Zentralbank: Spanien nun offiziell in einer Rezession

Die spanische Wirtschaft ist in den ersten drei Monaten des Jahres in eine Rezession gerutscht, erklärt die spanische Zentralbank. Das Wachstum ist erneut stark zurückgegangen. Die Situation für das Land verschlechtert sich.

Die Unsicherheit der Investoren erhält nach und nach mehr Futter. Am Montag kündigte die spanische Zentralbank an, dass das Wachstum des Landes im ersten Quartal des Jahres 2012 erneut geschrumpft ist. Das Land befindet sich spätestens seit Jahresbeginn in einer Rezession. Gegenüber dem Vorquartal fiel das BIP Spanien um 0,4 Prozent und bereits im vorvergangenen Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 0,3 Prozent.

Spaniens Regierung versucht derzeit, mit immer neuen Ankündigungen von weiteren Einsparungen das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Doch die Zinssätze für spanische Anleihen befinden sich weiter auf beunruhigend hohem Niveau. Der hohe Anteil der schlechten Kredite in den Bilanzen der spanischen Banken und die Verschuldung des Landes machen Spanien derzeit zum nächsten Wackelkandidaten -selbst ein Bailout wird diskutiert.

Besonders, wenn sich die wirtschaftliche Situation im Land verschärft, könnte dies ein Eingreifen notwendig machen – zumal die spanische Regierung selbst der eigenen Wirtschaft den Geldhahn zudreht. Die Förderungen im Industriebereich sollen um 12 Prozent von 466 Millionen auf 408 Millionen Euro verringert werden, berichtete die Zeitung CincoDías.

Kommentare

Dieser Artikel hat 8 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Michael sagt:

    Nebenbei angemerkt geht das deutsche BIP-Wachstum auch seit Juni 2011 zurück. Allen Aufschwungs- und sensationellen Konsumwundern zum Trotz dürfte auch für Deutschland in Kürze eine „Rezession“ verkündet werden. Wichtig ist das allerdings NICHT.

  2. Michael sagt:

    Wenn sich Sancho auf Pump eine Hütte baut muss Michel noch lange nicht die Raten dafür zahlen. So ist das mit allen PIGSBF. Als Michel mit der Roten Laterne rumrannte hat Sancho eine gewaltige Party abgefeiert. Da hat Michel „Blaue Briefe“ bekommen (von welchen Arsch*öchern wohl) und Schröder hat ihm eine Agenda verpaßt. Jetzt herrscht Katzenjammer. Mögen sie ihre Agenda-Medizin schlucken. Uns ging und geht es nicht besser. Nebenbei ist Spanien seit Jahresanfang 2011 in der Rezession. Nicht der €uro an sich ist Schuld, die Bürger und Regierungen der Länder haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Die Bundesbürger wären die letzten, die Interesse am T€uro haben könnten. Noch weniger an seiner „Rettung“. Damit zahlen sie nämlich doppelt und dreifach für die Partys der Zechpreller-PIGSBF.

  3. Grauber sagt:

    Immerhin bekommt Spanien auch kein Öl mehr aus dem Iran, sowas nennt man Eigentor mit Anlauf.

  4. Andreas Z sagt:

    Hoffentlich begreifen jetzt alle, dass dieser EURO so nicht funktioniert. Nur die Rückgabe der Währungssouveränität an die Problemstaaten führt zu einer Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit und schafft die notwendigen Arbeitsplätze. Die EURO-Extremisten gehören abgewählt.

    • Grauber sagt:

      Der Euro ist als EU-Aussenwährung verwertbar – die Wieder-Einführung von Landeswährungen mit Wechselkursen gäbe Europa eine Chance auf dem Weltmarkt.

      Die Frage bleibt, ob Wirtschaftskrisen und Staatskrisen nicht ebenso inszeniert werden, wie Anlässe für Kriege.

      Man wird schon eine andere Ordnung für diese Welt schaffen, vielleicht geht sowas auch einmal ganz ohne Not, Tod, Elend und viel Geschrei.

  5. Fred Feuerstein sagt:

    Die Entwicklungen in Spanien, Griechenland, Portugal, Italien und Irland wurden von Fachleuten eindeutig vorhergesagt. Nur die sogenannten Experten in der EU, beim IWF, bei der EZB, stemmen sich mit Lügen, Erfindungen, Verdrehungen und diktatorischen Maßnahmen wie ESM und Fiskalpaket gegen die Realität. Hoffentlich bricht dieses System eher zusammen, ehe wir nur mehr von Brüssel dirigiert und geleitet werden.

    Wir können uns jetzt schon ausmahlen, wenn Spanien zusammenbricht, dann ist der ESM (sollte er wirklich kommen) leergefegt. Und was kommt dann ? Portugal, Italien, Irland und Griechenland (ist ja noch lange nicht gerettet, denn bisher ging das Geld ja nur an die Banken). Manche Fachleute haben sich da schon früher sehr skeptisch geäußert, indem sie sagten, 2 Billionen € wird nicht reichen ! Und woher nehmen ? Plündern und ausquetschen mit folgender Versklavung der Bürger ! Aber nicht nur in Deutschland, überall in EU-Europa ! Dabei spricht niemand von Ländern wie Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Lettland, Litauen usw., usf. Die wird man in irgendeiner Form ja auch retten müssen, aber mit welchem Geld ? Wird die EZB weitere Billionen drucken ? Einen Weg zurück gibt es bei diesem Spiel nicht, außer einem Supergau ! Keiner weis aber, was dann noch brauchbares übrig bleibt. So sehen unsere Zukunftsperspektiven aus und ich frage mich, denkt da überhaupt noch jemand an unsere Kinder und zukünftige Generationen ? Ich bemerke nichts dergleichen.

    Derzeit sind die Spanier vielleicht noch stolz (lt. dem Präsidenten, wir helfen uns selber, wir brauchen keinen Rettungsschirm !) aber lange werden sie es nicht mehr sein. Diese Floskeln, STOLZ für Spanien, FEURIG für Ungarn, LEIDENSCHAFTLICH für Italien, AMOURÖS für Frankreich, VERLÄSSLICH u. PRÄZIS für Deutschland, usw. können wir sicher bald aus dem Vokabular entfernen, denn die Menschen in diesen Ländern werden bald andere Sorgen haben.

  6. eli sagt:

    Super, jetzt haben sie endlich einen Grund ihr Defizit nicht zurückschrauben zu müssen. Wir sind ja in Rezession, wir haben außergewöhnliche Umstände.

  7. André Schwaermer sagt:

    Spanien hat keine Chance. Von Rajoy wird die Unmöglichkeit erwartet, gleichzeitig viele Milliraden zu sparen und die Wirtschaft anzukurbeln – ein völlig hirnrissiges Unterfangen. Man wird die Situation mit Krampf bis nach den französischen Wahlen halten, danach geht es ans Eingemachte.

    http://uhupardo.wordpress.com/2012/04/23/angst-geht-um-europas-borsen-sturzen-ab/