Folge der Krise: EU-Staaten fahren Investitionen in China zurück

Die Eurokrise bereitet China immer größere Sorgen. Die Direktinvestitionen sind deutlich gefallen: Im ersten Quartal hat die EU um 31,2 Prozent weniger in China investiert.

Die Aussichten auf ausländische Direktinvestitionen in China sind für die kommenden Monate „düster“, erklärte das chinesische Finanzministerium am Dienstag. Die Auswirkungen der Eurokrise machen auch der chinesischen Volkswirtschaft der Welt zu schaffen. Die schwächelnde EU investiert immer weniger – und das chinesische Wirtschaftswachstum verlangsamt sich (mehr hier).

Vor allem die Eurokrise belastet die Entwicklung in China. Die Investitionen aus dem EU-Raum brachen im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 auf 1,41 Milliarden Dollar ein. Die EU ist wichtigster Handelspartner Chinas. Kein Wunder also, dass China nun das schwächste Wirtschaftswachstum seit drei Jahren verzeichnet (mehr hier).

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Investitionen nach Regierungsangaben um 6,1 Prozent auf 11,76 Milliarden Dollar geschrumpft. Shen Danyang, Sprecher des Finanzministeriums, macht zwei Umstände für die rückläufigen Zahlen verantwortlich. Zum einen würden ausländische Unternehmen nicht in eine stagnierende Wirtschaft investieren. Zum anderen hätten die verschärften Regelungen auf dem Immobilienmarkt zusätzlich zum Rückgang der Investitionen geführt.

Der zweite Faktor, der die Invetments stocken läßt ist das offenkundige Platzen der chinesischen Immobilienblase. Immobilien machen 25 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in China aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Investitionen in diesem Sektor im ersten Quartal um 6,3 Prozent geschrumpft. Dabei war 2011 noch ein Investitionsanstieg von 38,6 Prozent zu verzeichnen.

Etwas besser sieht es mit US-Investitionen aus: Sie stiegen um 10,1 Prozent im ersten Quartal und erreichten damit 893 Millionen Dollar.

Kommentare

Dieser Artikel hat 12 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Marius sagt:

    Hallo an alle !

    Ich hab eine Aufgabe bekommen, wie kann man trotz der abgeschwächten Konjunktur in China und sinkenden Investitionen aus dem Ausland als Anleger gewinnbringend in den chinesischen Markt investieren?

    Ich freue mich über hilfreiche Antworten.
    Grüße

  2. LupusLotarius sagt:

    Auch das noch: „Large Manufacturers More Likely to Move From China to U.S.“

    http://www.cnbc.com//id/47097720

  3. fan sagt:

    In der gesamtem wirtschaftlichen Welt machen sich Minus-Zahlen bemerkbar. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass wir vor einer Weltwirtschafts-Krise stehen, die sich immer weiter über den Globus ausbreitet, sich wie ein Krebsgeschwür weiter frisst und mit Eigendynamik weiter Fahrt aufnehmen wird.

    Ich prophezeie ernste Gefahren auch für Deutschland mit Beginn des vierten Quartals dieses Jahres.

  4. Michele sagt:

    „Folge der Krise: EU-Staaten fahren Investitionen in China zurück“

    In Anbetracht der Jugendarbeitslosigkeit in Europa, ist das doch eine recht gute Nachricht, falls sie stimmt.

  5. Korsar sagt:

    Man kann durchaus auch in Europa, für die Welt produzieren. Der immer wiederholte Fehler von Deutschen Vertretern der Kapitalwirtschaft ist der, stetig auf ein Land zu setzen, in dem es „boomt“. Erst waren es die USA, und dann China. Jedesmal, wird uns erzählt, das dieser Markt der Wichtigste ist.

    Wäre es nicht wichtiger, möglichst breit aufgestellt zu sein?

    Deutsche Unternehmen, wollt ihr etwas unternehmen, oder euch anbiedern und unterwerfen? Merkt ihr deutschen Automobilhersteller eigentlich nicht, das ihr euch gegenseitig das Leben schwer macht? Audi gegen BMW. Audi kauft italienischen Motorradhersteller Ducati. Wem macht Audi damit das Leben schwer? Nein, nicht den Japanern, nicht den Koreanern und Chinesen, sondern deutschen Herstellern, wie BMW. Wie beim Auto, so beim Motorrad.

    Es geht aus, wie in den 80er und 90er Jahren, als sich die Chinesen die Produktionsanlagen, der führenden deutschen Zweiradhersteller, in Westdeutschland abholen durften. Ganze Koksanlagen wurden in jahrelanger, mühevoller Kleinarbeit, so abgebaut, das man diese in China auch wieder aufbauen konnte.

