Niederlande: Kreditversicherungen steigen rapide

Die Kreditversicherungen von deutschen und niederländischen Anleihen lagen lange Zeit sehr nah beieinander. Aber in den vergangenen fünf Monaten stiegen die niederländischen CDS deutlich stärker als die deutschen. Die Niederlande haben ihren Ruf als sicheren Hafen verloren.

Im Mai 2011 lagen die Kreditversicherungen (CDS) für niederländische Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren bei rund 30 Basispunkten und damit sogar 10 Punkte unter den deutschen Kreditversicherungen. Grundsätzlich lagen die CDS-Spreads der beiden Länder aber immer sehr nah beieinander – sowohl Deutschland als auch die Niederlande galten als sicherer Hafen. Doch das Blatt hat sich Ende vergangenen Jahres gewendet. Zu dieser Zeit entfernte sich die Höhe der Kreditversicherungen für die niederländischen, fünfjährigen Anleihen deutlich von der der deutschen.

Derzeit ist der Unterschied zwischen den beiden CDS-Spreads sogar stärker als noch Anfang des Jahres. Die CDS auf die Niederlande liegen bei 132,64 Basispunkten – die für deutsche Anleihen derselben Laufzeit bei lediglich 88,56 Basispunkten. Trotzdem die Niederlande also noch immer wie Deutschland ein Tripple A besitzen, das das Land jedoch zu verlieren droht (hier), wird es nicht mehr als sicherer Hafen angesehen.

Die Verschuldung ist stark gestiegen (mehr hier) und der Plan, weitere Einsparungen durchzuführen, scheiterte zunächst am Wochenende und hatte den Rücktritt des niederländischen Premiers zur Folge. Zudem ist das niederländische Bankensystem aufgrund einer Immobilienblase stark angeschlagen (hier).

Entsprechend wurde die Auktion von niederländischen Anleihen am Dienstag mit großer Spannung erwartet. Zwar sanken sie Zinssätze für 2-Jahres- und 25-Jahres-Anleihen, aber die Nachfrage war sehr gering. Von dem angepeilten Verkauf von Anleihen im Wert von 2,5 Milliarden Euro wurden lediglich 2 Milliarden erreicht. Die Zinssätze für zweijährige Anleihen sanken von 1,972 Prozent auf 0,523 Prozent und bei den 25-jährigen Bonds von 4,402 Prozent auf 2,782 Prozent. Allerdings ist die letzte vergleichbare Auktion vor rund fünf Jahren gewesen.

Kommentare

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  1. Michael sagt:

    Die Niederlande stecken auch etwas tiefer in der Rezession, als Deutschland. Diese CDS muß man als relativ unwichtige Recheneinheiten begreifen. Wo müßte denn ein CDS auf theoretische Euro-USA-Anleihen stehen ? Auf griechischem Niveau ! Nur, um mal eine Hausnummer zu nennen. Diese Panikmache ist abartig. Das Geldsystem ist theoretisch pleite, aber praktisch NICHT. Die Politclowns und ihre Medien dürfen sich glücklich schätzen, dass ich kein Diktator bin. Ich würde sie ihre Dämlichkeit auf- und niederdeklinieren lassen, vor laufenden Kameras.

  2. Korsar sagt:

    Die haben es auch versucht ihre Show, bis zur ESM Unterzeichnung aufrecht zu halten. Zu kurz gelegen.

  3. Stoppt den ESM - Bayern stimmt morgen ab sagt:

    Bitte helft mit, den ESM zu stoppen:

    Über 50,000 email Petitionen sind in den letzten 48 Stunden an die Landtagsabgeordneten in Bayern gegangen!

    Der Landtag soll morgen debattieren.

    Bitte gleich anklicken und mitmachen. Dauert nur Sekunden und setzt ein Zeichen für Gerechtigkeit und Freiheit von Brüssel!



    http://www.abgeordneten-check.de/email/larumdarum/85.html




    Mehr zum ESM und warum er so gefährlich ist unter

    

http://www.freiewelt.net/video-34/zivile-koalition
    
http://www.stop-esm.org/home

  4. Lesefuchs sagt:

    Ist doch völlig egal wie hoch die CDS sind. Es wird sowieso alles vermieden um sie auszahlen zu müssen, was gut am Beispiel Griechenland zu sehen ist! Zur Not wird der Ausfall durch Rettungspakete (von uns Steuerzahlern) at akta gelegt. Wenn man nicht ganz dumm ist, merkt man dass das System dem Ende entgegen geht.

  5. Mir wird übel... sagt:

    Unser Geldsystem ist finanziell, wirtschaftlich, politisch und moralisch am Ende.

