Falsche Email: Firma feuert irrtümlich 1.300 Mitarbeiter

Das zweitgrößte britische Versicherungsunternehmen Aviva hat versehentlich 1.300 Mitarbeiter gekündigt. Durch eine falsch versandte Email wurden alle Mitarbeiter der Investment-Abteilung entlassen. Die Personalleitung konnte den Fehler kurz darauf ausräumen.

Schock für die gesamte Investment-Abteilung des britischen Immobilien-Versicherungsunternehmens Aviva Plc.: 1.300 erhielten überraschend die Kündigung und wurden aufgefordert, beim Verlassen des Gebäudes Handys, Schlüssel und andere Gegenstände des Unternehmens abzugeben.

Wie der Personalchef mitteilte, sollte die Email eigentlich nur an einen Mitarbeiter gehen, wurde aber durch menschliches Versagen an alle Mitarbeiter weltweit versandt. „Ziemlich schnell“ nach dem Vorfall sei eine weitere Nachricht an die Mitarbeiter ergangen, mit der das Versehen aufgeklärt worden sei.

Aviva ist wegen der Schuldenkrise schon seit einiger Zeit unter Druck und hatte angekündigt, im großen Stil Personal abzubauen. Daher schien den Mitarbeitern die Vorstellung, dass eine gesamte Abteilung dichtgemacht wird, nicht so abwegig wie der Sprecher dies zu erklären versuchte.

Der Vorfall zeigt außerdem, wie massiv sich die Unsitte bereits durchgesetzt hat, Mitarbeitern per Email zu kündigen. Viele Chefs fürchten sich wegen des immer schlechter werdenden Klimas in den Unternehmen vor allzu emotionalen Unmutsäußerungen ihrer Mitarbeiter – und glauben, diesen durch die Kündigung per Email entgehen zu können.

Kommentare

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  1. Rico Coracao sagt:

    Ein motivierender Schock für 1299 Mitarbeiter, sich noch mehr reinzuhängen..

  2. H.F. sagt:

    Solch ein „Fehler“ – wenn auch keine Kündigung – ist doch bei uns auch schon passiert:

    „Dieser Mittwoch könnte als besonders amüsanter Tag in die Annalen des deutschen Parlamentarismus eingehen. Was ist los? Babette war’s! Am Morgen um 9.20 Uhr schickte die Infostelle des Bundestages eine Mail an alle Mitarbeiter der Abgeordneten und an die Abgeordneten selbst, an ihre Wahlkreisbüros, ihre Büros im Bundestag, an alle Fraktionen, die gesamte Verwaltung, insgesamt 5000 Empfänger.“

    siehe:
    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article13834276/Babette-legt-den-Bundestag-lahm.html

  3. Musterknappe Europa sagt:

    suppi,
    wer 1.300 Mitarbeitern, 1.300 Haushalten, rund 5000 Menschen mal ebenso die Existenzgrundlage entzieht, Entschuldigung, war nicht so gemeint.

    Ich wette, wer an 1.300 Maschinen aus Versehen mal gerade ebenso den Stecker zieht, der darf sicher gehen.

    Man achte auf den Resepekt gegenüber dem sog. Humankapital und dem Kapital.

  4. Andreas Rades sagt:

    Kündigungen per EMail zu versenden ist aus meiner Sicht unsittlich und sollte ggf. sogar untersagt bzw. mit Bußgeldern geahndet werden.

    • Fred Kirchheimer sagt:

      Ja, dann schalten Sie mal Ihren Rechtsanwalt in Großbritannien ein.

      Ansonsten verweise ich auf meinen Kommentar von 9:37h

  5. Fred Kirchheimer sagt:

    Wie kommt man denn dazu zu schreiben, außer um der Unsitte zu frönen künstlich Empörung zu generieren, daß „sich die Unsitte massiv durchgesetzt hat, per eMail zu kündigen“?

    Es handelt sich um einen Fall in England, was so natürlich in der Überschrift nicht erwähnt wird, obwohl für die Zeichen „engl.“ genügend Platz gewesen wäre? Was interessiert den dt. Leser Gepflogenheiten im Ausland?

    Nennen Sie doch mindestens zwanzig weitere Firmen in Deutschland, die per eMail gekündigt haben. Und dann können wir vielleicht von einer Häufung sprechen.
    Vielleicht macht man das ja so bei den DMN? Dann soll der Personalverantwortliche mit einem Artikel sein Verhalten erklären.

    Da die ZUSTELLUNG einer eMail eigentlich nicht zu beweisen ist, ist dieser Weg nicht die erste Wahl. Es kommt darauf an, den Empfang der Kündigung dokumentieren zu können (Zustellnachweis, Zeuge, Empfangsbestätigung) und das weiß jede fitte Personalabteilung.

  6. HansMeiser sagt:

    Diese Email ist wohl etwas verfrüht herausgegangen.

    • Fred Kirchheimer sagt:

      Die Mail hätte überhaupt nicht verschickt werden dürfen. Insofern kann sie auch nicht „etwas verfrüht“ herausgegangen sein.

  7. lars klein sagt:

    wenn ich das lese…viele chefs fuerchten sich… ist doch kein wunder. wenn man keien fuehrungskraefte mehr hat. sind doch nur noch windelweiche schleimer die sich durch anpassung hochgebueckt und nicht durch leistung hochgearbeitet haben. die nie anecken wollen, nie fuehren sondern nur bonus wollen. solche charakterlichen vollpfosten machen ihren mitarbeitern so schon das leben schwer…kuendigen via email passt da ins bild. zum kotz… na wenigstens wissen die das sie unfaehig sind. haben ja angst…