    Irgendwie, will man nicht lernen. Man will wer sein. Sich aufblähen, sich aufspielen und Größe zeigen. Der hiesige Dorfmanager erzählt den Arbeitnehmern vom globalen Markt, während er selbst, in seinem Denken, nicht über den Dorfplatz hinaus kommt. Sie begreifen nicht, was sie ihren Arbeitern predigen. Der globale Markt, wenn man ihn so akzeptiert, verzeiht nicht, wenn man sich seine Gegner nur im Dorf aussucht. Die eigentlichen Gegner warten nur auf Fehlleistungen dieser Art.

  6. Fred Kirchheimer sagt:

    Wie kommt man eigentlich zu der Annahme, daß Investitionen jeden Monat in irgendwie der gleichen Größenordnung stattfinden?

    Investiert wird in den Aufbau eines Unternehmens oder, weiter gefasst, eines Projekts.
    Was wären das für schlechte Projekte, in die man wie in ein Faß ohne Boden jedes Monat neue Gelder nachschießen muß? Wie wäre es, an das Einfachste zu denken, daß Investitionen auch mal zu einem Abschluß kommen um dann einen Return of Investment bringen.

    Also, wenn eine Fabrik läuft und ein Bürokomplex steht, dann sollte es eigentlich keine Notwendigkeit geben, weiter Geld zu investieren.

    China ist keine Boomregion mehr, sondern ist in einer Konsolidierungsphase um dann irgendwann in die Sättingsphase zu kommen.
    Die Pioniere haben schon vor geraumer Zeit investiert.

    Also muß man nicht beunruhigt sein, wenn die Investitionen zurückgehen. Eine Nervosität kommt doch nur auf, wenn man wie vernarrt auf die Zahlen eines einzelnen Monats schaut, anstatt Zeitreihen zu betrachten. In der wird es immer Schwankungen geben.

    • Korsar sagt:

      Genauso ist es. Die spielen doch nur. Irgendwann, hätte das Geld wieder zurück fließen müssen. Was passiert, es wird immer weiter investiert. Woher kommt mir das nur so bekannt vor?

  7. Musterknaben sagt:

    Panikmache!
    Die Chinesen brauchen kein Investitionen ausländischer Unternehmen. China schwimmt in us-amerikanischen Dollars und kann sich jedes Unternehmen kaufen und nach China verfrachten. Und China ist gerade für deutsche Unternehmen der Exportmarkt. Wenn China die Exporte reduziert und statt dessen auf eigene Produkte baut, beginnt in D das großindustrielle Siechtum. Es reicht die Drohkulisse und schon stehen alle Nieten in Nadelstreifen wieder auf der Schwelle und bieten China Investitionen an.
    Der Rest ist blanke Panikmache um vom Verfall des $-Imperiums und Tod des Tyrannen abzulenken, in dessen Schatten wir 100 Jahre dahin vegetieren durften.

    • hansimglück sagt:

      Das hat überhaupt nichts mit „Panikmache“ zu tun!

      Wen Sie eine ungefähre Vorstellung davon haben wie Wirtscaftsprozesse funktionieren, sollten Sie wissen, dass eine Wirtschaft nur florieren kann wenn ein ausreichender Kapitalfluss gegeben ist.

      Den Zusammenhang zwischen einem Rückgang von Investitionen euröpäischer Anleger und der wirtschaftlichen Entwicklung in China sollten Sie jetzt selber herstellen können

      mfg

  8. Schnuffel sagt:

    Kurze Frage:
    Sie schreiben oben:
    „Die Investitionen aus dem EU-Raum brachen im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 auf 1,41 Milliarden Dollar ein. Die EU ist wichtigster Handelspartner Chinas. “

    Weiter unten heißt es:
    „Etwas besser sieht es mit US-Investitionen aus: Sie stiegen um 10,1 Prozent im ersten Quartal und erreichten damit 893 Milliarden Dollar.“

    Müssten es in diesem Zusammenhang dann nicht 893 MILLIONEN Dollar sein, wenn die Eu der wichtigste Partner ist? Nur als kleine Anmerkung. Bei den mittlerweile weltweit in den Raum geworfenen Zahlen kann man ja schon mal den Überblick verlieren 😉

    • redakteur sagt:

      Da haben Sie natürlich völlig recht. Ist korrigiert – vielen Dank für den Hinweis. Die Redaktion

  9. Alexander Illi sagt:

    Dabei hat die chinesische Regierung doch gerade erst die Quote der zugelassenen Investitionen von ausländischen Investoren kräftig erhöhen lassen, um weiterhin ein recht hohes Wirtschaftswachstum zu gewährleisten, wenn ich mich recht erinnere.