Bundesbank lehnt EZB-Hilfe für Spanien ab

Die deutsche Bundesbank lehnt den Ankauf von spanischen Staatsanleihen durch die EZB ab. Es sei nicht die Aufgabe der EZB Spanien zu helfen, sagte Jens Weidmann. Vielmehr sollte die Regierung in Madrid die Reaktion des Marktes als „Ansporn“ sehen, Reformen umzusetzen.

„Wir sollen nicht immer den Weltuntergang ausrufen, wenn die langfristigen Zinsen eines Landes zeitweilig über sechs Prozent steigen“, sagte der Bundesbank-Chef Jens Weidmann in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist auch ein Ansporn für die politischen Entscheidungsträger in den betroffenen Ländern, ihre Hausaufgaben zu machen und das Vertrauen durch die Fortsetzung des Reformkurses zurück zu gewinnen.

In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Spekulationen, ob die EZB wieder beginnen werde, am Sekundärmarkt Staatsanleihen zu kaufen, um so die Zinssätze zu drücken. Neben dem spanischen Vize-Finanzminister Jaime Garcia- Legaz, der dies offen forderte (hier), brachte auch das EZB-Vorstandsmitglied Benoit Coeuré dieses Instrument wieder ins Gespräch (hier). Der Chef der Deutschen Bundesbank lehnt dies jedoch entschieden ab.

Es sei nicht Aufgabe der EZB Spanien mit der Notenpresse zu helfen. Die Grenzen der Ankäufe von Staatsanleihen seien bereits sichtbar geworden. „Ich glaube nicht, dass sie irgendeinen Kollegen (des EZB-Rates, Anm. d. Red.) finden, der der Ansicht ist, dass das Eurosystem ein bestimmtes Zinsniveau für ein bestimmtes Land gewährleisten sollte“, ergänzte Jens Weidmann. Zudem ist es „nicht unsere Aufgabe, finanzielle Mittel bereit zu stellen, um die notwendigen Anpassungen im Laufe der Zeit zu erweitern“, so Jens Weidmann. „Das ist genau das, wofür es den Rettungsschirm gibt.“

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