eigenkapital in ihren Bilanzen haben, für den Kredit- und Anlagemarkt werden sie im EURO Land keine Rolle mehr spielen. Damit entgleitet auch der EZB die Steuerung von Zinsen und Geldmenge, in der Folge könnte sie überflüssig werden und nur noch als Notenpresse für die Staatsverschuldung dienen. Bis dann der EURO keine Wechselkurse mehr gegen Drittwährungen bilden wird und anschliessend nach Wiedereinführung des Tauschhandels der Spuk vorbei sein wird.

    • eli sagt:

      Ein gut mögliches Szenario, das sie hier zeichnen.

    • Michele sagt:

      Dann wären die üblichen Banken hauptsächlich nur noch für den Negativzins der Normalsparer zuständig und für die Finanzierung der Rettungsschirme aus Steuermitteln.

      die Wirtschaft seperat für die Gewinne, die Steuerzahler seperat für den Ausgleich der Verluste. Wäre eigentlich nur eine Steigerung der momentanen Situation.

  5. Landshark sagt:

    Ich war heute bei einem Vortrag von Albrecht Müller.
    Auch aus diesem Grund möchte ich noch mal auf die Nachdenkseiten hinweisen:
    http://www.nachdenkseiten.de/

    Schönen Tag noch
    Landshark

    • Korsar sagt:

      Landshark, den Albrecht Müller hatte ich schon vergessen. Danke für die Erinnerung. Interessant, das auch er nirgendwohin eingeladen wird.

      Exbundeskanzler H. Schmidt ließ sich Anfang April in dem umstrittenen Film über Margot Honecker zitieren. Dort stützte er seine Auffassung über die besonders hohe Westverschuldung der DDR als deren Grund für ihren “ausweglosen Untergang“. Dadurch befestigte er die gängige Klischee-Vorstellung der herrschenden Mainstream-Ideologie, die im Widerspruch zum offiziellen Bundesbankbericht von 1999 steht, der u. a. diese Westverschuldung der DDR abschließend und vollständig dokumentierte und bewertete. Von Karl Mai.

      Das ist so typisch, wenn sich irgendwo alle einig sind, dann ist es bei der letzten aller Gemeinsamkeiten, der Mahnung vor der Verschuldung. Die Vorletzte: „Wir müssen mehr sparen“. Das sind keine Gehirndenker, sondern Zerstörer.

      Und Helmut Schmidt, der kein Handy hat und will, der mit dem Internet nichts zu tun haben will, der entpuppt sich für mich, mehr und mehr, als Polithochstapler.

  6. antifrust sagt:

    Mal sehen, ob die Politik nun endlich die Zeichen der Zeit erkennt und selbst massiv Kredite in die Wirtschaft pumpt. Sch… auf die Banken – die sind nur systemrelevant, und das System taugt offenbar nicht.

    (Nicht nur linke) Politiker finden kleine, selbständige Unternehmen schwierig.
    Konzerne erscheinen ihnen steuerlich profitabler, ja über Gewerkschaftsdruck sogar fast kontrollierbar. Lobbyisten flößen Ihnen gleichermaßen Vertrauen wie Respekt ein.

    Erst wenn die Preiskonkurrenz kleiner Unternehmen beseitigt ist, und die Großen bedenkenlos die Preise diktieren, dann werden alle Politiker merken, dass auch sie nicht in einem hermetischen Paradies sitzen. Dann wird das „kleine“ Leben richtig teuer und die Steuereinnahmen werden richtig schmal.

    Ein Blick auf die großen Energierzeuger der Erde reicht…