    Es beruht und verdirbt sich selbst aufgrund einer Doppelsünde:

    Erstens ist es Schuldgeld, das aus nichts geschöpft wird, also keine Deckung durch echte Sachwerte wie Gold oder Leistungen wie Arbeit besitzt (wie in Deutschland bis 1914 oder in den USA bis 1913, Federal Reserve Act). Dies ist die von der Hochfinanz gewollte Versuchung, der kaum ein politisches System widerstehen kann, da dies es möglich macht, unbegrenzt Papiergeld auf Pump zu drucken. Mit der Verschuldung des Staates beim Banker werden diese aber zu den wahren Herren der Politiker, die diesen dann dienen und nicht dem Volke.

    Woran sieht man das? Wer im Verteilungskampf Geld bekommt und es behalten darf, hat die wahre politische Macht inne! So wird beim kleinen Mann auf jeden Euro Mehrausgabe genau geschaut, aber den Banken stehen sofort hunderte von Milliarden Euros frei zur Verfügung.

    Zweitens haben wir nicht nur ein Schuldgeldsystem, sondern bezahlen auf dieses vollkommen ungedeckte und auf heisser Luft basierende Scheingeld auch Zinsen! Diese steigen am Anfang langsam und unmerklich wie ein Krebs, aber schliesslich aufgrund der Exponentialfunktion von Zins und Zinseszins so rasant, das am Ende das Geldsystem sich selbst zerstören muss. Leider aber erst, nachdem die Banker durch dieses Umverteilungs- und Transfersystem das Volksvermögen an sich gerissen und das Volk mit Hilfe der Politik beraubt und für sich haben arbeiten lassen.

    Ein perfideres Raub- und Sklavensystem kann man sich nicht ausdenken.

    Die Geldschöpfer bereichern sich nicht nur durch dieses verzinste Papierscheingeldsystem, sondern erlangen auch politische Kontrolle durch ihre Finanzdominanz. Durch die bewusste Expansion und Kontraktion der Geldmenge schliesslich erzeugen sie Wellen von Inflation, in der sich Menschen und Firmen verschulden, um dann in der folgenden Deflation die durch die Verschuldung in Not getriebenen Menschen und Firmen ihres Eigentumes zu berauben, bevor sie diese in der darauffolgenden expansiven Inflationsphase zu Gewinn verkaufen oder fur sich arbeiten lassen, und das Spiel mit den Menschen und deren Zukunft beginnt von neuem!

    Sobald man dies verstanden hat, kann die politische Antwort darauf nur sein, dieses auf wirtschaftliche Ausbeutung und Zerstörung des Wirtsstaates ausgelegte System zu unterbinden und diese Schmarotzer zu enteignen und für ihren Schaden zu bestrafen.

    Keine Bankenrettungen mehr! Keine Transferunion! Kein unsolides Scheingeld mehr! Kein ESM und schon gar keine EUdSSR!

  6. 10-jährige Staatsanleihen sagt:

    Alle über 4% liegen im Sterben, alle über 10% sind tot:

    http://www.pigbonds.info

  7. G.N. sagt:

    Die Niederlande wird natürlich ihr Tripple A verlieren.
    Wir werden es an dem Tag verlieren, an dem wir für unsere unzähligen Garantien europaweit auch eintreten müssen.
    Aber dann ist eh der Crash gekommen.
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es soweit ist!

  8. schlaumeister sagt:

    Bleibt nur noch Deutschland als “sicherer Hafen”, bis wir uns zu Tode gerettet ha-
    ben. (du rettest die Freunde nicht mehr, so rette das eigene Leben, den Tod er-
    leiden sie eben)

  9. Vanessa_ sagt:

    “Im Mai 2011 … für niederländische Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren bei rund 30 Basispunkten und damit sogar 10 Punkte unter den deutschen Kreditversicherungen.” (deutsche Anleihen also bei ca. 40 Basispunkten).
    “… der Unterschied … sogar stärker als noch Anfang des Jahres. Die CDS auf die Niederlande liegen bei 132,64 Basispunkten – die für deutsche Anleihen derselben Laufzeit bei lediglich 88,56 Basispunkten.”

    Wieso >lediglich< , wenn sich die Basispunkte für deutsche Anleihen nahezu verdoppelt haben? Gestiegen sind beide, das macht die deutschen Anleihen auch nicht besser, oder? Oder anders ausgedrückt: Nur weil das eine Manko mehr ist, ist das andere Manko nicht besser. Oder was verstehe ich in dieser völlig ausgeuferten Welt schon wieder falsch?

    • Wutbürger sagt:

      D riecht durch die Garantien (und mit dem ESM dann erst recht) mehr und mehr auch nach einem PIIGS, also “völlig normal”.