EU-Statistik: Südeuropäer sind in der Rente länger gesund als Deutsche

Die Lebenserwartung auf ein gesundes Leben in der Rente ist bei Griechen, Spaniern und Franzosen signifikant höher als bei den Deutschen. Ein möglicher Grund: Die Deutschen arbeiten länger und härter als die Südeuropäer.

Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat sich mit der Lebenserwartung von Menschen im Alter von 65 Jahren, die in der EU leben, beschäftigt. Hier scheint die aktuelle wirtschaftliche Lage keine konkreten Auswirkungen zu haben – im Gegenteil. Die Deutschen arbeiten der Statistik nach zufolge länger – und werden am Ende ihres Lebens schneller krank als die meisten anderen EU-Bürger.

Eine deutsche Frau im Alter von 65 Jahren wird demnach noch 20,9 Jahre weiter leben. 7,1 Jahre davon werden „gesunde Lebensjahre“ sein, berichtet Eurostat. Gesunde Lebensjahre sind durch eine „Abwesenheit von Funktionsbeschränkungen bzw. -beschwerden definiert“, so Eurostat in seinem Bericht. Bei den deutschen Männern ist dies sogar noch weniger. Von den nur 17,8 Jahren, die ein 65-jähriger Mann noch leben wird, sind es lediglich 6,9 Jahre in völliger Gesundheit.

Der EU-Durchschnitt liegt für Frauen in diesem Alter bei 8,8 gesunden Jahren von weiteren 21 Jahren, die sie noch leben wird. Bei den Männern sind es im EU-Schnitt 17,4 Jahre Lebenserwartung, 8,7 davon gesund. Interessanterweise leben die Menschen in den EU-Ländern, deren Wirtschaft nicht so besonders gut funktioniert, meist länger gesund als die Deutschen. Eine 65-jährige griechische Frau beispielsweise erfreut sich ein Jahr länger bester Gesundheit als eine deutsche Frau. Ein griechischer Mann kann sogar 1,9 Jahre länger genießen als sein deutscher Kollege. Allerdings ist die Lebenserwartung des griechischen Mannes insgesamt geringer.

Aber auch in Spanien, Italien und Irland ist die Lebenserwartung höher. In Irland liegen die gesunden Lebensjahre sogar deutlich über denen der Deutschen. Bei den irischen Frauen sind es 11,2 Jahre und bei den irischen Männern 11, 1 Jahre. Die meisten gesunden Lebensjahre haben jedoch 65-Jährige aus Norwegen, Schweden und Island vor sich. In Frankreich ist die generelle Lebenserwartung am größten, gefolgt von Spanien und Italien.

Schlechter als für die Deutschen sind die Aussichten nur noch für die Portugiesen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 74 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Alexander Illi sagt:

    In den südeuropäischen Ländern gelten Mama und Papa i.d.R. halt noch was und dürfen in den tendentiell noch eher vorhandenen großfamiliären Strukturen sich sinnvoll betätigen und finden so Selbstbestätigung und Anerkennung.
    In Deutschland werden Mama und Papa in den Altersheimen an die Betten geschnallt und einmal jährlich besucht (gewollt überspitzt ausgedrückt, aber aktuell oft genug Realität – meine Mutter war Altenpflegerin bei einer kirchlichen Institution im Namen der „Nächstenliebe“ und engagiert sich auch heute noch in Altersheimen u.ä.), und die Kinder in Krippen abgeschoben, zur „Sozialisierung“ durch den Staat, im Namen der unhinterfragten erwerbsmäßigen Flexibilität und Leistungsfähigkeit.

    Warum Vater und Mutter eines Kindes den ganzen Tag arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen und der Lebensstandard trotzdem und trotz dem Wunderland des technischen Fortschritts für die Meisten weiter sinkt, wird i.d.R. oberflächlich mit Demographie usw. wegzuerklären versucht, ohne die Ursachen (z.B. Ursachen der Zins-Umverteilung von fleissig zu reich) zu erkennen.
    Nach der Volltagsarbeit reicht die Energie der Meisten halt nur noch für DSDS, Fußball-TV u.ä. Panem et Circenses.

  2. kein sklave sagt:

    Kein Wunder, hier in diesem Land lautert das Motte: „Arbeiten bis zum umfallen“.Wer nicht genug Überstunden macht, wir so oder so rausgemobbt, das bei Löhne u. Gehälter die mitlerweile die südlichen Länder weit unterschritten haben.
    Der Druck in Arbeit zu bleiben u. Arbeit zu finden geht so oder so an die Substanz, hinzu kommt das „moderne“ Singelleben mit jedem erdenklichen Luxus, aber bitte ohne Familie! Aber gerade die Familie ist es, die Rückhalt schafft u. in schlechten Zeiten moralische, psychische und physische Unterstützung bietet und da sind unsere südlichen Nachbarn uns um Längen voraus! Im Süden wird das Leben genossen hier wird geschuftet um in ständiger Konkurrenz zu Nachbarn, Freunden u. Kollegen zu stehen. Die Hetzerrei auf HIVler, Rentern, Kranke u. sonstige Schwachen tut ihr übriges.

  3. Karapanos Konstantinos sagt:

    Die Portugiesen arbeiten also am meisten und die faulsten sind die Skandinaven. Die Hartz IV werden demnach bestimmt ewig leben. Vorurteile schaffen oder belegen kann sowohl lustig als traurig sein.
    Wer mehr fuer sein Auto ausgibt als fuer sein Essen, stirbt frueher, egal wo man lebt und wie man arbeitet.

  4. Schleswig sagt:

    Das sie nicht von Schulden Schuldgefühlen geplagt sind, und ihre Schulden an einem sichere Ort wissen versteht sich von selbst. Man muß nur die richtigen Blödmänner finden. Man hat sie gefunden.
    Es lebe TARGET 2 und die Bürgen.